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ATOMTRANSPORT: Castor gestartet

Der Castortransport mit Atommüll aus dem stillgelegten Kernkraftwerk Rheinsberg ist unter starken Sicherheitsvorkehrungen gestartet.

Der Castortransport mit Atommüll aus dem stillgelegten Kernkraftwerk Rheinsberg in Brandenburg ist am Mittwochmorgen unter starken Sicherheitsvorkehrungen gestartet. Der Zug mit den vier Behältern fuhr um 6.40 Uhr in Begleitung einer Hundertschaft des Bundesgrenzschutzes leicht verspätet vom Kraftwerksgelände ab. Proteste vor Ort gab es nicht. Die 264 Brennstäbe werden ins Zwischenlager Lubmin bei Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern gebracht. Dies ist die Voraussetzung für den kompletten Rückbau des 1990 abgeschalteten ältesten deutschen Atomkraftwerks.

Zur Sicherung der Strecke hat der BGS Beamte aus neun Bundesländern zusammengezogen. In einem Korridor von jeweils 50 Metern zu beiden Seiten der Gleise sind Kundgebungen verboten. Nahe dem Bahnhof Herzberg, wo sich die bislang geheim gehaltene weitere Route des Transports entscheidet, kam es nach Angaben von Atomkraftgegnern am Morgen zu Demonstrationen. In Grieben wurde eine Sitzblockade mit etwa 20 Teilnehmern von der Polizei schnell aufgelöst.

Als mögliche Strecken des Castortransports gelten die Routen über Pasewalk und Anklam oder die weiter nordwestlich verlaufende Variante über Demmin und Stralsund nach Lubmin. Die Fahrt wird - bei planmäßigem Verlauf - sieben bis acht Stunden dauern. Das mit sowjetischer Technik ausgestattete Kernkraftwerk Rheinsberg war vor 35 Jahren in Betrieb genommen worden. Es soll bis zum Jahr 2010 komplett abgerissen werden.