BEISETZUNG Trauerfeier im Speyerer Dom


Hannelore Kohl soll am kommenden Mittwoch nach einer Trauerfeier im Speyerer Dom in Ludwigshafen beigesetzt werden. In rheinland-pfälzischen Behördenkreisen wurde indes bestätigt, dass die 68-Jährige sich mit einer Überdosis Tabletten umgebracht hat.

Hannelore Kohl soll am kommenden Mittwoch nach einer Trauerfeier im Speyerer Dom in Ludwigshafen beigesetzt werden. Altkanzler Helmut Kohl hielt sich am Freitag im Wohnhaus der Familie auf und bereitete die Beerdigung vor. Die CDU legte in ihrer Berliner Parteizentrale ein Kondolenzbuch aus. Die 68-Jährige hatte sich in der Nacht zum Donnerstag mit einer Überdosis Medikamenten das Leben genommen.

Die Leiche von Hannelore Kohl wurde am Freitagmittag aus dem Wohnhaus in der Marbacher Straße abgeholt. Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens trugen gegen 13.00 Uhr einen Sarg heraus und transportierten ihn mit einem Leichenwagen ab. Nach inoffiziellen Angaben soll für Hannelore Kohl am kommenden Mittwoch im Speyerer Dom ein Requiem gesungen werden.

Ludwigshafener Bürger gaben am Morgen mit Blumen ihrer Trauer um die Verstorbene Ausdruck. Passanten legten die Blumen unweit des Wohnhauses ab oder übergaben sie den Polizisten, die die immer noch abgesperrte Straße bewachten. Der 71-jährige Kohl blieb auch nach dem Abtransport der Leiche zunächst noch in seinem Haus.

Staatsanwaltschaft schließt Ermittlungen ab

Polizei und Staatsanwaltschaft erklärten am Freitag, die Ermittlungen zum Tod von Hannelore Kohl seien abgeschlossen. Es werde keine weiteren Erklärungen über die Todesumstände geben. In rheinland-pfälzischen Behördenkreisen wurde bestätigt, dass die 68-Jährige sich mit Tabletten umgebracht hat. Die Ehefrau des Altkanzlers habe sich offenbar aus mehreren Medikamenten einen Brei gemischt und diesen eingenommen. Wegen ihrer Lichtallergie musste Hannelore Kohl seit längerem starke Schmerzmittel nehmen.

Bundestagspräsident Wolfgang Thierse würdigte in einem Beileidsschreiben an Helmut Kohl das »leidenschaftliche Engagement in vielfältigen humanitären Initiativen« von Hannelore Kohl. Dies habe großen Respekt und Sympathie im In- und Ausland hervorgerufen. »Unzählige unfallverletzte Menschen verdanken der Verstorbenen Linderung und Rehabilitation« schrieb Thierse.

Im Namen der deutschen Bischofskonferenz sprach der Mainzer Kardinal Karl Lehmann Kohl sein Beileid aus: »Sie dürfen sicher sein, dass wir der Verstorbenen im Gebet, besonders in der Eucharistiefeier gedenken.« annelore Kohl habe sich in ihrem Leben selbst zurück gestellt und ihrem Mann bei der Erfüllung seiner Aufgaben eindrucksvoll geholfen. Die 68-Jährige sei daher eng mit der Lebensleistung des Altkanzlers verbunden.

Keine Obduktion

Hannelore Kohl hatte sich in der Nacht zum Donnerstag das Leben genommen. Auslöser war ihre hoffnungslose gesundheitliche Lage. Die Frau des Exkanzlers litt seit sieben Jahren an einer extremen Form von Lichtallergie. In den vergangenen 15 Monaten hatte sie das Wohnhaus in Ludwigshafen nur noch nachts verlassen können. Nach einer Erklärung von Kohls Büro litt sie unter immer stärkeren Schmerzen und einer zunehmenden körperlichen Schwäche.

Hilde Seeber, die Frau von Kohls langjährigem Chauffeur Eckhard Seeber, die sich um den Haushalt kümmerte, fand Hannelore Kohl am Donnerstag gegen 11.15 Uhr. Die Staatsanwaltschaft schloss ein Fremdverschulden am Tod der Ehefrau von Helmut Kohl aus. Eine Obduktion sei nicht notwendig, erklärte der Chef der Staatsanwaltschaft Frankenthal, Lothar Liebig. Am Bett der Toten waren zwei Abschiedsbriefe gefunden worden.


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