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Kampf gegen Pandemie Taskforce für Corona-Tests: Ausgerechnet Verkehrsminister Andreas Scheuer soll jetzt Jens Spahn helfen

Die beiden Bundesminister Jens Spahn und Andreas Scheuer haben zuletzt eher glücklos agiert. Dennoch sollen sie eines der wichtigsten Projekte im Kampf gegen die Pandemie leiten: die Beschaffung von Corona-Tests. Kritik und Häme folgen prompt.  

Eigentlich hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schon vor einigen Wochen angekündigt, dass mit März-Beginn umfassende Corona-Tests zur Verfügung stehen würden. Doch erst jetzt formiert sich eine Arbeitsgruppe, die die Beschaffung der Tests organisieren wird. An der Doppelspitze der Taskforce werden nach Willen der Bundesregierung Jens Spahn und Verkehrsminister Andreas Scheuer stehen.

Gemeinsam mit Vertretern aus der Testlogistik sowie mit Produzenten, Handel und der Logistikbranche sollen die beiden Bundesminister die größtmögliche Verfügbarkeit und zügige Lieferung einschließlich Selbsttests für die öffentliche Hand sicherstellen, wie Bund und Länder in ihrem Öffnungskonzept beschlossen haben. Jeder Bürger solle sich einmal pro Woche kostenlos testen lassen können. "Dieses Angebot gilt ab dem 8. März, und die entsprechenden Testzentren werden vor Ort dafür zur Verfügung gestellt", kündigte Bundeskanzlerin Angela Merkel an.

RTL und ntv: Spahn hat noch keine Tests bestellt

Ziel soll es sein, mit Schnell- und Selbsttests die geplanten Lockerungen des Corona-Lockdowns abzusichern. Laut Merkel liege der monatliche Bedarf bei bis zu 150 Millionen Schnelltests, Hersteller hätten angegeben, bis zu 40 Millionen Stück pro Woche liefern zu können, auch wenn es im März noch eng werden könnte. Nach Informationen von RTL und ntv sind die Tests aber noch gar nicht in großem Maß vorhanden: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn soll bislang keine Bestellung von Selbsttests in Auftrag gegeben haben. Zudem verzögere sich die Lieferung der bereits georderten Schnelltests.

Für Irritationen sorgt nicht nur die Untätigkeit bei der Bestellung der Tests, sondern auch der Umstand, dass ausgerechnet Verkehrsminister Scheuer mit der Taskforce-Leitung betreut wurde. Der CSU-Mann ist wegen seiner unglücklichen Amtsführung schon länger angezählt. Zum einen steht er im Zentrum des Pkw-Maut-Debakels: Die Opposition wirf ihm vor, Verträge mit Betreibern abgeschlossen zu haben, bevor Rechtssicherheit bestand. Das habe einen Schaden von fast einer halben Milliarde Euro verursacht. Zum anderen wird ihm die geplatzte Novelle der Straßenverkehrs-Ordnung aufgrund von Formfehlern angelastet.

Hähme in den sozialen Netzen

Entsprechend sorgte die Nachricht, dass er zusammen mit dem zunehmend glücklos agierenden Gesundheitsminister Spahn die Beschaffung von Corona-Tests organisieren soll, für Kopfschütteln und beißenden Spott in sozialen Medien:

nik

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