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Weltwirtschaftsforum: Kramp-Karrenbauer attackiert Habeck wegen Trump-Kritik in Davos

Nach der Kritik Robert Habecks an der Rede Donald Trumps in Davos hat nun die CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer den Grünen-Chef kritisiert. Habeck verbessere mit seiner Äußerung nichts, sagte sie in Davos. Zuvor hatte der US-Botschafter Habeck kritisiert.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (links) kritisiert Grünen-Chef Robert Habeck wegen seiner Äußerungen zu Trump

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer (links) kritisiert Grünen-Chef Robert Habeck wegen seiner Äußerungen zu Trump

DPA

Die CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer hat Grünen-Chef Robert Habeck für seine scharfe Kritik an US-Präsident Donald Trump in Davos attackiert. "Jeder hat vermutlich eine persönliche Meinung zu den Aussagen Donald Trumps. Für mich sind die deutschen Interessen wichtiger. Was hat Herr Habeck mit seiner Äußerung im Interesse der Bundesrepublik Deutschland, im Interesse Europas, auch im Interesse des Klimaschutzes, mit dieser Äußerung verbessert? Nichts", sagte die Verteidigungsministerin am Rande des Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums in Davos.

AKK: Rede von Trump war "nicht überraschend"

Habeck hatte Trumps Rede zur Eröffnung in Davos als "Desaster" bezeichnet und gesagt, der US-Präsident sei "der Gegner, er steht für all die Probleme, die wir haben". In einem von einer ZDF-Journalistin bei Twitter verbreiteten Video bezeichnete Habeck die Rede Trumps als die schlechteste, die er je gehört habe.

Kramp-Karrenbauer zeigte sich im Gegensatz zu dem Grünen-Politiker nicht überrascht über Trumps Auftritt: "Die Rede von Donald Trump in Davos war nicht überraschend, sie spiegelt wider, was Trump in den drei Jahren als Präsident bisher gesagt und getan hat. Die innenpolitischen Hintergründe des Wahlkampfes und des Impeachments sind bekannt."

Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, sagte der "Bild"-Zeitung zu der Habeck Schelte: "Er hätte besser zuhören sollen. Dann hätte er vielleicht verstanden, wie man eine Wirtschaft massiv wachsen lassen und zeitgleich den CO2-Ausstoß senken kann - zwei Dinge, die er noch lernen muss."

Kritik aus CDU und FDP

CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen hatte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) am Mittwoch gesagt: "Es ist schon eine Leistung, sich durch die Kritik an Präsident Trump selbst zu disqualifizieren; das ist Habeck gelungen." Habecks Aussage, Trump sei "der Gegner, er steht für all die Probleme, die wir haben", offenbare "mindestens eine erschreckende außenpolitische Einfältigkeit des grünen Spitzenmannes".

Auch der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer (CDU), bezeichnete Habecks Kritik als in Teilen "antiamerikanisch" und "dumm". "Wer so redet, schadet der lang gewachsenen deutsch-amerikanischen Freundschaft", sagte er der "Bild"-Zeitung. Trump sei nicht der Gegner. FDP-Chef Christian Lindner monierte in der "Bild"-Zeitung: "So schwarz-weiß ist die Welt nicht, wie Herr Habeck meint". Ein demokratisch gewählter Präsident verdiene "bei allen offensichtlichen Differenzen mehr Sachlichkeit".

Habeck gegen Trump: "Eine bockige, pubertierende Rede"

Der US-Präsident hatte in Davos vor den "ewigen Propheten des Untergangs" gewarnt, ohne das Wort Klimawandel in den Mund zu nehmen. Trump befindet sich bereits im Wahlkampf für die US Präsidentenwahl am 3. November. Die oppositionellen Demokraten haben ein Verfahren zur Amtsenthebung (Impeachment) Trumps im US-Senat durchgesetzt, das aber wenig Aussicht auf Erfolg hat. 

Kramp-Karrenbauer forderte ein engagierteres Vorgehen Europas im Handelskonflikt mit den USA: "Die Frage ist jetzt, was wir klug tun können im Interesse Deutschlands und Europas und wie wir selbstbewusst mit unserem wichtigen Partner, den USA, sprechen. Europa muss die gemeinsamen, eigenen Interessen stärker benennen und gemeinsam handlungsfähiger werden, um diese Interessen durchzusetzen."

rw / DPA