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Emissionshandel und Klimaschutz: Die wichtigsten Begriffe

Die Debatte um Emissionshandel und Klimaschutz dreht sich immer wieder um zentrale Begriffe. Hier eine Erläuterung.

TREIBHAUSGASE: Die wichtigsten sind Wasserdampf, Kohlendioxid (CO2), Methan und Lachgas aus der Landwirtschaft, Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) aus der chemischen Industrie und Ozon. Sie lassen Sonnenstrahlen nahezu ungehindert passieren, blockieren aber die Wärmeabstrahlung der Erde zurück ins Weltall. Ganz ohne Treibhausgase wäre es deshalb auf der Erde 20 bis 30 Grad Celsius kälter. Vom Menschen erzeugte Treibhausgase sind dagegen ein großes Klimaproblem, wobei Kohlendioxid die wichtigste Rolle spielt.

KYOTO-PROTOKOLL: Es wurde 1997 beschlossen. Die Industrieländer haben darin zugesagt, bis 2012 ihre Treibhausgas-Emissionen um 5,2 Prozent unter das Niveau von 1990 zu senken. Deutschland hat sich zu einer Verminderung von 21 Prozent verpflichtet. Davon sind bisher etwa 19 Prozent erreicht. Zur Reduzierung von Treibhausgasen wird der Handel mit Emissionszertifikaten erlaubt. Das Kyoto-Protokoll ist noch nicht in Kraft, weil es weder die USA noch Russland ratifiziert haben.

EMISSIONEN: Laut "Brockhaus Naturwissenschaft und Technik" fällt darunter das Ablassen oder Ausströmen fester, flüssiger oder gasförmiger Stoffe aus Anlagen oder technischen Abläufen, die die Luft, das Wasser oder andere Umweltbereiche verunreinigen. Emissionen im Sinne der "Technischen Anleitung Luft" sind demnach die von einer technischen Anlage ausgehenden Luftverunreinigungen sowie Geräusche, Erschütterungen, Licht-, Wärme- und radioaktive Strahlen. Emissionen führen in der Umwelt zu IMMISSIONEN.

EMISSIONSHANDEL: Der Handel mit Verschmutzungsrechten (Zertifikaten) ist im Kyoto-Protokoll vorgesehen. Mit ihm wird angestrebt, die Umweltverschmutzung dort zu verhindern, wo dies am kostengünstigsten ist. Wer sauber produziert, kann Zertifikate verkaufen. Wer stärker verschmutzt, muss zukaufen. Der Handel richtet sich wie an der Börse nach Angebot und Nachfrage. Er soll vor allem die energieintensiven Unternehmen - Elektrizitäts- und Kohlewirtschaft, Chemie-, Zement- und Stahlindustrie - zu Investitionen in moderne Werke anregen.

VERSCHMUTZUNGSRECHTE - auch Emissionsrechte oder Emissionszertifikate: Nach Schätzungen wird sich der Preis der Zertifikate zwischen 10 und 30 Euro pro Tonne CO2 bewegen. Das hängt auch davon ab, wie reichlich die Zertifikate ausgegeben werden. Das Umweltministerium will sie kostenlos zuteilen, aber so knapp halten, das bereits in der ersten Handelsperiode bis 2007 eine Reduktion des CO2-Ausstoßes auf 488 Millionen Tonnen pro Jahr realisiert wird. Bis 2012 sollen 480 Millionen Tonnen erreicht werden. Der Industrie gehen diese Ziele zu weit.

NATIONALER ALLOKATIONSPLAN: Bis zum 31. März muss Deutschland der EU einen "Nationalen Allokationsplan" vorlegen, der die Zuteilung der Zertifikate auf etwa 2300 Anlagen regelt, die an dem System teilnehmen. Diese Verteilung ist innerhalb der Industrie und bei den Energieversorgern umstritten. So wollen einige frühere Reduzierungen der Emissionen (early actions) und den Ausstieg aus der Kernenergie angerechnet bekommen. Strittig sind auch Regeln für die Übertragung der Zertifikate von alten auf neue Anlagen.