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"Wissen, dass sie zurück müssen" Bayrische Sozialministerin zerstört Flüchtlings-Hoffnung mit einem Satz


Ihre Bemerkung war vermutlich ehrlich, aber wenig einfühlsam: Die bayerische Sozialministerin Emilia Müller war in einem Lager für Balkanflüchtlinge - und zerstörte mit einem Satz die Hoffnung eines Kosovaren.
Eigentlich soll das neue Zentrum für Balkanflüchtlinge schnellere Abschiebungen möglich machen. Doch der bayerischen Sozialministerin geht das offenbar immer noch zu langsam. Zur Eröffnung besuchte sie am Dienstag das Zentrum in der Nähe von Ingolstadt. Vor laufenden Kameras kam sie ins Gespräch mit einem Flüchtling aus dem Kosovo. "Sie sind gut untergebracht?", fragt die Ministerin den Mann und schloss sofort mit der Bemerkung an: "Sie wissen aber, dass Sie zurück müssen?"
Damit hat sie vermutlich sogar Recht, aber jeder Asylbewerber hat ein Recht darauf, dass sein Antrag geprüft wird. Das gilt auch für Menschen aus dem Kosovo - auch wenn deren Erfolgschancen gegen null gehen. Emilia Müller ist nicht die erste bayerische Ministerin, die wegen ihrer Wortwahl beim Thema Flüchtlinge in der Kritik steht: Ihr CSU-Kollege Joachim Herrmann hatte Roberto Blanco einen "wunderbaren Neger" genannt.
Zum Abschied sagt die Ministerin dem Asylbewerber noch, was er selbst wahrscheinlich am besten weiß: "Die Situation im Kosovo ist schwierig", erklärt Müller. "Der Staat muss mehr tun!" Dann schenkt sie dem Flüchtling noch ein kaltes Lächeln und dreht sich weg.
sar

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