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Wahlbetrug in Afghanistan: 25 Prozent der abgegebenen Wahlzettel ungültig

Nahezu ein Viertel der Stimmzettel lehnte die Wahlkommission in Afghanistan als ungültig ab. Mit dem Ergebnis der Parlamentswahl wird erst im November gerechnet.

Nach der Parlamentswahl in Afghanistan hat die Wahlkommission nahezu jeden vierten Stimmzettel für ungültig erklärt. Von den insgesamt abgegebenen 5,6 Millionen Stimmen würden 1,3 Millionen nicht gewertet, teilte die Kommission am Mittwoch mit. Demnach bleiben Stimmzettel aus 2500 der etwa 18.000 Wahllokale unberücksichtigt. Eine von den UN unterstützte Beschwerdestelle erreichte mehr als 4000 Eingaben gegen die Wahl im September, die von Drohungen der radikal-islamischen Taliban überschattet war.

Es gab Berichte über Stimmenkäufe, mehrfache Stimmabgabe und andere Unregelmäßigkeiten. Die Abstimmung galt als wichtiger Test für eine Stabilisierung Afghanistans. Mit dem Ergebnis der Wahl wird erst weit im November gerechnet.

Präsident Hamid Karsai äußerte sich derweil zuversichtlich über die Friedensaussichten nach fast zehn Jahren Krieg. Er hoffe, dass die Bemühungen um eine Lösung des Konflikts innerhalb eines oder zweier Jahre Früchte trügen, sagte Karsai in einer Rede in Kabul. Die Hoffnungen auf Frieden seien gestiegen. Auf die Friedensgespräche seiner Regierung mit den Taliban ging der Präsident nicht ein.

Reuters / Reuters