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BUNDESPARTEITAG: FDP zeigt sich vor Parteitag uneinig

Unmittelbar vor dem Düsseldorfer FDP-Parteitag sind sich die Liberalen weiterhin uneinig über den von Jürgen Möllemann geforderten Kanzlerkandidaten.

Unmittelbar vor dem Düsseldorfer FDP-Parteitag sind sich die Liberalen weiterhin uneinig über den von NRW-Landeschef Jürgen Möllemann geforderten Kanzlerkandidaten. Die designierte FDP-Generalsekretärin Cornelia Pieper sagte dem Berliner »Tagesspiegel«, sie sei nicht gegen einen Kanzlerkandidaten. »Aber es kann nur einen Spitzenkandidaten geben, Guido Westerwelle.«

In Düsseldorf steht die Wahl der Parteiführung im Mittelpunkt. Der 39-jährige bisherige FDP-Generalsekretär Westerwelle soll als Parteichef Wolfgang Gerhardt nachfolgen, der die FDP seit 1995 führte. Gerhardt bleibt Vorsitzender der Bundestagsfraktion.

Grundsätzlich für die Nominierung eines eigenen Kanzlerkandidaten ist auch die bayerische FDP-Chefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. »Ich werde mich auf dem Parteitag für das Projekt und damit auch für den Kanzlerkandidaten aussprechen«, sagte sie am Freitag kurz im Deutschlandradio Berlin.

Leutheusser-Schnarrenberger, die Mitglied im Parteipräsidium ist, unterstrich die Notwendigkeit, den nordrhein-westfälischen FDP-Chef Jürgen Möllemann in die Parteiführung einzubinden. »Er ist sehr wohl einer, der auch im Team spielen und kämpfen kann. Dass er manchmal gerne vorausstürmt, ist auch in einem Team zulässig.« Möllemann soll einer der Stellvertreter des künftigen FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle werden.

Umfrage sieht Westerwelle vorne

Laut einer Umfrage dürfte der designierte Vorsitzende Westerwelle aus dem am heutigen Freitag beginnenden Parteitag entschieden gestärkt hervorgehen. Wie das forsa-Institut im Auftrag des Nachrichtensenders N24 ermittelte, sehen 59 Prozent der Bundesbürger in Westerwelle den Machtfaktor in der FDP. 21 Prozent der 1.010 Befragten gaben an, der nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Jürgen Möllemann sei der starke Mann der Liberalen. Bei der Umfrage wurde ferner mehrheitlich die Meinung vertreten, dass die FDP auch unter Westerwelle nicht den Sprung zu einer Volkspartei schaffen werde. Für 79 Prozent der Befragten wird die FDP demnach eine Partei für bestimmte Interessengruppen bleiben, lediglich 14 Prozent billigen ihr das Potenzial einer neuen Volkspartei zu.

Westerwelle hatte sich nach Beratungen der Führungsgremien am Donnerstag in Düsseldorf erneut skeptisch über einen eigenen FDP-Kanzlerkandidaten geäußert. Die Delegierten stimmen am Samstag über die von Möllemann initiierte »Strategie 18« ab, die auch die Nominierung eines eigenen Kanzlerkandidaten beinhaltet. Möllemann hatte wiederholt Ambitionen auf einen solchen Posten geäußert. Seine Forderung, das ehrgeizige Wahlziel von 18 Prozent bei der Bundestagswahl 2002 vorzugeben und auf eine Koalitionsaussage zu verzichten, wird aber weitgehend unterstützt.

Pieper lehnte unterdessen die Nominierung von Möllemann zum führenden Wahlkampfmanager ihrer Partei ab. Das Wahlkampfmanagement sei Sache von Parteichef und Generalsekretärin. »Aber im Team ist Jürgen Möllemann mit seinen lustigen Ideen unverzichtbar.« Die stellvertretende FDP-Chefin aus Halle (Sachsen-Anhalt) soll beim Parteitag Westerwelle als Generalsekretärin nachfolgen.