CSU kritisiert geplante Wehrpflicht-Reform Verteidigungsminister Guttenberg unter "Friendly Fire"


Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat Sparüberlegungen seines Parteifreunds Verteidigungsminister Karl- Theodor zu Guttenberg in scharfer Form widersprochen.

In der CSU zeichnet sich eine Kontroverse über die Wehrpflicht ab. CSU-Chef Horst Seehofer wies die Vorschläge von CSU-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg für eine Reform der Wehrpflicht im "Spiegel" laut Vorabmeldung vom Samstag zurück. "Wir können nicht alle paar Monate unsere politischen Entscheidungen verändern", sagte Seehofer. Die Bundesregierung habe die Dauer des Wehrdienstes gerade erst modifiziert. "Und bei diesen sechs Monaten Wehrpflicht bleibt es auch", sagte er in dem am Samstag vorab veröffentlichten Interview. "Ich sage als CSU-Vorsitzender: Wir sind eine Partei der Bundeswehr, wir sagen ja zur Wehrpflicht, und wir werden mit unserem Minister sehr eingehend über diese Fragen sprechen."

Seehofers CSU-Parteifreund Guttenberg hatte im Vorfeld der Haushaltsklausur der Bundesregierung Medienberichten zufolge eine radikale Verkleinerung der Bundeswehr sowie eine Aussetzung der Wehrpflicht ins Gespräch gebracht, um das Milliarden-Sparziel seines Ressorts zu erreichen. Dazu sagte der CSU-Chef, Guttenberg habe ihm gesagt, dass er weg möchte von jährlichen Sparrunden, die Unruhe in der Bundeswehr auslösten und begrenzte Wirkung hätten. "Da hat er im Grundsatz meine Unterstützung", sagte Seehofer. "Allerdings setzt das voraus, das man dann in Ruhe Konzepte dazu entwickelt."

Auch der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus wandte sich gegen das Vorgehen Guttenbergs. "Ich würde mir wünschen, dass nicht jeder Minister vor einer solchen Klausur irgendetwas absondert, das dann tagelang herumwabert", sagte er der "Bild am Sonntag" laut Vorabbericht. "Ich halte nichts davon, vor internen Beratungen so einen richtigen Hammer rauszutun." Auch sehe er kein Sparpotenzial in einer Aussetzung der Wehrpflicht. Ihm habe noch niemand darlegen können, dass eine Berufsarmee billiger als eine Wehrpflichtarmee sei.

Guttenberg hatte Berichten zufolge in der Unionsführung mit seinem unabgestimmten Vorstoß für Verstimmungen gesorgt. Bundeskanzlerin Angela Merkel war von einer Zeitung zitiert worden, eine Aussetzung der Wehrpflicht komme in der aktuellen Spardebatte nicht infrage.

AFP/Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker