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Asylbewerber in Deutschland Bewilligte Asylanträge auf Rekordhoch


Die Zahl der bewilligten Asylanträge in Deutschland ist auf Rekordhoch - vor allem Bewerbern aus dem Irak und Syrien wird Schutz gewährt. Die Behörden haben mit der Antragsflut Schwierigkeiten.

In Deutschland sind 2014 bereits jetzt mehr Asylanträge bewilligt worden als in den Jahren zuvor. Über 29.000 Asylbewerbern wurde in diesem Jahr Schutz gewährt, fast einem Drittel der Antragsteller, heißt es im aktuellen Monatsbericht des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF). Der Großteil der Bewerber, die Asyl bekamen, stammt demnach aus den Krisengebieten Syrien, Afghanistan und Irak.

In den Jahren zuvor waren die Zahlen der erfolgreichen Asylanträge laut BAMF deutlich geringer: 2013 bewilligten die Behörden 20.128 Anträge, 2012 waren es 17.140, 2011 knapp 10.000. In diesem Jahr wurden allein im dritten Quartal 9582 Asylanträge genehmigt, heißt es in einer am Freitag bekannt gewordenen Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion.

Angesichts der anhaltenden weltweiten Konflikte ist der Andrang von Flüchtlingen ungebrochen: Wie das Bundesinnenministerium am Freitag bekanntgab, beantragten von Januar bis Oktober 2014 mehr als 158.000 Menschen in Deutschland Asyl. Im Vorjahreszeitraum hatte es nur knapp mehr als 100.000 Anträge gegeben. Allein im Oktober wurden demnach mehr als 21.000 Asylanträge gestellt, 39,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Asylverfahren dauern im Schnitt 8,4 Monate

Seit Januar hat das BAMF über mehr als 99.500 Asylanträge entschieden, im gleichen Vorjahreszeitraum waren es knapp mehr als 65.000 gewesen. Zehntausende Anträge warten noch auf Bearbeitung.

Aus der Antwort der Bundesregierung an die Linksfraktion werden ebenfalls die Schwierigkeiten der Behörden angesichts der Antragsflut deutlich. Im Schnitt dauert es demnach inzwischen 8,4 Monate, bis über einen Antrag entschieden wird. Bei der letzten Erhebung im Sommer waren es noch 6,9 Monate gewesen. Über Angaben der Bundesregierung an die Linke hatte zunächst "Spiegel Online" berichtet.

Die Linken-Innenpolitikerin Ulla Jelpke bezeichnete es in Berlin als "unerträglich, dass sich die Asylverfahren immer weiter in die Länge ziehen". Der Anteil der schutzbedürftigen Flüchtlinge sei so hoch wie nie. Sie forderte, insbesondere Anträge von Syrern, Irakern und Somaliern, die derzeit zu fast hundert Prozent anerkannt würden, beschleunigt zu bearbeiten. Die bislang vorgesehenen 300 neuen Stellen für das BAMF reichten "vorne und hinten nicht". Nach Angaben der Linken-Abgeordneten geht selbst die Behörde von einem zusätzlichen Bedarf von 900 Stellen aus.

Flüchtlingsunterkünfte in Gewerbegebieten

Um für die Vielzahl der nach Deutschland kommenden Flüchtlinge schneller Unterkünfte errichten zu können, werden derweil bürokratische Hemmnisse gelockert: Nach dem Bundestag billigte am Freitag der Bundesrat Änderungen im Baugesetzbuch, mit der die planungsrechtlichen Verfahren für Flüchtlingsunterkünfte vorübergehend vereinfacht werden.

Mit der Neuregelung soll erreicht werden, dass auch Geschäfts-, Büro- und Verwaltungsgebäude rascher zur Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden können. Die Unterkünfte sollen auch in Gewerbegebieten entstehen können.

amt/AFP AFP

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