HOME

Feinstaub: Fahrverbot ist "Gift für die Konsumstimmung"

Obwohl Bundeskanzler Gerhard Schröder ein Fahrverbot zur Bekämpfung des Feinstaubs abgelehnt hat, kommen jetzt erste Warnungen aus der Wirtschaft. Der Einzelhandel spricht von einem "Konsumhemmnis ersten Ranges".

Der Streit um eine sinnvolle Bekämpfung der Feinstaub-Belastung hat eine neue Note bekommen. Nachdem am Dienstag bekannt geworden war, dass neben München auch in Stuttgart die von der EU vorgeschriebene Jahresobergrenze für Feinstaubbelastung bereits im März überschritten wurde, hatten sowohl Politiker der Grünen als auch der CSU für ein Sonntagsfahrverbot plädiert hatten. Prompt sehen sich die deutschen Einzelhändler als Opfer von politischem Aktionismus, obwohl bislang nur ein auf die Sonntage beschränktes Fahrverbot diskutiert wurde.

Durch das drohende Fahrverbot in Innenstädten wären die Einzelhändler nicht mehr mit dem Auto erreichbar und hätten drastische Umsatzeinbußen, argumentiert etwa der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben. "Das sind Signale, die nicht in ein wirtschaftliches Umfeld mit 5,2 Millionen Arbeitslosen passen", sagt er. Überhaupt sei die Feinstaubrichtlinie ein "Konsumhemmnis ersten Ranges", sagt Hubertus Pellengahr vom Hauptverbande des Deutschen Einzelhandels (HDE) der Zeitung "Die Welt".

Grüne fordern rasche Umsetzung der Förderung von Filtern

Ein Fahrverbot hatte Bundeskanzler Gerhard Schröder gestern ohnehin strikt abgelehnt. Solche "eindimensionalen Maßnahmen" würden das Problem nicht lösen, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Hans-Hermann Langguth. Die Bundesregierung habe beim Thema Feinstaub ihre "Hausaufgaben gemacht". Eine Sprecherin des Umweltministeriums verwies darauf, dass die Bundesregierung gesetzliche Regelungen zur Reduzierung der Luftbelastung geschaffen und ein Förderkonzept für saubere Diesel-Pkw erarbeitet habe. Für die Umrüstung und Nachrüstung von Rußfiltern soll die Förderung demnach 250 Euro betragen. Da die Förderung über die Kfz-Steuer umgesetzt werden soll, liegt die Umsetzung der Vorgabe aber bei den Ländern.

Während der Grünen-Verkehrsexperte Albert Schmidt gemeinsam mit dem nordrhein-westfälischen Bauminister Michael Vesper (Grüne) in der "Berliner Zeitung" die Länder mahnte, die Filter-Förderung möglichst rasch umzusetzen, machten sich aber auch Bedenken breit. Sven Janssen vom Automobilclub von Deutschland sieht in der finanziellen Förderung von Russpartikelfiltern zwar eine guten Anreiz für Besitzer von Diesel-Fahrzeugen, machte aber gleichzeitig darauf aufmerksam, dass nur maximal 25 Prozent der Feinstaub-Belastung auf den Verkehr zurück gingen. Völlig ablehnend reagierte dagegen der niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander auf die Förderung von Filter. Es würden ja auch nicht bessere Bremsen bezuschusst, sagte der FDP-Politiker der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Zu wenig Filter vorhanden

Ein anderes Problem sieht die Automobilindustrie auf sich zukommen. Sie wies darauf hin, dass derzeit nicht genug Filter erhältlich seien. Eine steuerliche Förderung würde daher im Moment gar nichts bringen, sagte der Deutschland-Chef von Ford, Bernhard Matthes, der "Financial Times Deutschland". Erst im nächsten Jahr könnten die Filterhersteller ihre Produktion ausweiten, fügte er hinzu. Der Bund Naturschutz in Bayern (BN) warf den deutschen Automobilkonzernen "massives Versagen" vor. "Unter Leitung von VW haben die Konzerne eine verhängnisvolle Blockadepolitik gegen die Rußfilter-Einführung betrieben", sagte BN-Vorsitzender Hubert Weiger.

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin, Manfred Weber, warnte dagegen vor Hysterie angesichts der Luftbelastung mit Feinstaub. Die Gefahr dürfe nicht verharmlost werden, viele Annahmen seien derzeit aber noch sehr spekulativ, sagte Weber in Wiesbaden. Der Stuttgarter Umweltmediziner Rainer Dierkesmann relativierte Berechnungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach es in Deutschland pro Jahr bis zu 14.000 "Feinstaub-Tote" gebe. Durch die Partikel würden "vorwiegend mehr kranke Menschen etwas früher sterben, als sie sonst sterben würden", sagte er der vom Auto Club Europa (ACE) herausgegebenen Zeitschrift "Lenkrad".

AP/DPA/Reuters / AP / DPA / Reuters
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.