HOME

Sorge vor Konflikten: Besuch in Russland: Sigmar Gabriel will das Wettrüsten stoppen

Außenminister Sigmar Gabriel trifft in Russland auf seinen Kollegen Sergej Lawrow, um über internationale Konflikte zu sprechen. Auch ein Treffen mit Staatsoberhaupt Wladimir Putin ist geplant.

Sigmar Gabriel und Sergej Lawrow in Moskau, Russland

Zu Besuch in Russland: Sigmar Gabriel (r.) mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel ist zur Zeit für Antrittsbesuche in Russland. Mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow möchte er über internationale Konflikte sprechen, auch ein Treffen mit Staatsoberhaupt Wladimir Putin im Kreml ist geplant.

Der deutsche Außenminister verwies im Vorfeld auf die wieder zunehmenden Kämpfe in der Ost-Ukraine und fordert konkrete Abrüstungsschritte in Europa. Bei seinem Treffen mit dem russischen Außenminister sagte er mit Blick auf Truppenstationierungen und Rüstungsinvestitionen der Nato und Russlands: "Wir haben die Sorge, dass wir zu einer neuen Aufrüstungsspirale kommen."

Russland verlegt Zehntausende Soldaten

Die Nato verlagert derzeit als Reaktion auf die Ukraine-Krise 4000 Soldaten ins Baltikum und nach Polen.

Gabriel hatte dazu am Mittwoch bei einem Besuch in Polen gesagt: "Wenn Sie sich anschauen, welche gewaltige Militärmaschinerie dem gegenüber steht, dann kann man glaube ich nicht davon reden, dass die Nato oder der Westen eine Aufrüstungsspirale begonnen hätte." Moskau verlegt derzeit ebenfalls Zehntausende Soldaten an seine Westgrenze.

Gabriel war am Mittwochabend in Russland eingetroffen, nachdem er zuvor Polen besucht hatte. Vor Ankunft hatte er bereits gefordert, den Nato-Russland-Rat wieder regelmäßig tagen zu lassen und Gespräche über eine Risikovermeidung im Ostseeraum zu führen. Dort kommen sich die Streitkräfte Russlands und der Nato bedrohlich nahe. Die Nato hatte ihre Beratungen mit Russland nach der Annexion der Krim für zwei Jahre ausgesetzt. Jetzt tagt der gemeinsame Rat nur unregelmäßig.

sve / DPA / AFP