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stern-Umfrage: Flüchtlinge als Nachbarn? Dagegen haben wir nichts!

Flüchtlinge im Münchner Olympiastadion, übervolle Unterkünfte - viele deutsche Städte sind mit dem Flüchtlingsstrom überfordert. Die meisten Deutschen reagieren aufgeschlossen auf die neuen Nachbarn.

Nur langsam entspannt sich die Situation in der Münchner Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge. Wochenlang mussten Menschen aus Syrien und Palästina unter freiem Himmel vor der Bayernkaserne schlafen; denn die Unterkunft war hoffnungslos überfüllt. Die Polizei ermittelte in der vergangenen Woche gegen das Sicherheitspersonal. Vorwürfe standen im Raum, dass Mitarbeiter Flüchtlinge geschlagen und getreten haben sollen.

Um zumindest das Platzproblem zu lösen, wurden einige Flüchtlinge in den VIP-Räumen des Olympiastadions untergebracht. Sicherlich keine Dauerlösung, zumal Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer glaubt, dass der Scheitelpunkt der Fluchtbewegung noch nicht erreicht ist. Er kündigte einen Notfallplan für die Unterbringung in der kalten Jahreszeit an.

AfD-Anhänger scheuen Nähe zu Flüchtlingen

In der Bevölkerung ist die Akzeptanz von Unterkünften durchaus vorhanden. In einer Umfrage im Auftrag des stern sagte eine klare Mehrheit von 66 Prozent, dass es sie persönlich nicht stören würde, wenn es ein solches Heim in ihrer Nähe gäbe.

30 Prozent fänden das nicht wünschenswert. Dass sie die Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft in ihrer Nachbarschaft ungern dulden würden, geben vor allem Anhänger der AfD (57 Prozent) und Ostdeutsche (45 Prozent) an.

Datenbasis Flüchtlingsheime-Umfrage: Das Forsa-Institut befragte am 16. und 17. Oktober 2014 im Auftrag des Magazins stern 1004 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ermittelt wurden. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 3 Prozentpunkten.

Diese und andere Umfragen ...

... lesen Sie im neuen stern, der ab Donnerstag am Kiosk erhältlich ist.

Werner Mathes/swd