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Massaker in Butscha Medienbericht: BND fängt Funksprüche russischer Truppen ab – Morde an Zivilisten folgten wohl einer Strategie

In Butscha haben russische Truppen ein Massaker angerichtet
Menschen gehen an zerstörten russischen Panzern in Butscha vorbei
© Filipe Dana / AP / DPA
Das Massaker von Butscha erschüttert auch Tage nach dem grausigen Fund. Jetzt legen Funksprüche russischer Truppen nahe, dass die Bluttat mit Absicht verübt wurde. Sie könnten Teil der russischen Kriegsstrategie sein.

Zahlreiche Tote, teilweise mit auf dem Rücken festgebundenen Händen und Anzeichen von Folter: Die Bilder aus dem Vorort Butscha bei Kiew schockieren auch Tage, nachdem russische Truppen die Region verlassen haben, und die Spuren eines Massakers zurückließen. Zahlreiche Zivilisten wurden ermordet. Was bleibt, ist die Frage nach dem warum. Welchen Zweck sollen solche Gräueltaten dienen?

Dazu gibt es jetzt neue Erkenntnisse. Der Bundesnachrichtendienst (BND) hat einem "Spiegel"-Bericht zufolge Funksprüche russischer Militärs abgefangen. In der abgehörten Funk-Kommunikation würden Morde an Zivilisten in Butscha besprochen, einzelne Funksprüche sollen sich auch in Butscha fotografierten Leichen zuordnen lassen: Darüber informierte der BND nach Informationen des "Spiegel" vom Donnerstag bereits die zuständigen parlamentarischen Stellen in Berlin.

Morde an Zivilisten bei russischen Truppen offenbar üblich

Die Aufnahmen des BND legen nach den Informationen des Magazins den Schluss nahe, dass es sich bei den Gräueltaten weder um Zufallstaten handele noch um Aktionen einzelner aus dem Ruder gelaufener Soldaten: Vielmehr lege das Material nahe, dass Morde an Zivilisten Teil des üblichen Handelns der russischen Militärs geworden seien, möglicherweise sei es Teil einer Strategie. Es gehe darum, unter der Zivilbevölkerung Angst und Schrecken zu verbreiten und Widerstand zu ersticken.

In dem Ort Butscha waren nach dem Abzug russischer Militärs am Wochenende ein Massengrab und zahlreiche auf offener Straße liegende Leichen entdeckt worden. Die russische Regierung dementierte vehement, dass russische Kräfte für diese Kriegsverbrechen verantwortlich seien. Moskau spricht von gefälschten Fotos und Videos. Die Abhör-Erkenntnisse des BND könnten die Dementis aus Moskau möglicherweise entkräften.

Im Einzelnen sollen zu den BND-Erkenntnissen laut "Spiegel" Funksprüche gehören, die zu Auffindeorten von Leichen passen, die entlang der Hauptstraße gefunden wurden. So soll in einem Funkspruch ein Soldat einem anderen schildern, er und seine Kollegen hätten eine Person von ihrem Fahrrad geschossen. Ein Bild einer Leiche mit ihrem Fahrrad ging um die Welt. In einem anderen Funkspruch soll ein Mann sagen: Man befrage Soldaten zunächst, dann erschieße man sie, wie der "Spiegel" berichtete.

cl AFP

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