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Vorbild Utrecht: Aktion gegen das Insektensterben: Bremer Grüne wollen Dächer von Haltestellen bepflanzen

Utrecht geht mit guten Beispiel voran, nun möchten die Bremer Grünen nachziehen und die Dächer von Haltestellen bepflanzen. Die Wiesen sollen ein Zufluchtsort für Insekten aller Art in den Städten sein und dem Insektensterben entgegenwirken.

Eine bepflanzte Haltestelle in Utrecht

Eine bepflanzte Haltestelle in Utrecht: So könnte es auch bald in Bremen aussehen

Gerade in den heißen Wochen des Jahres finden die in Deutschland angesiedelten Insekten kaum noch Nahrung oder ein grünes Plätzchen. Asphalt, verschwundene Grünflächen und der Trend zum Schottergarten sind nur einige Gründe der sinkenden Insektenpopulation. Vor allem Bienen und Hummeln, die für das Ökosystem essenziell wichtig sind, sterben. Die niederländische Stadt Utrecht hat eine einfache und effiziente Lösung gefunden, um das Insektensterben zu bekämpfen und Bienen und Co. bei der Nahrungssuche zu unterstützen: Die Stadt bepflanzt die Dächer von Bus- und Bahnhaltestellen. Eine simple Idee, die nur Vorteile mit sich bringt – für Menschen, Insekten und die Umwelt. Die Bremer Grünen möchten diese Idee nun auch in ihrem Bundesland umsetzen. Die Bienen-Haltestellen soll es schon bald geben. 

In erster Sitzung des Parlaments soll die Initiative vorgeschlagen werden

Der "Weser-Kurier" zitiert den Bürgerschaftsabgeordneten Ralph Saxe (Grüne): "In Zukunft wird es in Bremen ohnehin mehr Begrünung auf Gebäudedächern geben. Und wenn man mit offenen Augen durch die Stadt geht, erkennt man sehr schnell, dass es noch viel mehr Potenzial gibt. Zum Beispiel auf den Dächern von Haltestellen, Utrecht macht das sehr eindrucksvoll vor." Über die Initiative soll in der ersten Sitzung des neuen rot-grün-roten Parlaments gesprochen werden.

In Utrecht gibt es bereits 316 solcher "Bee-Stops". Die städtischen Mitarbeiter fahren mit Elektrofahrzeugen durch die Stadt, um die Insekten-Wiesen zu bewässern. Laut Saxe sei dieses Konzept auch in Bremen möglich. "Bei uns wäre die Kompetenz für die Pflege der Dächer beim Umweltbetrieb Bremen vorhanden. Es müssten vor allem auch bienenfreundliche Pflanzen ausgewählt werden, die robust und nicht allzu aufwendig in der Pflege sind. Als ersten Schritt stellen wir uns einen Pilotversuch an einer oder mehreren überdachten Haltestellen vor", sagte er dem "Weser-Kurier". Die Wiesen speichern außerdem Regenwasser, sodass sie nur bei langanhaltender Dürre regelmäßig gegossen werden müssen.

Die bepflanzten Dächer filtern den Feinstaub des Verkehrs

Die begrünten Dächer in der Stadt haben noch einen weiteren Vorteil: Sie filtern den Feinstaub des Verkehrs. Sie sorgen für eine bessere Luftqualität und kühlen die Luft bei Hitze ab. In Bremen seien 500 der begrünten Haltestellen denkbar. Im Vorhinein muss allerdings die Statik der zu begrünenden Dächer geprüft werden. Der Sprecher der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) lobt den ökologischen Ansatz. Allerdings könne nicht die BSAG über die Erlaubnis des Projekts bestimmen, denn die Haltestellen gehören dem Unternehmen Wall, das in Berlin sitzt. Er sagt: "Wir sind in Gesprächen. Wenn diese positiv ausfallen, können wir uns einen Pilotversuch mit einer oder mehreren Testhaltestellen vorstellen."

Auch in anderen Städten in Deutschland, wie in Düsseldorf, Bonn, Bochum und München, wird über die grüne Initiative nachgedacht. In Baden-Württemberg macht sich aktuell das Volksbegehren "Rettet die Bienen" für den Artenschutz stark. Am 26. Juli wird der Antrag mit den erforderlichen Unterschriften beim Innenministerium eingereicht. Die Petition kann hier unterstützt werden: https://volksbegehren-artenschutz.de/

Quelle: "Weser-Kurier"Volksbegehren "Rettet die Bienen"

fis