CSU-Machtkampf Seehofer beklagt Söders Zwietracht


Dass Horst Seehofer sich um den Parteivorsitz der CSU bewirbt, missfällt einigen seiner Parteikollegen gewaltig. Nun beschwert sich der Bundesagrarminister wegen der Stimmungsmache gegen ihn - und prangert vor allem CSU-Generalsekretär Markus Söder an.

CSU-Vize Horst Seehofer sieht sich nach Berichten über sein Privatleben als Opfer einer parteiinternen Kampagne. "Nach allem, was mir an Informationen vorliegt, wollen bestimmte Leute mich als Person und Politiker beschädigen. Dies ist erstmals erkennbar geworden, als ich mein Interesse am CSU-Vorsitz angemeldet habe", sagte Seehofer dem "Münchner Merkur". "Das ist keine Medienkampagne, sondern sie wird von bestimmten Leuten gespeist."

Der Bundesagrarminister bewirbt sich ebenso wie Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber um das Amt des CSU- Parteivorsitzenden. Vor einem Monat waren in den Medien erstmals Berichte über eine außereheliche Affäre Seehofers aufgetaucht.

Scharfe Kritik übte Seehofer an CSU-Generalsekretär Markus Söder. Dieser hatte sich auf die Seite Hubers gestellt und erklärt, Seehofer habe in der Partei echte Gegner. "Ich halte nichts davon, mit anonymen Behauptungen Stimmung zu machen. Das ist nicht die Fairness, die ich mir in einem parteiinternen Wettbewerb wünsche. Das ist unfair", sagte Seehofer. Die Kritik des Kölner Kardinals Joachim Meisner an seinem Privatleben will Seehofer indes nicht kommentieren. "Ich habe meine Glaubensüberzeugung und behalte sie, das ist für mich der Kompass", sagte der praktizierende Katholik.

CSU-Generalsekretär Markus Söder hat Vorwürfe von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer zurückgewiesen, er verhalte sich im Kampf um den CSU-Vorsitz unfair: "Als Generalsekretär achte ich besonders auf Fairness und brauche mir nichts vorzuwerfen", sagte Söder. "Ich verstehe den Horst nicht", erklärte Söder. "Das war keine Wahlempfehlung, sondern eine ehrliche Bestandsaufnahme der Stimmung in der Partei. Da erzähle ich Horst Seehofer bestimmt nichts Neues." Der Generalsekretär fügte hinzu, er halte sowohl Huber als auch Seehofer für gute Kandidaten.

DPA/AP AP DPA

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