HOME

Bill Clinton: Ein Expräsident auf Weltrettungstour

Mit Tausenden Zuschauern hatten die Veranstalter gerechnet. Doch als der ehemalige US-Präsident Bill Clinton die Color Line Arena in Hamburg betrat, waren nur wenige Hundert da, um ihm zu lauschen, wie er über seine Frau Hillary, seine Jagd nach bin Laden und seine Weltrettungsversuche spricht.

Von Alexandra Kraft

Hans Blix hat es an diesem Abend nicht leicht. Die Color Line Arena in Hamburg ist nicht einmal halb voll und die schätzungsweise 500 Zuschauer, die da sind, warten auch nur auf den eigentlichen Star des Abends. Der heißt William J. Clinton, besser bekannt als Bill Clinton, der 42. Präsident der Vereinigten Staaten. Heute ist er beliebter Polit-Rentner und um den Erdball jettender Weltverbesserer.

Blix war einst immerhin Leiter der UNMOVIC, einer UN-Behörde zum Aufspüren von Massenvernichtungswaffen im Irak. Nun tritt er als eine Art Vorgruppe für Clinton auf. Thema der Veranstaltung: Globalisierung, Klimawandel, Armut und Weltfrieden. All das soll Werbung sein für Clintons zahlreichen Hilfsprojekte. Ein weites Feld also.

Höflichkeitsapplaus für Blix

Der Applaus für Blix beim Betreten der Bühne fällt höflich aus. Mehr nicht. Einige tippen auf ihren Handys herum, manche blättern gelangweilt in der Zeitung. Blix redet über drei Liter-Autos, fordert mehr Atom-Kraftwerke zum Schutz des Weltklimas und sagt immer wieder: "Es gab und gibt keinen Grund für die Invasion der Amerikaner in den Irak." Steht da oben auf der Bühne zwischen Yucca Palmen und Schilfgras, liest von seinem Manuskript ab, und als er nach einer halben Stunde wieder von der Bühne geht, ist der Applaus ähnlich höflich wie zu Beginn.

Mit einigen Tausend Zuschauern rechneten die Veranstalter eigentlich, schließlich hatte es der Dalai Lama ja im Juli vorgemacht, als er vor zehntausend Anhängern im Stadion am Rothenbaum in Hamburg sprach. Da sollte doch für einen echten, zwar ehemaligen amerikanischen Präsidenten kein Problem sein, die Halle voll zu bekommen. Aber auch nach "Anheizer" Blix bleiben viele Plätze leer. Der größte Teil der Arena wurde schon vorher mit schwarzen Tüchern zugehängt. Eintrittspreise von 80 bis über 200 Euro sind viel Geld um zwei ehemaligen Politikern dabei zuzuhören, wie sie die Welt verbessern würden.

Clinton als Weltretter

Dann biegt Bill Clinton um die Ecke. In knittrigen, viel zu großen grauen Anzug, mintgrüner Krawatte, braunen Schuhen und blauen Socken. Farblich gewagt, aber den Zuschauern ist es egal. Sie springen auf, klatschen laut und lange. Mit leicht gesenktem Kopf spurtet er locker und dynamisch ans Rednerpult. Dann legt er auch schon los. Eine Stunde lang redet er. Und schnell ist klar, da oben steht einer, der einen neuen Sinn im Leben gefunden hat. Er will die Welt retten. Nicht weniger.

Vor fünf Jahren gründete Clinton die "Clinton-Stiftung" und inzwischen ist er aussichtsreicher Bewerber um den Titel als "Größter Wohltäter aller Zeiten". Er sammelt Geld für den Kampf gegen Aids, setzte 2004 in Verhandlungen mit Arzneimittelherstellern eine drastische Preissenkung für Aids-Medikamente in 122 Ländern durch, unterstützte die Opfer des Hurrikans Katharina und kämpft nebenbei gegen den Klimawandel. Und schreibt Bücher mit Titeln wie "Giving - How each of us can change the world" (Wie jeder von uns die Welt verändern kann.

"Zu viel gesehen, um untätig zu vorbei zu gehen"

In Hamburg ist er charismatischer Redner, dem es egal scheint, wie viele oder wenig Leute vor ihm sitzen. Er kennt unglaublich viele Details, Zahlen und Fakten. Ohne die Zuhörer damit zu ermüden. Seiner rauchigen Stimme hört man gerne zu. Die Globalisierung ist sein Lieblingsthema. Er hat viel gesehen in seinem Leben, viele Schicksale, viele Tragödien, viel Brutalität. "Zu viel, um untätig daran vorbei zu gehen", erklärt er.

In den letzten fünf Wochen ist Clinton rund um die Welt gereist. Hamburg ist die elfte Station auf seiner Wohltätigkeitstingel-Tour. Der 61-Jährige plaudert charmant und ohne Manuskript. Sagt Sätze wie: "Ich glaube, ich war ein sehr guter Präsident." Gibt Fehler zu: "Ich bin gescheitert beim Versuch Osama Bin Laden töten zu lassen." Und bedauert zutiefst: "Keinen Frieden im Mittleren Osten hinbekommen zu haben." Dazwischen trinkt er Wasser aus einer Plastikflasche und fordert die Reduzierung der amerikanischen Truppen im Irak "aus vielen verschiedenen Gründen". Und falls seine Frau wirklich Präsidentin werden sollte, will er dann das tun, was sie ihm sage. "Wie ich es schon lange tue."

Zum Abschied salutiert er - wie in guten und schlechten amerikanischen Filmen - in Richtung Zuschauer, bleibt dann mit seinen sieben Sicherheitsbeamten am Rand der Absperrung stehen, gibt minutenlang Autogramme, schüttelt Hände und nimmt eine Frau sogar fest in den Arm, die ihm einen rosa Kristall gibt. Und dann ist er weg.

Themen in diesem Artikel
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(