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Ex-RAF-Terrorist Christian Klar: Michael Buback plädiert für Begnadigung

Michael Buback, Sohn des vor 30 Jahren ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback, hat sich in einem Zeitungsbericht für die Begnadigung des Ex-RAF-Terroristen Christian Klar ausgesprochen. Bundespräsident Horst Köhler will nun über die Zukunft Klars beraten.

Bundespräsident Horst Köhler will offenbar in kleinerem Kreis über das Gnadengesuch des früheren RAF-Terroristen Christian Klar beraten. Dabei werde sich der Sohn des vor 30 Jahren ermordeten Generalbundesanwalts Siegfried Buback für die Begnadigung Klars einsetzen, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Der Sprecher des Präsidenten, Martin Kothé, wollte die Meldung nicht kommentieren. Man gebe grundsätzlich keine öffentlichen Erklärungen zu Gesprächen ab, die der Präsident nicht-öffentlich führe, sagte Kothé.

In einem Gastbeitrag für das Blatt schreibt der Chemie-Professor Michael Buback, er habe "Informationen aus dem Bereich der RAF" erhalten, die dafür sprächen, dass Klar nicht unmittelbar an dem Anschlag auf seinen Vater am 7. April 1977 beteiligt gewesen sei. "Die Nachricht lautet: Christian Klar sei keiner der beiden Täter auf dem Motorrad gewesen. Er habe auch nicht an der frühen Planung des Attentats teilgenommen, auch nicht an der Ausbildung für die Aktion. Christian Klar habe dagegen maßgeblich an der Ermordung von Jürgen Ponto mitgewirkt", heißt es in dem Beitrag. Klars Anwalt Heinz-Jürgen Schneider äußerte sich im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" überrascht und sprach von einer "Stimme der Vernunft".

Der Bundesanwaltschaft sind die neuen Hinweise zum Attentat auf Buback dem Bericht zufolge seit kurzem bekannt. Es werde geprüft, "ob und gegebenenfalls welche Konsequenzen sich daraus ergeben", wurde Behördensprecher Frank Wallenta zitiert. Klar, Brigitte Mohnhaupt und Knut Folkerts waren als Mittäter des Mordes an Siegfried Buback verurteilt worden. Im Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart von 1985 steht, Klar sei am Attentat als Lenker oder Sozius des Motorrads, von dem aus die Schüsse abgegeben wurden, oder als Fahrer des Fluchtfahrzeugs beteiligt gewesen.

Anfang 2009 auf freiem Fuß

Klar ist wegen mehrfachen Mordes zu sechs Mal lebenslänglich plus 15 Jahren Haft verurteilt. Das Oberlandesgericht Stuttgart legte damals fest, dass Klar mindestens 26 Jahre hinter Gittern bleiben muss. Demnach könnte er frühestens Anfang 2009 auf Bewährung auf freien Fuß kommen. Köhler hatte zuletzt signalisiert, dass er sich mit seiner Entscheidung über das Gnadengesuch Klars Zeit lassen werde.

AP / AP