Ehrenmal-Debatte Thierse bremst Jung


Wolfgang Thierse versucht Ruhe in die Diskussion über das Soldaten-Ehrenmal zu bringen. So solle Verteidigungsminister Jung nicht im Alleingang darüber entscheiden, sondern Bundestag und Regierung, sagte der Bundestagsvizepräsident.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse hat in der Frage eines möglichen Mahnmals für im Einsatz gestorbene Bundeswehrsoldaten zum Innehalten aufgerufen. Dem "Handelsblatt" sagte er, Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) solle nicht im Alleingang über das Ehrenmal entscheiden. "Entscheiden müssten vielmehr der Bundestag oder die Regierung als Ganze", so Thierse.

Anders als Jung sprach er sich auch für eine andere Widmung des Mahnmals aus: "Ich plädiere für ein Denkmal, dass alle in internationalen Einsätzen und beim humanitären Engagement Deutschlands gestorbenen Menschen würdigt, Soldaten wie Zivilisten." Thierse warnte zudem vor zu großer Eile: "Das Thema muss zunächst breit und ausführlich debattiert werden. Auch Verteidigungsminister Jung sollte wissen, dass dies besser ist als eine Entscheidung per ordre de mufti."

Nötig sei zudem zuvor eine viel breitere öffentliche Debatte. Ausdrücklich unterstützte Thierse aber den Vorschlag Jungs, das geplante Mahnmal am Sitz des Verteidigungsministeriums zu errichten. "Der Standort Bendlerblock ist mit seinem Traditionszusammenhang zu den Widerständlern gegen Hitler und deren Zivilcourage nicht der schlechteste", sagte der SPD-Politiker.

AP AP

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker