HOME

Einsatzführungskommando: Sturmgewehr G36 weiterhin einsatztauglich

Interne Untersuchungen haben ergeben, dass die Präzision bei über 150 Schuss Schnellfeuer erheblich nachlässt. Laut Afghanistan-Kommandeur Fritz kann das G36 dennoch "wirkungsvoll" genutzt werden.

Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Hans-Werner Fritz, hat die Qualität der in den Einsätzen verwendeten Sturmgewehre vom Typ G36 verteidigt. "Aus meiner persönlichen Erfahrung als Kommandeur in Nordafghanistan hat es über die Waffe keine Klagen gegeben", sagte er der Nachrichtenagentur DPA. "Ich würde sie unverändert für eine Waffe halten, die man im Einsatz und in der Vorbereitung zum Einsatz wirkungsvoll nutzen kann." Damit reagierte Fritz auf Zweifel an der Funktionstüchtigkeit des Standardgewehrs G36, von dem 6000 Exemplare in den Einsätzen verwendet werden - unter anderem in Afghanistan.

Die Staatsanwaltschaft Koblenz hatte am Montag bestätigt, dass sie gegen einen Angehörigen der Bundeswehr wegen des Verdachts der Untreue bei der Waffen-Beschaffung ermittelt. Nach einem Bericht von "Spiegel Online" geht es um einen ehemaligen Verantwortlichen aus der Rüstungsabteilung des Ministeriums. Geprüft werde, ob dieser für die Bundeswehr in den vergangenen anderthalb Jahren weiterhin Gewehre des Typs G36 einkaufte, obwohl es Zweifel an der Treffsicherheit der Waffen des Herstellers Heckler & Koch gab.

Diesen Zweifeln war die Bundeswehr bereits vor einem Jahr nachgegangen. Bei internen Untersuchungen wurde damals festgestellt, dass bei Schnellfeuer nach 150 Schuss Ziele in einer Entfernung über 200 Meter nicht mehr zuverlässig getroffen werden. Die Abteilung Streitkräfteführung des Ministeriums stufte die Waffe in ihrer Bewertung trotzdem als weiterhin einsatztauglich ein.

amt/DPA / DPA