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"Café Einstein - das politische Interview": Metzger will in die Versenkung

Was wird aus dem schillernden Ex-Grünen Oswald Metzger? Versucht er sich bei der CDU? Oder bei der FDP? Im Interview im "Café Einstein", dem neuen Web-TV-Format auf stern.de, verriet Metzger seine Pläne - und verteidigte seine umstrittene Schelte von Sozialhilfeempfängern.

Grünen-Aussteiger Oswald Metzger will im Januar sein Landtagsmandat in Baden-Württemberg zurückgeben. Das hat der Politiker am Mittwochmorgen im stern.de-Interview bekanntgegeben. Spekulationen über einen schnellen Parteieintritt bei FDP oder CDU erteilte er jedoch eine Absage: "Ich lass mir jetzt Zeit, gewinne Abstand, will ein bisschen in der Versenkung verschwinden, und dann werden wir sehen." Er sagte aber auch, dass CDU-Mitglieder bei einer Veranstaltung so begeistert von ihm gewesen seien, dass sie ihm spontan ihren Wahlkreis angeboten hätten.

Der ehemalige Grünen-Politiker wiederholte seine bereits vor Tagen auf stern.de geäußerte Kritik am Grundeinkommen für jeden: "Schauen Sie sich bitte Sozialhilfebiografien in der zweiten und dritten Generation an. Viele von denen hocken vor der Glotze, konsumieren Alkohol und Kohlenhydrate und lassen das Gleiche ihren Kindern angedeihen." Seine Kritik an vielen Hartz IV-Empfängern sei auf große Zustimmung gestoßen – und zwar bei Menschen, die mit Sozialhilfe-Empfängern arbeiten, so Metzger, "weil die sagen, dass man Menschen stilllegt mit sozialen Transfers". Metzger forderte zudem, dass die Politik sich stärker um die Kinder von Sozialhilfe-Empfängern kümmern müsse: "Die müssen raus aus den Familien, brauchen Betreuung und Bildung. Dafür bin ich, dafür muss ich mich nicht entschuldigen."

Angesichts der geplanten Einführung eines Mindeslohns für Briefzusteller sagte Metzger, nun würden die Verbraucher erkennen müssen, dass hohe Löhne und niedrige Preise nicht vereinbar seien. "Die gleichen Verbraucher, die ansonsten immer auf Schnäppchenpreise achten, werden sich wundern, dass Sie nicht für sich möglichst hohen Lohn fordern können, ohne für den Wert der Arbeit anderer auch tatsächlich bezahlen zu wollen." Das Ziel von SPD und CDU, auch in anderen Branchen Mindestlöhne einführen zu wollen, sei falsch, so Metzger.