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Verdienstorden zurückgegeben: Erika Steinbach will kein "brauner Schmutz" sein

Die frühere CDU-Politikerin Erika Steinbach lässt kaum einen Anlass aus, ihre Unterstützung für die AfD deutlich zu machen. Nun gibt sie den Bayerischen Verdienstorden zurück - mit entsprechendem Statement.

Erika Steinbach gibt ihren Bayerischen Verdienstorden zurück

Mag keinen Orden tragen, den auch Claudia Roth hat: Erika Steinbach gibt den Bayerischen Verdienstorden zurück.

DPA

Ob Markus Söder noch Briefe von Erika liest? Egal - die frühere CDU-Politikerin und nun offene Unterstützerin der AfD hat via Twitter dafür gesorgt, dass ihr Schreiben an den bayerischen Ministerpräsidenten auf jeden Fall gelesen wird. Darin verkündet die 75-Jährige, den ihr einst verliehenen Bayerischen Verdienstorden zurückzugeben. Als Grund nennt sie das jüngst öffentlich gewordene Strategiepapier der CSU zur bayerischen Landtagswahl, das in schärfsten Worten die AfD abkanzelt.

"Wer bezogen auf die verkündet 'Brauner Schmutz hat in Bayern nichts verloren', der unterbietet sein eigenes Niveau und stigmatisiert im Stile von Nazi-Jargon die Überzeugung sehr vieler Wähler, die sich aus Sorge um Deutschland der AfD zugewandt haben", schreibt Steinbach. Dagegen habe die CSU, von der sie sich früher oftmals gewünscht habe, sie sei bundesweit wählbar, kein Problem damit, auch der Grünen-Politikerin Claudia Roth den Verdienstorden zu verleihen, obwohl sich diese angeblich mit dem Spruch "Deutschland, du mieses Stück Scheiße" solidarisiert habe. Einen solchen Orden will Steinbach nun nicht mehr in der eigenen Vitrine haben, und kündigt an, ihn per Post an die Münchner Staatskanzlei zurückzuschicken.


Erika Steinbach: "AfD Fleisch vom Fleische der CSU"

"Ich unterstütze aus Überzeugung die AfD und habe sie gewählt", gibt Steinbach, die zuletzt auch als Leiterin einer AfD-nahen Stiftung im Gespräch war, in ihrem Brief ein Bekenntnis zur rechtspopulistischen Partei ab. Den Christsozialen, denen aus vielen Gründen vorgeworfen wurde, die AfD "rechts überholen zu wollen", schreibt sie ins Stammbuch: "Leider besitzt ihre Partei nicht die Hellsicht, zu erkennen, dass es mit der AfD eine zutiefst bürgerliche Partei nur deshalb gibt, weil die und CSU eklatant versagt haben. Sie ist Fleisch von Ihrem Fleische." Und schiebt noch hinterher: "Mit Ihrer schwer erträglichen Beschreibung der AfD beschmutzen Sie sich damit selbst." Fremdenfeindliche und rechtsnationale Tendenzen in großen Teilen der Partei erwähnt Steinbach nicht.

Die Unterstützung aus berufenem Munde ließ nicht lange auf sich warten. Die AfD sprach auf Twitter - offensichtlich mit Blick auf das -Strategiepapier - von einer "Hetzkampagne gegen die AfD" und würdigte Steinbach mit den Worten: "Eine Frau bleibt sich treu".


dho/fin