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Weihnachtsbaum-Zeremonie in Portland Mutmaßlicher Islamist wollte Autobombe zünden


Überrascht reagierte ein mutmaßlicher Terrorist in Portland, als er den Fernzünder seiner Autobombe betätigte: Anstelle einer Explosion, gab es Handschellen von seinem Komplizen. Der war verdeckter Ermittler beim FBI.

Erneut hat ein muslimischer Amerikaner einen Anschlag in den USA versucht. Der 19-Jährige wollte am Freitagnachmittag (Ortszeit) eine Autobombe in der Großstadt Portland zünden und viele Menschen töten, wie die Polizei mitteilte. Demnach sollte die Bombe während einer gut besuchten Weihnachtsbaum-Zeremonie vor dem ersten Advent in der Innenstadt explodieren. Doch Undercover-Agenten der Sicherheitsbehörden hatten ihn mit einer Attrappe ausgerüstet. Der mutmaßliche Terrorist soll in Somalia geboren worden sein.

"Allahu akbar!" ("Gott ist groß!"), rief Mahamed M. nach Darstellung der Staatsanwaltschaft bei seiner Festnahme. Der 19-Jährige habe sich mit Tritten gegen die Beamten gewehrt. Die Ermittler schritten ein, nachdem er gerade die Handynummer gewählt hatte, mit der er die vermeintliche Autobome fernzünden wollte. Am Montag hat der mutmaßliche Täter einen Termin vor Gericht. Der Vorwurf: versuchter Einsatz einer Massenvernichtungswaffe.

Portland liegt im US-Staat Oregon an der amerikanischen Westküste. In den vergangenen Monaten hatten islamische Terroristen mit Anschlagsplänen in den USA immer wieder für Aufsehen gesorgt. Im Mai versuchte ein eingebürgerter Pakistaner einen Autobombenanschlag auf den Times Square in New York. Nur durch Glück und die Aufmerksamkeit von Passanten konnte die Tat vereitelt werden. Im vergangenen Monat nahmen die Behörden einen Verdächtigen fest, der einen Anschlag auf die U-Bahn in Washington verüben wollte - auch in diesem Fall hatten verdeckte Ermittler die Tat vereitelt.

Anschläge auf Amerikaner "selbst hier in Portland"

"Die erschreckende Entschlossenheit des Beschuldigten ist eine krasse Erinnerung daran, dass es Leute gibt, die entschlossen sind, Amerikaner zu töten, sogar hier in Oregon", sagte Staatsanwalt Dwight Holton über den 19-jährigen Terrorverdächtigen. Es bestehe aber kein Grund zur Annahme, dass im Zusammenhang mit dem versuchten Anschlag eine weitergehende Gefahr bestehe.

Wie bei einigen anderen geplanten oder ausgeführten Anschlägen in der Vergangenheit hatte der mutmaßliche Täter Kontakt mit Hintermännern im Nordwesten Pakistans. In dem Grenzgebiet zu Afghanistan gibt es praktisch keine staatliche Kontrolle - es dient islamischen Terroristen der Al-Kaida und anderer Gruppen seit längerem als Rückzugs- und Trainingsgebiet. Seit August 2009 stand Mohamed M. nach Angaben der Behörden mit einem Verbindungsmann in dem nordwestlichen Grenzgebiet in E-Mail-Kontakt.

Im Dezember vergangenen Jahres tauschte der mutmaßliche Terrorist demnach verschlüsselte Nachrichten mit dem Hintermann aus, in denen es um eine geplante Reise nach Pakistan ging, wo er sich auf den "gewaltsamen Dschihad" vorbereiten wollte. Dann machte Mohamed M. offenbar einen Fehler: Er versuchte mehrfach, einen anderen Kontaktmann zu erreichen, hatte aber die falsche E-Mail-Adresse. Im Juni dieses Jahres meldete sich dann ein FBI-Beamter bei ihm, der behauptete, er habe mit dem ersten Hintermann zu tun.

Der verdeckte Ermittler und der 19-Jährige trafen sich Ende Juli in Portland, wie aus den Unterlagen der Behörden hervorgeht. Dort diskutierten sie demnach über den gewaltsamen Heiligen Krieg. Mohamed offenbarte seinen Plan, einen Anschlag auf dem Pioneer-Courthouse-Platz zu verüben - am Tag, an dem dort der Weihnachstbaum erstmals beleuchtet werden sollte.

Der mutmaßliche Terrorist wollte die Bombe tatsächlich zünden

Am Freitag fuhren ein verdeckter Ermittler und der 19-Jährige in einem weißen Kleinbus in die Innenstadt von Portland. In dem Wagen waren nach Behördenangaben sechs Trommeln mit einer Zündschnur und Plastikkappen - die Bombenattrappe. Sie hätten das präparierte Auto abgestellt und seien mit einem weiteren verdeckten Ermittler zur Union Station gefahren, zum Bahnhof von Portland. Mohamed M. habe die Telefonnummer angerufen, die er von den Beamten bekommen habe, heißt es in der Klageschrift. Doch die Bombe sei nicht explodiert. Dann hätten ihn die Ermittler aufgefordert auszusteigen, weil das Handysignal vielleicht besser sei. Doch als Mohamed M. den Wagen verließ, griffen die Beamten zu.

William McCall, DAPD (mit AFP)

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