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Diplomat geht zur Industrie: Daimlers neuer Außenminister

Dass ein erfolgreicher Diplomat in die freie Wirtschaft wechselt, ist selten. Seltener ist es jedoch, wenn es sich dabei um einen wichtigen Stützpfeiler des Außenministers handelt. Nichtsdestotrotz setzt Steinmeiers Pressesprecher Martin Jäger seine interessante Karriere fort - und wechselt zu Daimler.

Von Hans Peter Schütz

Als der ehemalige Außenminister von der Personalie hörte, setzte er sich unverzüglich an den Computer und schrieb eine E-mail. "Lieber Herr Jäger, gratuliere zum Umstieg. Und wundere mich, dass der große Meister sie laufen lässt." Die Antwort an Klaus Kinkel lautete: "Sie wissen ja, er ist großzügig wie sie."

An sich schon war das ein großartiges Führungszeugnis, was da Kinkel seinem ehemaligen Mitarbeiter Martin Jäger ausgestellt hat. Im Gespräch toppt der Ex-FDP-Chef es aber noch, indem er sagt: "Frank Walter Steinmeier verdankt seinen bisherigen Erfolg entscheidend diesem hoch intelligenten Kerle Jäger."

Dieser "Kerle," wie der Schwabe Kinkel den Schwaben Jäger nennt, war bisher Sprecher des Auswärtigen Amts und damit Stimme des SPD-Außenministers Frank Walter Steinmeier. Ab kommenden Montag geht er "zum Daimler," wie das im Ländle heißt. Genauer: Er ist dort dann neuer Leiter des Bereichs "Global External Affairs and Public Policy." Noch genauer: Er ist damit "Außenminister" der Daimler Benz AG und verantwortlich für die weltweiten politischen Beziehungen des Autokonzerns zu mehr als 200 Regierungen dieser Welt sowie zivilgesellschaftlichen Organisationen. Zugleich wird er auch Chef der Konzern-Repräsentanz in Berlin.

Generationenwechsel bei Daimler

Vorgänger Jägers ist Dieter Spöri, der zehn Jahre lang in der Hauptstadt für die Politik wichtigster Ansprechpartner der Daimler AG war. Der ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete und baden-württembergische Wirtschaftsminister hat auf dieser Position in den Augen von Daimler-Chef Dieter Zetsche Maßstäbe gesetzt. Ihm sei es zu danken, "dass Daimler in der Bundesregierung, in den Bundestagsfraktionen und bei Parteien und Verbänden einen hervorragenden Ruf genießt." Spöri wechselt als Generalbevollmächtigter und Gesellschafter zur Unternehmensberatung PMCI AG am Standort Berlin, wo er vor allem wie bei der Daimler AG für die politische Kommunikation zuständig ist, die über ihn auch anderen Firmen jetzt angeboten wird.

Wenig verbindet im ersten Augenschein Spöri (65) und Jäger (43) außer der Landsmannschaft. Es ist ein Generationenwechsel. Aber beiden gemeinsam ist die präzise Kenntnis der kulturellen Eigenheiten der Welten von Wirtschaft und Politik sowie ihrer unterschiedlichen Ansätzen bei der Problemlösung. "Jäger hat," rühmt Kinkel, "in ganz besonderer Weise Außen-, Innen- und Gesellschaftspolitik in den Fingerspitzen." Spöri hält das für entscheidend: "Viele in der Wirtschaft haben illusionäre Vorstellungen über die Funktionsweise von Politik." Jägers Vor-Vorgänger Mathias Kleinert, der ebenfalls aus der Politik kam, warnt: "Politik besteht zu 85 Prozent aus Worten und zu 15 Prozent aus Taten. In der Wirtschaft ist es genau umgekehrt."

Die politische Welt allerdings kennt Jäger wie auch Spöri aus jeder Perspektive, obwohl er selbst kein Politiker war. Zu Zeiten des Kanzlers Kohl schrieb er als junger Diplomat für Außenminister Kinkel die Reden. Als nach der Wahl von 1998 Joschka Fischer ins Amt kam, wechselte er mit Reinhard Silberberg, der grauen Eminenz der deutschen EU-Politik, zu Gerhard Schröder ins Kanzleramt. Wo immer Schröder zu Europa redete, war der Text von Jäger geschrieben. Er arbeitete 2002 für zwei Jahre in der deutschen Botschaft in Prag, wurde dann aber als Leiter des Referats für Europa-Grundsatzfragen ins Kanzleramt zurückgerufen und zog nach der Bundestagswahl 2005 dann mit Kanzleramtsminister Steinmeier ins Auswärtige Amt, um dort dessen Sprecher zu werden.

Karriere mit Umwegen

Weshalb wechselt ein Beamter der Diplomatie, der spätestens 2009 auf einen feinen Botschaftsposten der herausragenden Art hätte wechseln können, in die Wirtschaft? Natürlich verschweigt die Egon-Zehnder-Personalberatung, die größte in der Bundesrepublik, wie sie auf Jäger gekommen ist. Kinkel hingegen sagt: "Jäger hat Politik in den Fingerspitzen, er ist absolut zuverlässig und eine treue Seele." Mag sein, dass das den in der Bundsrepublik noch immer seltenen Wechsel eines hohen Beamten in die freie Wirtschaft, erleichtert hat. Eher dürfte den Ausschlag gegeben haben, dass Jäger dem klassischen Muster des deutschen Diplomaten nicht entspricht.

Nach Abitur und Wehrdienst zog es den in Ulm geborenen jungen Mann zunächst einmal nach Paris, schließlich war Französisch seine erste Fremdsprache gewesen. Dort absolvierte er eine Ausbildung als Fotojournalist und arbeitete danach für die französische Fotoagentur Gamma. Mit 25 fing er das Studieren an - Ethnologie, Philosophie, Politik in München, wo er auch seine Frau Nicole, eine geborene Böhmin bei einem Seminar über "Migration" kennen lernte. Zwischendurch und danach schrieb er als freier Journalist, sowohl für Regionalzeitungen wie für die "Zeit" und machte Fernsehen für die Tagesschau. Gleichzeitig absolvierte er die Diplomatenausbildung im Bonner Stadtteil Ippendorf, die ihn 1994 in den auswärtigen Dienst führte. Erkennbar ein Leben, das den Wechsel liebt.

Zurück in die Heimat

Den Wechsel zum Daimler trägt allerdings auch ein ganz besonders Gefühl. Schon der Vater hatte dem Martin immer wieder mit glänzenden Augen von dem Autobauer vorgeschwärmt. Der beste Arbeitgeber, die besten Autos. "Da zu schaffe"," müsse ein Traum sein für jeden Schwaben. Und Schwabe ist Jäger, der gerne einräumt, nach den unruhigen Jahren diplomatischer Reisen in alle Welt freue er sich auf die Rückkehr nach Baden-Württemberg. Er wird umziehen mit seiner Familie nach Stuttgart. Gut tue es ihm, wieder nach Baden-Württemberg heim zu kommen, sagt er, "und gleichzeitig an einer Schnittstelle zu arbeiten, an der sich die Zukunft der Globalisierung entscheidet."

Seine Eltern wohnen im winzigen Dorf Dietingen nahe Ulm und können jetzt endlich die beiden Enkelkinder häufiger sehen. Was wiederum Nicole Jäger Zeit verschafft, ihren zweiten Kriminalroman zu vollenden. Den ersten hat sie unter dem Namen Helena Reich in Prag geschrieben, als dort im Sommer 2002 Hochwasser die Stadt überflutete und sie ihm daher den Titel "Nasses Grab" gab.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(