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Reaktionen auf Bachmann-Rücktritt Pegida-Sprecherin Oertel: "Es geht so weiter wie bisher"


Mit seinem "Hitler-Selfie" und ausländerfeindlichen Sprüche hat Pegida-Organisator Lutz Bachmann sein wahres Gesicht gezeigt. So sehen es seine Kritiker. Reaktionen auf Bachmanns Rücktritt.

Ein Foto in Hitler-Pose und ausländerfeindliche Sprüche: Aus Sicht von Vertretern der Grünen und Linken hat Pegida-Organisator Lutz Bachmann sich selbst entlarvt. In ersten Reaktionen auf seinen Rücktritt sehen sich die Politiker in ihrer Einschätzung der islamfeindlichen Bewegung bestätigt.

"Pegida ist und bleibt eine rassistische Veranstaltung", sagte Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth (Grüne) der "Berliner Zeitung". Sie warnte davor, "sich von einem möglichen Rückzug Bachmanns aus der ersten Reihe in Dresden blenden zu lassen".

Linksfraktionsvize Dietmar Bartsch wertete den Rücktritt Bachmanns als Beleg für die Haltung von Pegida. "Die rassistischen Äußerungen des Pegida-Gründers Bachmann haben gezeigt, wes Geistes Kind die Organisatoren dieser Hass-Bewegung sind", sagte er dem Berliner "Tagesspiegel". "Wer jetzt noch diesen geistigen Brandstiftern nachläuft, macht sich mit ihnen und ihren Positionen gemein."

Auch AfD-Chef Bernd Lucke äußerte sich zum Rücktritt des Pegida-Vorsitzenden. Bachmann sei "von Anfang an eine zwielichtige Figur" gewesen, sagte er der "Rheinischen Post" und zog eine Trennlinie zwischen AfD und Pegida. "Diese Personalie ist das Problem von Pegida und nicht von der AfD", betonte er.

Bachmann hetzte auch gegen Roth

Ein Foto Bachmanns mit Hitler-Bart und ausländerfeindliche Facebook-Einträge hatten eine Welle der Empörung ausgelöst. In den Posts bezeichnete er Ausländer als "Viehzeug", "Gelumpe" und "Dreckspack". Am Mittwochabend hatte der 41-Jährige alle Ämter niedergelegt. Gegen ihn wird wegen Volksverhetzung ermittelt.

Auch gegen Claudia Roth hatte Bachmann zuvor auf Twitter gehetzt:

Pegida-Sprecherin: Nachfolge noch nicht entschieden

In seiner Rücktritts-Erklärung entschuldigte sich Bachmann: "Es tut mir leid, dass ich damit den Interessen unserer Bewegung geschadet habe", sagte er. Nun muss sich die islamkritische Bewegung neu formieren.

Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel geht davon aus, dass die Arbeit der Organisation nach dem Rücktritt Bachmanns "genauso weitergeht wie bisher". Bachmanns Rücktritt sei "die einzige mögliche Konsequenz" gewesen, sagte sie dem "Tagesspiegel". Über die Nachfolge an der Spitze der Bewegung sei noch nicht entschieden. Der Vorstand bestehe aus zwölf gleichberechtigten Mitgliedern. Zwar sei es nach dem deutschen Vereinsrecht notwendig, einen Vorsitzenden zu wählen, doch das sei "nur eine Formsache und hat keine Bedeutung", sagte sie.

lie/DPA DPA

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