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Nach der Wahl?: Wer könnte bei der FDP Finanzminister?

"Die FDP sollte in keine Regierung eintreten, in der sie nicht den Finanzminister stellt", sagte FDP-Vorstandsmitglied Alexander Hahn. Doch wer käme dafür überhaupt infrage?

Wer könnte bei der FDP Finanzminister?

Die Personaldecke ist dünn. Wer könnte bei der FDP überhaupt den Job des Finanzministers übernehmen?

Die greift nach der Macht: Wenn die Liberalen nach der Wahl am Sonntag in die neue Bundesregierung einzögen, sollten sie das Finanzministerium beanspruchen, findet Vorstandsmitglied Alexander Hahn. In diesem Schlüsselressort könnte die FDP in der Tat wichtige Weichen für Steuerentlastungen oder Bildungsausgaben stellen. Fraglich ist aber, wer bei den Liberalen den Posten übernehmen könnte: Nach vier Jahren außerhalb des Bundestages ist die Personaldecke der Liberalen recht dünn.   

Christian Lindner

Der Parteivorsitzende hat schon deutlich gemacht, dass er nach der Bundestagswahl seinen bisherigen Themenschwerpunkten treu bleiben will - dazu gehören auch die Bereiche Wirtschaft und Finanzen. Fraglich ist allerdings, ob sich der 38-jährige Chef der Liberalen mit dem Finanzressort zufrieden geben würde. Denn der Posten ist zwar einflussreich, verlangt aber auch viel Kabinettsdisziplin. Ohnehin werden Lindner Ambitionen nachgesagt, dass er lieber als Partei- und Fraktionschef agieren will, um das Profil der FDP zu schärfen.

Volker Wissing

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister hätte allemal das Zeug für das Finanzressort im Bund, denn er gilt als einer der FDP-Finanzexperten schlechthin. Er war von 2009 bis 2011 Vorsitzender des Finanzausschusses, 2010 übernahm er zusätzlich den Posten des finanzpolitischen Sprechers, 2011 außerdem den des Vizefraktionschefs. Bei einem Wechsel nach würde der 47-jährige Jurist aber eine Lücke in Rheinland-Pfalz hinterlassen, wo er auch FDP-Landeschef ist.

Werner Hoyer

Der Präsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) wäre ein prominenter Kandidat von außen mit bedeutsamer FDP-Karriere. Der 65-jährige Volkswirt war von 1993 bis 1994 Generalsekretär der Liberalen, bevor er im selben Jahr Staatsminister im Auswärtigen Amt wurde. Diesen Posten übernahm er 2009 erneut unter dem früheren Außenminister Guido Westerwelle, seit 2012 ist er Chef der EIB. Gegen eine Rückkehr nach Berlin spricht allerdings, dass Hoyers Vertrag bei der EIB erst im Juli diesen Jahres verlängert worden war.

Carl-Ludwig Thiele

Als prominenter Kandidat von außen käme auch Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele infrage. Er saß von 1990 bis 2000 im , war dort Mitglied des Haushaltsausschusses und von 1994 bis 1998 Vorsitzender des Finanzausschusses. Von 2002 bis 2010 war er zudem Vizechef der FDP-Fraktion. In der Führung der Bundesbank ist der 64-Jährige für die Bereiche Bargeld, Controlling, Rechnungswesen sowie Zahlungsverkehr und Abwicklungssysteme zuständig. 

tyr / AFP