Afghanistan Merkels Bodyguard getötet


Nach Medien-Informationen ist einer der in Kabul getöteten Deutschen ein ehemaliger Personenschützer von Angela Merkel. Die Kanzlerin sei tief betroffen. Unterdessen betonen Vertreter von CDU, SPD und FDP, dass der Afghanistan-Einsatz weitergehen müsse.

Nach Informationen der "Bild"-Zeitung ist einer der drei Deutschen, die bei dem Terroranschlag in Kabul ums Leben kamen, ein ehemaliger Bodyguard von Kanzlerin Angela Merkel. Jörg R. habe bereits für Merkel gearbeitet, als sie noch Oppositionsführerin war. Die Kanzlerin sei über R.'s Tod tief betroffen und wolle dessen Eltern in einem persönlichen Brief ihr Mitgefühl ausdrücken.

Unterdessen haben Vertreter der großen Koalition gefordert, den Afghanistan-Einsatz trotz der Terroranschläge fortzusetzen. "Es wäre falsch, die Diskussion in Deutschland über die Fortsetzung unseres Afghanistan-Einsatzes jetzt nur noch unter dem Licht dieser Anschläge zu führen. Das könnte bei den Tätern zu dem Eindruck führen, dass es nur noch weniger weiterer Anschläge bedürfe, damit Deutschland seine Haltung ändere. Das wäre geradezu eine Ermutigung, neue Anschläge zu verüben", sagte Ruprecht Polenz, Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses.

"Abzug wäre verantwortungslos"

Der außenpolitische Sprecher der SPD, Gert Weisskirchen, sagte im "Tagesspiegel": "Afghanistan braucht ein Klima der Sicherheit, damit die Afghanen ihr Schicksal in die eigenen Hände nehmen können. Für jedes Mädchen, das in der Schule ohne Angst lernen kann, lohnt es sich, dass der Bundestag die dafür nötigen Mandate entscheidet." FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte: "Ein Abzug der Bundeswehr wäre jetzt verantwortungslos."

Die Bundeswehr beteiligt sich mit bis zu 3000 Soldaten an der NATO-geführten ISAF-Mission und hat bis zu 100 Kräfte für die US-geführte Operation "Enduring freedom" (OEF) zugesagt, die zurzeit aber nicht im Einsatz sind. Außerdem beteiligt sich die Luftwaffe mit sechs Tornados an der Aufklärung.

DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker