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Angriffe: Von Farbbeuteln und Ohrfeigen

Bundeskanzler Gerhard Schröder ist nicht der einzige deutsche Spitzenpolitiker, auf den Übergriffe stattfanden. Die spektakulärsten Fälle.

Bundeskanzler Gerhard Schröder ist nicht der erste Bundeskanzler, der in seiner Amtszeit mit Schlägen, Eiern oder Farbbeuteln angegriffen wurde. Hier die Chronologie der spektakulärsten Fälle:

Am 7. November 1968 ohrfeigt die Deutsch-Französin Beate Klarsfeld Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger während eines CDU-Parteitags in Berlin, nachdem sie ihn schon früher als "Nazi und Mörder" bezeichnet hatte. Sie wird zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr verurteilt, die später auf vier Monate mit Bewährung herabgesetzt wird.

"Das ist für die Politik im Osten"

Ein 22-jähriger Student gibt am 24. September 1971 Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) in München auf offener Straße eine Ohrfeige. "Das ist für die Politik im Osten", begründet er seine Tat.

Am 11. Mai 1991 wird Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) in Halle in Sachsen-Anhalt von jugendlichen Demonstranten mit Eiern, Tomaten und Farbbeuteln beworfen. Mitarbeiter und ein Absperrgitter hindern ihn daran, gegen einen der Protestierer tätlich vorzugehen.

Schlag ins Gesicht

Am 2. Dezember 1993 schlägt ein 48-jähriger Mann Bundespräsident Richard von Weizsäcker vor dem Hamburger Thalia-Theater ins Gesicht. Der aus dem St.-Pauli-Milieu stammende Täter wird zu einer Haftstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt.

Am 1. September 1996 wird Kanzler Kohl erneut Opfer eines Eier-Wurfs: Bei einem Fest zum 40-jährigen Bestehen des Kernforschungszentrums Jülich in Nordrhein-Westfalen trifft ihn ein 19-jähriger Aachener an der Schulter und beschmutzt sein Jackett.

Süßer Angriff mit Schokoladentorte

Während einer CDU-Wahlkampfveranstaltung am 15. September 1998 in Berlin wirft ein junger Mann eine Schokoladentorte auf Bundesfamilienministerin Claudia Nolte (CDU). Dabei wird ihr Jackett beschmutzt.

Am 13. Mai 1999 wird Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) durch ein Wurfgeschoss verletzt. Während einer kontroversen Debatte über das NATO-Bombardement Jugoslawiens auf dem Grünen- Sonderparteitag in Bielefeld wird er von einem Farbbeutel am rechten Ohr getroffen und erleidet einen Trommelfell-Riss. Der 36 Jahre alte Täter wird zu 3600 Mark (1840 Euro) Geldstrafe verurteilt.

DPA / DPA