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Wikileaks-Gründer Assange lässt sich in Australien zur Wahl aufstellen


Der Fall Snowden verhilft der Enthüllungsplattform Wikileaks zu neuer Popularität. Ihr Gründer ist sogar Kandidat für die Wahl in Australien. Dumm nur, dass Julian Assange weiter in London festsitzt.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks will laut einem Bericht des "Guardian" in Australien zur Parlamentswahl antreten. Wikileaks-Gründer Julian Assange, der seit mehr als einem Jahr in der ecuadorianischen Botschaft in London festsitzt, sei bisher der einzige Kandidat für die Wahl in seinem Heimatland. Die Partei sei am Dienstag offiziell für den Urnengang registriert worden. Sie wolle mit Themen wie Klimaschutz, Flüchtlingspolitik und Steuern in den Wahlkampf ziehen. Demnächst werde bekannt gegeben, wer außer Assange noch auf der Kandidatenliste stehen soll. Die Partei will in drei der sechs australischen Bundesstaaten antreten. In Australien wird am 14. September über ein neues Parlament abgestimmt.

Unklar ist allerdings, ob die Registrierung für die Wahl auf irgendeine Weise beeinflussen wird, wie lange Assange noch in der Botschaft Ecuadors in London sitzt - und ob es überhaupt realistisch ist, dass er ein politisches Amt antreten könnte.

Auch Assange hat die USA zum Feind

Um Wikileaks und Assange war es nach dessen Flucht in die Botschaft Ecuadors in London still geworden. Jetzt macht die Organisation mit dem Fall Edward Snowden von sich reden. Der IT-Spezialist, der mit der Enthüllungsplattform eng zusammenarbeitet und von ihr unterstützt wird, hatte mehrere Fälle von Massenüberwachung der amerikanischen und der britischen Geheimdienste publik gemacht.

Gegen Assange liegt ein Auslieferungsersuche Schwedens vor, wo ihm Sexualdelikte zur Last gelegt werden. Assange bestreitet die Vorwürfe und bezeichnet sie als politisch motiviert. Er will vor allem eine Auslieferung an die USA vermeiden, wo ihm womöglich die Todesstrafe droht. Durch die Veröffentlichung geheimer Informationen zu den Kriegen im Irak und in Afghanistan sowie von rund 250.000 vertraulichen Diplomatendepeschen hat Wikileaks den Zorn der US-Regierung auf sich gezogen.

anb/DPA DPA

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