VG-Wort Pixel

Scharfe Worte des Außenministers Maas attackiert Trump: "Nichts davon wird die Welt besser, sicherer oder friedlicher machen"

Heiko Maas attackiert Trump: "Nichts davon wird die Welt besser, sicherer oder friedlicher machen"
Trump nehme "bewusst in Kauf, dass die Nachteile sich unmittelbar in Europa" auswirkten, so Außenminister Heiko Maas (Archivbild)
© Sina Schuldt / DPA
Unmittelbar vor dem G7-Gipfel in Kanada hat die Bundesregierung ihre Kritik an den außenpolitischen Alleingängen von Donald Trump deutlich verschärft. Außenminister Heiko Maas zählte den US-Präsidenten in einem Interview wortreich an.

Mit scharfen Worten hat Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) auf den außenpolitischen Kurs von US-Präsident Donald Trump reagiert. Dessen Nein zum Klimavertrag, die Kündigung des Iran-Abkommens und die Zoll-Angriffe seien allesamt einseitige Entscheidungen zum Schaden Europas, kritisierte der SPD-Politiker in der "Süddeutschen Zeitung". Trump nehme "bewusst in Kauf, dass die Nachteile sich unmittelbar in Europa" auswirkten. Die Differenzen mit den USA "können wir nicht mehr unter den Teppich kehren", sagte er.    

"Wir erleben eine sehr weit reichende Veränderung", betonte Maas. Trump wende sich ab von der multilateralen Ordnung und handele nur noch einseitig nach US-Interessen. Der US-Präsident verfolge eine Linie, bei der ein Land über das andere gestellt werde. "Nichts davon wird die Welt besser, sicherer oder friedlicher machen", warnte der Außenminister. Trumps Abkehr vom Iran-Abkommen
sei besonders kritisch zu sehen. "Wir waren gewohnt, dass man sich auf das verlassen konnte, was vereinbart wurde. Das hat sich
grundlegend verändert."

Heiko Maas will sich um neue Bündnisse bemühen

Der Außenminister versicherte, dass die USA "außerhalb Europas unser engster Partner bleiben". Allerdings müsse sich die EU um neue Bündnisse zu bemühen. Nötig sei vor allem ein "Bündnis derer, die die multilaterale Weltordnung erhalten wollen". Maas sieht hierbei Kanada, aber auch an Staaten in Afrika, Lateinamerika und Asien als potenzielle Partner. Maas sagte zudem, er befürworte die Schaffung eines europäischen Sicherheitsrates.    

Zu der für Freitag geplanten Wahl Deutschlands in den UN-Sicherheitsrat sagte Maas: "Wir brauchen funktionierende Vereinte Nationen." Andere wollten die Organisation schwächen, Deutschland aber wolle verhindern, dass die UNO immer mehr an Einfluss verliere. Maas war bereits am Donnerstag nach New York gereist, um der deutschen Kandidatur Nachdruck zu verleihen. Es gilt als sicher, dass Deutschland für die kommenden beiden Jahre im mächtigsten UN-Gremium einen Sitz erhält.

fs DPA AFP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker