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+++ Newsticker Flüchtlingskrise +++: Sigmar Gabriel fürchtet Scheitern der EU

Die Flüchtlingskrise ist eine Herausforderung für ganz Europa. Doch die mangelnde Solidarität der EU-Staaten gibt Vize-Kanzler Sigmar Gabriel zu denken.  Die Ereignisse des Tages zum Nachlesen.

Sigmar Gabriel sitzt im Bundestag und sieht nachdenklich aus

Sigmar Gabriel sorgt sich um die EU

Die Bilder der anhaltenden Flüchtlingskrise bewegen die Menschen und setzen die Politiker unter Druck, sowohl auf Bundes- als auch EU-Ebene streiten sie darüber, wie man mit dieser Herausforderung am besten umgeht. Sogar in den USA gibt es nun ein Abrücken von der bisherigen Haltung und Obama will die Zahl für die Aufnahme der Flüchtlinge erhöhen. Australien bleibt weiter hart bei seiner Politik: Bootsflüchtlinge bekommen keine Aufenthaltserlaubnis. In Dänemark dürfen derweil wieder erste Züge aus Deutschland einfahren. Die Ereignisse im stern-Ticker zur Flüchtlingskrise:

+++ 23.58 Uhr: Gute Nacht! +++

Liebe Leserinnen und Leser,

das war es mit dem heutigen Newsticker zur Flüchtlingskrise. Alle Ereignisse des Tages können Sie hier noch einmal nachlesen. Morgen früh finden Sie wie gewohnt alles Neue zum Thema bei uns.

Ihre stern-Redaktion

+++ 23.56 Uhr: Mehr als 7000 Syrer erreichen täglich Lesbos +++

Binnen drei Tagen sind auf der griechischen Insel etwa 22.500 Flüchtlinge und Migranten registriert worden. Die Zahl beziehe sich auf den Zeitraum von Montag- bis Donnerstagabend, teilt die örtliche Polizei der Nachrichtenagentur AFP mit. Auf Lesbos, wo normalerweise nur etwa 85.000 Menschen leben, kommen derzeit besonders viele Flüchtlinge von der nahen türkischen Küste an, die meisten von ihnen aus dem Bürgerkriegsland Syrien.

+++ 23.16 Uhr: Gabriel warnt vor Scheitern der EU +++

SPD-Chef Sigmar Gabriel warnt davor, dass die Europäische Union (EU) an der Flüchtlingskrise scheitern könnte. "Entweder die Europäer kommen zur Vernunft, oder Europa geht vor die Hunde", sagt der Vizekanzler am Abend im ZDF. Eine der großen Errungenschaften seien die offenen Grenzen. Osteuropa lebe ganz wesentlich davon. "Wir finanzieren mit starken Staaten die europäische Entwicklung", ergänzt Gabriel. Das alles werde aber nicht mehr funktionieren, wenn sich keiner mehr an Regeln halte und Flüchtlinge etwa nicht mehr dort registriert würden, wo sie in einen Mitgliedstaat der EU einreisten."Ich kann nur hoffen, dass die Staats- und Regierungschefs zur Vernunft kommen", sagt Gabriel.

+++ 20.46 Uhr: Gauck sieht "große Herausforderungen" für Deutschland +++

Wegen der Flüchtlingskrise sieht Bundespräsident Joachim Gauck Deutschland "vor großen Herausforderungen". "Es werden auch Probleme auf uns zukommen", sagt Gauck im ZDF. Zugleich gab er sich zuversichtlich: "Wir helfen jetzt spontan, und das ist gut so - wir können das, weil wir ein starkes Land sind und weil wir solidarisch sind."

+++ 20.37 Uhr: Doch keine "Transitzonen" in Ungarn +++

Nach Kritik der Vereinten Nationen richtet Ungarn nun doch keine sogenannten Transitzonen für Flüchtlinge ein, um sie vom eigenen Land fernzuhalten. Dies habe "die Vernunft angeordnet", sagt Regierungssprecher Janos Lazar vor Journalisten, ohne weitere Erläuterungen zu geben. In den Zonen sollten alle Flüchtlinge bis zur Entscheidung über ihre Asylanträge ausharren. Bei einer Ablehnung sollten sie sofort zurückgeschickt werden, ohne auf ungarisches Territorium gelassen zu werden.

Nun sagt Lazar, , die Flüchtlinge könnten ihre Anträge auf Asyl an mehreren Bearbeitungsstellen bei Erstaufnahmezentren im Land stellen.

+++ 19.44 Uhr: Sonderzüge sollen regelmäßig von Bayern nach NRW fahren +++

Zwei regelmäßige Sonderzüge mit Flüchtlingen sollen von diesem Freitag an aus Bayern nach Nordrhein-Westfalen fahren, um den Hauptbahnhof München zu entlasten. Jeweils bis zu 500 Migranten kämen dadurch täglich nach Düsseldorf und Dortmund, sagt die
Sprecherin der Regierung von Oberbayern, Simone Hilgers, am Abend in München. Möglicherweise könnten die Züge aus Österreich an München vorbei Richtung Norden geleitet werden.

+++ 19.30 Uhr: USA bereiten sich auf 10.000 syrische Flüchtlinge vor +++

US-Präsident Barack Obama hat die Aufnahme von mindestens 10.000 syrischen Flüchtlingen angekündigt. Die Zahl gelte für das im Oktober beginnende Haushaltsjahr 2016, sagte Obamas Sprecher Josh Earnest in Washington. Angesichts der Flüchtlingskrise in Europa war die US-Regierung in den vergangenen Tagen zunehmend unter Druck geraten, mehr Flüchtlinge aus Syrien ins Land zu lassen.

+++ 18.59 Uhr: Estland und Litauen stimmen Aufnahme weiterer Flüchtlinge zu +++ 

Die Regierungen von Estland und Litauen haben der Aufnahme der von der EU-Kommission vorgeschlagenen Zahl an neuen Flüchtlingen zugestimmt. In Lettland hingegen bahnt sich ein Koalitionsstreit über die Brüsseler Vorschläge an. Estland wolle den neuen Verteilungsschlüssel und die Zahl an umzuverteilenden Flüchtlingen nicht anfechten, sagte Regierungschef Taavi Rõivas am Donnerstag in Tallinn der Agentur BNS. Auf den Baltenstaat mit 1,3 Millionen Einwohnern würden nach den Plänen der EU-Kommission 373 zusätzlich Flüchtlinge entfallen. Die Aufnahme von 150 Migranten war bereits zugesagt worden.

+++ 18.53 Uhr: Mehrheit der Deutschen mit Krisenmanagement unzufrieden +++

Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung unzufrieden. 64 Prozent sind der Meinung, dass sie die Flüchtlingspolitik "eher schlecht" oder "sehr schlecht" im Griff hat, wie die Emnid-Erhebung für den TV-Sender N24 ergibt. Die Teilnehmer wurden am Mittwoch und damit nach den Beschlüssen der großen Koalition befragt.

+++ 18.42 Uhr: Verfassungsschutz: Salafisten wollen Flüchtlinge anwerben +++

Salafisten versuchen nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes gezielt, Flüchtlinge anzuwerben, darunter auch Jugendliche. Dem bayerischen Landesamt seien derartige Fälle bekannt, erklärte am Donnerstag ein Sprecher und bestätigte einen entsprechenden Bericht des Bayerischen Rundfunks. "Salafisten versuchen dabei, auch unbegleitete junge Flüchtlinge anzusprechen, die ohne ihre Familien in unser Land kommen und in besonderer Weise nach Anschluss und Unterstützung suchen", sagte der Sprecher. Dies geschehe vor allem im Umfeld von Flüchtlingsunterkünften, vereinzelt aber auch auf dem Münchner Hauptbahnhof, wo in den vergangenen Tagen Tausende Flüchtlinge ankamen. Zielgruppe seien junge Menschen, die sich in Krisensituationen befänden und nach Anschluss, Orientierung und Unterstützung suchten.

+++ 18.19 Uhr: Schwedens Regierungschef kritisiert Dänemark +++

Schwedens Regierungschef Stefan Löfven hat Dänemark für dessen Vorgehen im Umgang mit den durch das Land reisenden Flüchtlingen indirekt kritisiert. Er gehe davon aus, dass Dänemark die Flüchtlinge registriere, die sich im Land aufhalten. "Alle Länder sollen der Dublin-Verordnung folgen, und das beinhaltet, dass alle Länder Flüchtlinge registrieren sollen", sagte Löfven nach Angaben der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau. "Wir gehen davon aus, dass alle Länder sich an die Regeln halten."

Die dänische Regierung hatte es in der Nacht zum Donnerstag aufgegeben, Hunderte Menschen zu registrieren, die durch das Land nach Schweden reisen wollten.

+++ 18.01 Uhr: Tausende weitere Flüchtlinge auf Weg von Ungarn nach Deutschland +++

Am österreichisch-ungarischen Grenzübergang Nickelsdorf kommen bis zum späten Nachmittag 5300 Flüchtlinge an. Ein Teil von ihnen sei mit Zügen nach Wien weitergefahren, sagt ein Sprecher der Polizei Burgenland. Dort zählen die Behörden zwischen 2500 und 3000 Neuankömmlinge am Westbahnhof, von denen der Großteil bereits auf der Weiterreise Richtung Deutschland ist.

+++ 17.29 Uhr: Kirchen gegen strengere Auflagen für Flüchtlinge +++ 

Die katholische und die evangelische Kirche haben sich gemeinsam gegen strengere Auflagen für Asylsuchende ausgesprochen. "Die Situation von Menschen in den Erstaufnahmeeinrichtungen zu verschlechtern, lehnen wir ab", teilten die Prälaten beider Kirchen, Karl Jüsten und Martin Dutzmann, mit. Sie sind zum Beispiel gegen die Einschränkung von Barauszahlungen an Flüchtlinge. Sachleistungen seien bürokratisch und verursachten höhere Kosten. Die Kirchen begrüßten dagegen die Zusage der Bundesregierung, zusätzlich sechs Milliarden Euro für die Flüchtlingshilfe bereitstellen.

+++ 17.16 Uhr: Merkel: "Grundrecht auf Asyl kennt keine Obergrenze" +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die Zahl der Bürgerkriegsflüchtlinge in Deutschland nicht begrenzen. "Das Grundrecht auf Asyl für politisch Verfolgte kennt keine Obergrenze. Das gilt auch für die Flüchtlinge, die aus der Hölle eines Bürgerkriegs zu uns kommen", sagte Merkel der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post". Da könne es keine einfache Zahl als Antwort geben, sagte die Kanzlerin auf die Frage, wie viele Flüchtlinge Deutschland pro Jahr vertragen könne. Merkel sagte weiter, es kämen auch Menschen aus sicheren Staaten, "gerade vom Balkan", nach Deutschland mit dem aus ihrer Sicht verständlichen Wunsch, ein besseres Leben zu führen. Aber wenn sich keine Asylgründe ergäben, und das sei bei diesen Menschen in fast allen Fällen so, müssten sie rasch in ihre Länder zurückkehren.

+++ 17.01 Uhr: Bulgarien stimmt Vorschlag zur Quotenregelung für Flüchtlinge zu +++

Das an die Türkei grenzende EU-Land Bulgarien hat sich mit den Vorschlägen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zur Verteilung von Flüchtlingen in Europa einverstanden erklärt. Der ärmste EU-Staat könne allerdings das "Niveau von Löhnen und Sozialleistungen der anderen (Zielstaaten) kaum bieten", warnte Vizeregierungschef und Sozialminister Iwajlo Kalfin im Staatsradio.

+++ 16.38 Uhr: Hetzerin aus Heidenau als 20-jährige Dresdnerin identifiziert +++

Die Dresdner Polizei hat die mutmaßliche Hetzerin von Heidenau identifiziert, die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschimpft und beleidigt haben soll. "Es handelt sich um eine 20 Jahre alte Frau aus Dresden", sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. Zuvor hatte Radio Dresden berichtet. Die junge Frau soll noch vernommen werden. Die 20-Jährige muss sich laut Polizei nun wegen Beleidigung verantworten, wegen verfassungsfeindlicher Verunglimpfung von Verfassungsorganen werde dagegen nicht mehr ermittelt, hieß es. Auf einem bei Youtube eingestellten Video ist eine Frau zu hören, die unter anderem Beschimpfungen wie "Volksverräterin" und "blöde Schlampe" schreit, als Merkel die Flüchtlingsunterkunft in einem früheren Baumarkt verlässt.

+++ 16.22 Uhr: EU-Parlament fordert sichere Reisewege für Flüchtlinge +++

Die EU-Regierungen sollten nach dem Willen des Europaparlaments dringend sichere und legale Reisewege für schutzbedürftige Menschen einrichten. Flüchtlinge sollten auch Visa aus humanitären Gründen bekommen und in EU-Botschaften Asyl beantragen dürfen, hieß es in einer gemeinsamen Entschließung von Christdemokraten, Sozialdemokraten, Liberalen und Grünen, die das Parlament in Straßburg mit großer Mehrheit verabschiedete. Einen weitergehenden Antrag, Asylbewerbern in der EU die Suche nach Arbeit zu erlauben, wies das Parlament zurück.

+++ 16.04 Uhr: Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy: "Schengen funktioniert nicht mehr" +++

Die Aufhebung der Grenzkontrollen zwischen den Schengen-Staaten ist nach Ansicht des französischen Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy gescheitert. "Schengen funktioniert nicht mehr. Das kann niemand abstreiten", sagte er der Zeitung "Le Figaro" mit Blick auf die Flüchtlingskrise. Im Schengener Abkommen haben sich die meisten EU-Staaten verpflichtet, stationäre Kontrollen an den Binnengrenzen abzuschaffen. Der Vertrag gilt als wichtige Errungenschaft der Europäischen Union. Man müsse die Bewegungsfreiheit für Bürger nichteuropäischer Staaten für eine bestimmte Zeit einschränken, sagte Sarkozy, der als einer der Anwärter für die Präsidentschaftswahl 2017 gilt.

+++ 15.52 Uhr: Milli Görüs will 1000 Flüchtlingsfamilien aufnehmen +++

Die Islamische Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) will in mehr als 600 Moscheen und Einrichtungen tausend Flüchtlingsfamilien aufnehmen. Das erklärte IGMG-Generalsekretär Bekir Altas am Donnerstag in Köln. Zudem sollten an islamischen Privatschulen Plätze für Flüchtlingskinder geschaffen werden. Altas kündigte weiter an, die IGMG-Gemeinden würden Flüchtlingsfamilien nicht nur Unterkunft und Verpflegung zur Verfügung stellen, sondern sie auch sonst bei der Eingliederung in ihr neues Umfeld unterstützen. In einem ersten Schritt solle jede Gemeinde mindestens eine Flüchtlingsfamilie aufnehmen und für sie eine Art "Familienpatenschaft" übernehmen.

+++ 15.27 Uhr: Finnland bittet Gutverdiener für Flüchtlingshilfe zur Kasse +++

Die finnische Regierung plant höhere Steuern angesichts der Kosten für die wachsende Zahl von Flüchtlingen. Die Steuer auf Kapitalgewinne solle um einen Prozentpunkt erhöht werden, schlug Finanzminister Alexander Stubb am Donnerstag vor. Wer mehr als 72.300 Euro im Jahr verdient, soll zudem für zwei Jahre einen Solidaritätszuschlag zahlen. Bislang mussten das nur Gutverdiener ab einem Einkommen von 90.000 Euro. Die Ausgaben für Migranten sollen in diesem Jahr um etwa 114 Million Euro steigen. Finnland droht bereits das vierte Rezessionsjahr in Folge.

+++ 15.13 Uhr: SPD und Grüne lehnen CSU-Vorstoß für Änderung von Asylrecht ab +++

 Die CSU stößt mit ihrem Vorschlag für eine Grundgesetz-Änderung zur Einschränkung des Asylrechts auf Widerstand bei Sozialdemokraten und Grünen. Das sei mit der SPD nicht zu machen, sagte Generalsekretärin Yasmin Fahimi der "Berliner Zeitung" laut Vorabbericht. Sie bezog sich damit auf Forderungen des bayerischen Finanzministers Markus Söder. Ähnlich äußerte sich Grünen-Chefin Simone Peter im "Handelsblatt": "Das individuelle Grundrecht auf Asyl abzuschaffen, wäre Verrat an den humanitären Werten unseres Grundgesetzes."

+++ 14:38 Uhr: Nahles fordert, aus Flüchtlingen sollen schnell Nachbarn und Kollegen werden +++

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles wirbt für eine rasche Eingliederung von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt. Allerdings bringe nicht einmal jeder Zehnte die Voraussetzungen mit, um direkt in eine Arbeit oder Ausbildung vermittelt zu werden, sagt die SPD-Politikerin im Bundestag. "Nicht alle, die da kommen, sind hoch qualifiziert. Der syrische Arzt ist nicht der Normalfall." Dies werde sich auch in der Arbeitslosenstatistik niederschlagen. Daran sollten sich in einem Jahr alle erinnern, die nun, wie sie, für die Aufnahme der Flüchtlinge einträten: "Das ist dann kein Zeichen einer gescheiterten Arbeitsmarktpolitik, sondern ein Zeichen, dass wir eine andauernde Aufgabe bewältigen müssen." Sie unterstreicht auch, dass sie in ihrem Etat 2016 voraussichtlich zusätzlich drei Milliarden Euro benötigen werde. "Aus den Flüchtlingen sollen möglichst schnell Nachbarn und Kollegen werden", so Nahles. "Die Menschen wollen lernen, und sie wollen arbeiten." Für Westbalkan-Bürger plant Nahles ein jährliches Kontingent von bis zu 20.000 Arbeitsvisa, wenn sie einen Arbeits- oder Ausbildungsvertrag für Deutschland haben.

+++ 14:08 Uhr: Arbeitende Flüchtlinge bringen langfristig 50 Milliarden Euro ein +++

Dier starke Zuwanderung von Flüchtlingen treibt einer Studie zufolge die deutsche Wirtschaftsleistung nach oben. Bis 2020 werde dies das Bruttoinlandsprodukt um etwa 1,7 Prozent erhöhen, sagt der Deutschland-Chefvolkswirt von UniCredit, Andreas Rees der Nachrichtenagentur Reuters. "Das entspricht einem Zuwachs von rund 50 Milliarden Euro, verglichen mit einem Szenario ohne zusätzliche Einwanderung." In seinen Berechnungen schätzt der Experte, dass in diesem Jahr etwa 800.000 Flüchtlinge nach Deutschland kommen. "Wenn man davon ausgeht, dass jeder zweite Einwanderer mittelfristig einen Job findet, dann erhöht sich dadurch das Arbeitskräfteangebot", sagte Rees. "Das ist eine Chance für mehr Wachstum in Deutschland in den kommenden Jahren."

+++ 13:55 Uhr: Madrids Bürgermeisterin würde Flüchtlinge im eigenen Haus beherbergen +++

Madrids linke Bürgermeisterin Manuela Carmena erklärt sich bereit, Flüchtlinge auch privat bei sich aufzunehmen. "Ja, wenn das nötig wäre, würde ich das in meinem Haus tun", sagt die 71-jährige pensionierte Richterin in einem Interview der Zeitung "20Minutos". Carmena, im Juni zum Oberhaupt der spanischen Hauptstadt gewählt, hatte in den vergangenen Tagen die Bereitschaft Madrids erklärt, Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Auf die Frage eines Lesers von "20Minutos", ob man nicht eher den notleidenden Einwohnern der Hauptstadt helfen sollte, versichert sie, die Hilfe für die Flüchtlinge werde nicht zum Nachteil der Madrider sein.

+++ 13:46 Uhr: Österreich lässt keine Flüchtlinge aus Ungarn mehr rein +++

Österreich hat den Zugverkehr mit Ungarn vorübergehend eingestellt. Das gibt die Österreichische Bahn bekannt. In der Nacht zum Donnerstag ist die Zahl der aus Ungarn einreisenden Flüchtlinge nach Angaben der Polizei wieder deutlich gestiegen.

+++ 13:37 Uhr: EU-Parlament stimmt Umverteilungsmechanismus zu +++

Im Streit um die europäische Flüchtlingspolitik stellt sich das Europaparlament an die Seite der EU-Kommission. Die EU-Volksvertretung billigt mit deutlicher Mehrheit den Vorschlag der Brüsseler Behörde, zur Entschärfung der Krise einen "permanenten Umverteilungsmechanismus" für Flüchtlinge einzurichten. In einer Entschließung zeigen sich die Abgeordneten zudem bereit, über eine entsprechende Gesetzesvorlage der Kommission in einem Eilverfahren zu beraten, um die Prozedur zu beschleunigen. Außerdem fordern sie mehr legale Einwanderungsmöglichkeiten, etwa "humanitäre Visa". Das Straßburger Parlament spricht sich zudem klar für einen verpflichtenden Schlüssel zur Verteilung der Flüchtlinge auf alle 28 EU-Staaten aus.

+++ 13.27 Uhr: IS missbraucht Foto von totem Flüchtlingsjungen +++

Das Foto des ertrunkenen syrischen Flüchtlingsjungen Ailan Kurdi nutzt der IS jetzt für seine Zwecke: Unter der Schlagzeile "Die Gefahren, das Land des Islam zu verlassen" veröffentlichen die Extremisten das Bild in der jüngsten Ausgabe ihrer englischsprachigen Zeitschrift "Dabik" und wollen auf diese Weise Flüchtlinge vor der Flucht in den Westen warnen. Muslime begingen eine "schwere Sünde", wenn sie ihre Kinder in den Westen brächten, urteilen die Dschihadisten in dem Artikel.

+++ 13.08 Uhr: Bayern rechnet heute mit 6000 Flüchtlingen +++

Der Regierungspräsident von Oberbayern, Christoph Hillenbrand, rechnet für heute mit 6000 neuen Flüchtlingen. Bis zum Vormittag kamen demnach 1300 Flüchtlinge in Bayern an.

+++ 13 Uhr: 6000 Flüchtlinge aus Ungarn in Österreich angekommen +++

In Österreich sind am Grenzübergang Nickelsdorf und an den Wiener Bahnhöfen bis zum Mittag rund 6000 Flüchtlinge aus Ungarn angekommen. Weil das die Kapazitäten der österreichischen Bahn übersteige, würden zur Weiterfahrt Richtung Deuschland verstärkt auch Busse eingesetzt, sagt ein Sprecher des Innenministeriums in Wien. 

+++ 12.56 Uhr: Kinderschutzbund fordert Sprachförderung in Kitas +++

Der Deutsche Kinderschutzbund drängt auf gezielte Maßnahmen zur Integration der Flüchtlingskinder. In den Kitas müssten Fachkräfte eingestellt werden, die den Kindern aus anderen Ländern die deutsche Sprache beibringen, sagte DKSB-Präsident Heinz Hilgers am Donnerstag in Berlin. Für deutsch als Fremdsprache sei eine andere Methodik erforderlich. "Das muss man lernen", sagte Hilgers.

+++ 12.47 Uhr: EU-Kommission kritisiert indirekt dänische Grenzschließung +++

Die EU-Kommission kritisiert Dänemark indirekt für die Entscheidung, die Grenzübergänge zu Deutschland vorübergehend zu schließen. "Was EU-Kommissionspräsident (Jean-Claude) Juncker gesagt hat, gilt weiterhin, nämlich dass die Flüchtlingskrise alle Mitgliedsländer betrifft und dies nicht die Zeit für Einzelmaßnahmen ist", sagt eine Sprecherin. Die Brüsseler Behörde sei in Kontakt mit den dänischen Behörden und beobachte die Situation genau.

+++ 12.33 Uhr: Mazedonien will ebenfalls einen Zaun errichten +++

Mazedonien erwägt den Bau eines Zaunes wie ihn bereits Ungarn errichtet hat, um den Zustrom von Flüchtlingen zu begrenzen. Sein Land denke über "eine Art physische Verteidigung" nach, sagt Außenminister Nikola Poposki in einem Interview: "Entweder Soldaten oder ein Zaun oder eine Kombination aus beidem." Allein am Montag waren 7000 syrische Flüchtlinge von Griechenland aus ins Nachbarland weiter gezogen.

+++ 12.30 Uhr: Merkel fordert schnelle Vermittlung von Flüchtlingen in Jobs +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel fordert  eine schnelle Vermittlung anerkannter Flüchtlinge in Jobs. Es sei modellhaft, dass die Bundesagentur für Arbeit in Berlin-Spandau ein Büro im Gebäude einer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (BAMF) habe, sagt Merkel nach dem Besuch dort. "Ich denke, dieses Modellprojekt zusammen mit BA und BAMF steht stellvertretend für das, was wir in nächsten Monaten erreichen wollen." Im Idealfall sollten Flüchtlinge mit dem Bescheid einer Bleibeerlaubnis bereits in Stellen oder Ausbildungen vermittelt werden.

+++ 12.27 Uhr: Rechtspopulist Wilders spricht von "islamischer Invasion" +++

Der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders spricht angesichts der nach Europa fliehenden Menschen von einer "islamischen Invasion". Im Parlament in Den Haag sagt Wilders: "In ganz Europa Massen von jungen Männern um die 20 mit Bärten, die Allahu Akbar singen. Das ist eine Invasion, die unseren Wohlstand, unsere Sicherheit, unsere Kultur und Identität bedrohen."

+++ 12:16 Uhr: Migranten können die Sozialsysteme langfristig entlasten +++

Die Konjunktur in Deutschland wird nach Ansicht des Essener Wirtschafsforschungsinstituts RWI voraussichtlich vom jüngsten Zustrom von Flüchtlingen und Asylbewerbern profitieren. Mittel- bis langfristig dürften insbesondere die vielen jungen Zuwanderer die Sozialsysteme entlasten, sagen die Forscher in ihrer vorgelegten Herbstprognose voraus. Dazu sei es allerdings nötig, sie in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Die Chancen hierfür stehen laut RWI nicht schlecht - auch wegen des demografischen Wandels. Die gestiegene Zahl offener Stellen zeige, dass es für Unternehmen schwierig sei, geeignete Arbeitskräfte zu finden. "Migranten könnten mithin dazu beitragen, dass sich die Wachstumsperspektiven Deutschlands verbessern", erklären die Forscher des Instituts, das von dem Wirtschaftsweisen Christoph Schmidt geleitet wird. 

+++ 11:51 Uhr: EU bekommt positive Signale der Länder für eine Verteilung weiterer Flüchtlinge +++

Die EU-Kommission hat sich optimistisch gezeigt, dass es eine Einigung auf eine EU-weite Verteilung von Flüchtlingen geben wird. "Es gibt Bewegung in der Diskussion", sagt der Leiter der EU-Vertretung in Berlin, Richard Kühnel in Berlin. Vor dem Treffen der EU-Innenminister am Montag gebe es positive Signale etwa aus Spanien, Polen und den baltischen Staaten. "Wir sind optimistisch, für die Neuregelung eine qualifizierte Mehrheit im Rat zu bekommen", sagt Kühnel. Auch Irland und Dänemark wollten sich in der ein oder anderen Form beteiligen. Beide Länder sind wie Großbritannien laut EU-Vertrag nicht verpflichtet, eine verbindliche Verteilung von Flüchtlingen auf ihre Länder zu akzeptieren. Widerstand gegen jede verbindliche Quotenregelung kommt vor allem aus Osteuropa.

+++ 11:38 Uhr: Die Zahl der ankommenden Flüchtlinge in Österreich erreicht neuen Rekord +++

 In Österreich ist die Zahl der aus Ungarn einreisenden Flüchtlinge wieder gestiegen. In der Nacht zum Donnerstag passierten mehr als 3000 Flüchtlinge die ungarisch-österreichische Grenze bei Nickelsdorf, wie die österreichische Polizei mitteilt. Allein zwischen Mitternacht und 3:00 Uhr kamen demnach 1700 Menschen an. In Nickelsdorf werden rund 2800 Flüchtlinge versorgt, während sie auf Busse und Züge zum Weitertransport Richtung Deutschland warten. Die meisten Flüchtlinge wollen nicht in Österreich bleiben, sondern nach Deutschland weiterreisen. Die ungarische Polizei teilt mit, die Zahl der ankommenden Flüchtlinge habe einen neuen Rekord erreicht. 

+++ 10:50 Uhr: Auch die Iren wollen mehr Flüchtlinge aufnehmen +++

Irland erklärt sich bereit, 2900 Flüchtlinge mehr aufzunehmen als bislang geplant. Damit könnten nach den Worten von Justizministerin Frances Fitzgerald bis zu 4000 Asylbewerber in das Land kommen.

+++ 10:42 Uhr: Fernzüge der Deutschen Bahn fahren nicht nach Dänemark +++

Die Deutsche Bahn fährt nach ihren Angaben auch heute keine Fernzüge nach Dänemark, nachdem die Behörden dort am Mittwoch den Verkehr wegen Flüchtlingen in den Zügen gestoppt haben. Betroffen sind die Linien von Hamburg in Richtung Kopenhagen sowie nach Arhus. Der von der dänischen Bahn betriebene Nahverkehr über die Grenze läuft jedoch.

+++ 10:41 Uhr Merkel von Flüchtlingen mit Applaus empfangen +++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist zum Besuch einer Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge im Berliner Bezirk Spandau eingetroffen. Dort wird sie von Flüchtlingen mit Applaus begrüßt. Die Kanzlerin besucht auch eine Erstaufnahmeeinrichtung. Anschließend will sie in der Ferdinand-Freiligrath-Schule im Stadtteil Kreuzberg Schüler einer sogenannten Willkommensklasse treffen. Solche Klassen sind für Flüchtlingskinder gedacht, die noch kein Deutsch sprechen.

+++ 10:41 Uhr: Argentiniens Präsidentin kritisiert Flüchtlingspolitik in Europa +++

Die argentinische Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner hat die Flüchtlingspolitik der EU und der Bundesregierung scharf kritisiert. "Ich möchte nicht diesen Ländern des Nordens ähneln, die Einwanderer abschieben und Kinder am Strand ertrinken lassen", sagt die Präsidentin. "Ich möchte niemanden ähneln, der einem 15-jährigen Mädchen sagt, es könne nicht dort zur Schule gehen, wo es lebt, und müsse gehen", so Kirchner, die Argentinien als Einwandererland bezeichnet.

Kirchner bezieht sich offenbar auf das Bild eines ertrunkenen syrischen Flüchtlingsjungen am Strand im türkischen Bodrum und auf den Austausch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit einer jungen Palästinenserin vor zwei Monaten in Rostock. Die Kanzlerin äußerte bei dem Treffen Verständnis, verwies aber auf die deutschen Gesetze - und darauf, dass Deutschland nicht alle Menschen aufnehmen könne, die sich hier ein besseres Leben erhofften. Daraufhin brach das Mädchen in Tränen aus. Die Kanzlerin musste sich im Internet jede Menge Spott gefallen lassen und bekam von Kritikern Kaltherzigkeit vorgeworfen.

+++ 10:31 Uhr: Gabriel findet Junckers Flüchtlings-Notplan nicht ausreichend +++

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bezeichnet die Vorschläge von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zur Notumsiedlung von 160 000 Flüchtlingen in der EU als unzureichend. Dies sei höchstens ein erster Schritt - "wenn man es freundlich sagt", so der Vizekanzler in der Haushaltsdebatte des Bundestages: "Man kann aber auch sagen: ein Tropfen auf den heißen Stein". Weitere Schritte müssten sich anschließen.

Gabriel mahnt zu einer realistischen Einordnung der Zahlen und verweist auf die aktuelle Zuwanderung nach Deutschland: Von den 160 000 in der EU umzuverteilenden Flüchtlingen würden rund 31 000 auf Deutschland entfallen, aber im laufenden Jahr seien allein bis Anfang dieser Woche 450 000 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen - davon 105 000 im August und in den ersten acht September-Tagen bereits 37 000. "Vielleicht werden es im September 100 000", sagt Gabriel.

Europa müsse beweisen, dass es seine humane Orientierung behalte. "Wir sind hier keine Zugewinngemeinschaft in Europa, bei der man mitmacht, wenn man Geld kriegt, sondern eine Verantwortungsgemeinschaft." Juncker habe den ersten Schritt getan, die EU-Staaten müssten nun deutlich mehr Schritte tun.

+++ 10:30 Uhr: Experten sehen deutschen Staat auch 2016 im Plus +++

Ungeachtet der zusätzlichen Kosten durch die hohe Zahl von Flüchtlingen sehen Experten auch im kommenden Jahr die staatlichen Haushalte in Deutschland deutlich im Plus. "Dieses Jahr dürfte der Staat rund 19 und 2016 rund acht Milliarden Euro Überschuss erwirtschaften", sagt der Finanzexperte des Wirtschaftsforschungsinstituts RWI, Heinz Gebhardt, dem Düsseldorfer "Handelsblatt". Dabei seien die Mehrkosten für die Flüchtlinge sowie geplante Steuerentlastungen berücksichtigt.

In den vergangenen Wochen waren wiederholt Befürchtungen geäußert worden, die hohe Zahl von Flüchtlingen könnte die deutschen Haushaltsziele gefährden. Union und SPD hatten sich am Sonntag darauf verständigt, im Haushalt 2016 drei Milliarden Euro zusätzlich für diesbezügliches Ausgaben des Bundes einzuplanen, zudem weitere drei Milliarden Euro zur Entlastung von Ländern und Kommunen.

+++ 10:07 Uhr: ARAG versichert Flüchtlinge beim Vereinssport +++

Bereits seit Monaten zeigen die deutschen Sportvereine großes Engagement bei der Integration von Flüchtlingen. Die Vereine laden Flüchtlinge ein, mitzutrainieren, an Wettkämpfen teilzunehmen oder einfach am Vereinsleben teilzuhaben. Allerdings waren sie dabei in der Regel als Nicht-Mitglieder nicht versichert bzw. die Versicherungsfragen ungeklärt. In letzter Konsequenz hätten die damit verbundenen offenen Fragen auch zu erheblichen finanziellen Belastungen für die Vereine führen können. Die ARAG als Sportversicherer übernimmt diesen Versicherungsschutz seit dem Jahreswechsel 2014/2015.

"Sport verbindet über alle Kulturgrenzen hinweg und ist daher das ideale Integrationsmittel für Flüchtlinge. Es ist deshalb ein klares Gebot unserer Verantwortung als Familienunternehmen nicht zu warten, bis sich die ersten Flüchtlinge beim Sport verletzen", beschreibt Christian Vogée, Vorstandsmitglied der ARAG die Ausgangslage. "Wenn es hier zu ersten Kostendiskussionen kommt, besteht die Gefahr, dass diese sehr wertvolle Initiative der Vereine unter Umständen abgewürgt wird. Deshalb unterstützt die Versicherung schnell und unkompliziert den Wunsch der Landessportbünde nach einer adäquaten Absicherung".

+++ 10:07 Uhr: Bayer Stiftung fördert ehrenamtliches Engagement in Flüchtlingshilfe +++

Die Bayer Cares Foundation, die Sozialstiftung des Bayer-Konzerns, ruft Mitarbeiter und Bürger, die sich im Umfeld der deutschen Unternehmensstandorte ehrenamtlich in Projekten der Flüchtlingshilfe engagieren, dazu auf, sich um Fördergelder zu bewerben. Dafür verlängert die Stiftung die Bewerbungsfrist für die neue Förderrunde des Bayer-Ehrenamtsprogramm bis zum 9. Oktober 2015.

"Bereits in der Vergangenheit haben wir Mitarbeiter von Bayer sowie Bürger in ihrem Engagement für die Flüchtlingshilfe und die gesellschaftliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund unterstützt", sagt Stiftungsvorstand Thimo V. Schmitt-Lord. "Angesichts des dringenden und weiter steigenden Bedarfs an Unterstützung in vielerlei Hinsicht ermutigen wir alle, die sich in den Einzugsgebieten unserer deutschen Unternehmensstandorte ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagieren, von unserem Förderangebot Gebrauch zu machen."

Insgesamt stehen in der aktuellen Runde des Bayer-Ehrenamtsprogramms 350.000 Euro an Fördermitteln für die erfolgreiche Umsetzung bereits laufender oder den Start neuer Projekte von Sozialträgern bereit. Jeder, der sich persönlich in einem konkreten Projekt ehrenamtlich engagiert, kann dafür eine finanzielle Unterstützung in Höhe von bis zu 5.000 Euro beantragen. Die Bewerbung ist hier online möglich.

+++ 10:07 Uhr: Weitere Flüchtlinge am Bahnhof von Stuttgart eingetroffen +++

Auch heute sind in den frühen Morgenstunden 136 Schutzsuchende durch die Bundespolizei in Stuttgart festgestellt worden. Alle Personen führen keine erforderlichen Aufenthaltspapiere mit sich und äußern Asylbegehren. Derzeit befinden sich die Schutzsuchenden in den Räumen der Bundespolizei. Nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen werden die Personen mittels Anlaufbescheinigung zur Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge nach Karlsruhe weitergeleitet.

Bundespolizisten vom Flughafen Stuttgart und Offenburg und Karlsruhe unterstützen bei der Erfassung und Versorgung der Flüchtlinge. Aufgrund der hohen Belastung durch die illegale Migration sind die Reviere Tübingen und Heilbronn temporär nicht besetzt. Die Beamten werden bis auf weiteres das Bundespolizeirevier Stuttgart Hauptbahnhof unterstützen.

+++ 10:03 Uhr: Integrationsbeauftragte unterstützt ehrenamtliche Flüchtlingshelfer +++

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz, stellt in Berlin von ehrenamtlichen Helfern organisierte Projekte zur Unterstützung von Flüchtlingen vor. "Unser Ansatz ist, deutlich zu machen, dass all diese Ehrenamtlichen auch Unterstützung brauchen", sagt Özoguz im ARD-"Morgenmagazin". "Ich habe alle Restmittel, die mir noch zur Verfügung stehen, zusammengekratzt, und das geben wir heute den Verbänden, die das organisieren."

Für die Integration der geflüchteten Menschen seien Sprachkurse und schnelle Asylverfahren am wichtigsten. "Die Menschen müssen wissen: Habe ich hier eine Perspektive, in Deutschland zu bleiben oder nicht?" Das sei auch für das Engagement der ehrenamtlichen Helfer wichtig.

+++ 09:51 Uhr: Australien gibt für Bootsflüchtlinge weiterhin keine Erleichterung +++

Australien hält an seiner harten Flüchtlingspolitik fest. Bootsflüchtlinge dürfen sich weiterhin keine Chancen auf ein Leben in Australien ausrechnen. Dies betont Ministerpräsident Tony Abbott im Radio. "Das letzte, was wir wollen, ist Menschenschmuggler und ihre Kunden zu belohnen", so Abbott. Australien hatte am Mittwoch der zusätzlichen Aufnahme von 12 000 syrischen Flüchtlingen zugestimmt. Diese würden direkt aus Lagern im Nahen Osten kommen, berichtete ABC Radio. Bootsflüchtlinge aber würden in Aufnahmelager auf Nauru oder Papua-Neuguinea gebracht. Eine Aufenthaltserlaubnis für Australien werde es für sie nicht geben, sagte Abbott.

+++ 09:48 Uhr: Lettische Zeitung meint: Flüchtlingsfrage sorgt für Chaos in der EU +++

Die liberale lettische Tageszeitung "Diena" schreibt zur Diskussion um die Aufnahme von Flüchtlingen: "In der EU herrscht Chaos über die Aufnahme von Flüchtlingen. Obwohl die EU-Kommission einen Sieben-Punkte-Plan präsentierte, gibt es keine große Hoffnungen, dass die Mitgliedsstaaten ihn berücksichtigen werden. Und während die Länder nicht in der Lage sind, sich zu einigen, strömen weiterhin Asylsuchende in nie dagewesener Zahl in die EU. Auch in Lettland gibt es in dieser Frage noch viele unbeantwortete Fragen." 

+++ 09:48 Uhr: Ratsvorsitzender der Muslime fordert "klare Regeln" für Eingliederung +++

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland dringt auf eine schnelle Integration von Flüchtlingen in Deutschland, nennt dafür aber auch Voraussetzungen. "Wir müssen ganz klar hier Regeln aufstellen", sagt der Ratsvorsitzende Aiman Mazyek am Donnerstag dem Bayerischen Rundfunk. Er äußert sich besorgt, dass religiöse Konflikte auch nach Deutschland hineingetragen werden könnten.

"Es wird Konflikte geben", zeigt sich Mazyek überzeugt. Dem müsse entschieden entgegengetreten werden: "Jene, die meinen, hier in Deutschland ihre Konflikte auszutragen, die haben sofort ihr Recht, hier zu weilen in Deutschland, verwirkt. Die haben hier nichts zu suchen."

Der Zentralrats-Vorsitzende plädiert für eine Politik des "Förderns und Forderns" auch bei der Integration. Wichtig sei vor allem ein schneller Spracherwerb. Zudem müsse zügig den Flüchtlingen deutlich gemacht werden, "wie unser Gemeinwesen aussieht". Ein Beitrag dazu könne sein, das Grundgesetz auf arabisch zu übersetzen.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagt im Bundestag, bei der Aufnahme hunderttausender Flüchtlinge in Deutschland müsse die Integration "allerhöchste Priorität" haben. In diesem Jahr wird mit 800.000 Flüchtlingen hierzulande gerechnet.

+++ 09:43 Uhr: Gabriel will Einwanderungsgesetz vorantreiben+++

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel will möglichst rasch ein Einwanderungsgesetz für Deutschland. "Wir brauchen eine Alternative zu Schlepperbanden und zu Menschenhändlern", sagt der SPD-Vorsitzende im Bundestag. "Migration lässt sich nicht verbieten oder verhindern." Es müsse einen legalen Zugang zu Europa geben. "Deswegen rate ich uns dringend auch in Deutschland, das Thema Einwanderungsgesetz voranzutreiben", so Gabriel. Auch in Europa müsse für eine solche Politik geworben werden. In diesem Jahr seien bereits 450.000 Flüchtlinge nach Deutschland gekommen. Allein in den ersten acht Septembertagen seien es 37.000 gewesen, im August 105.000.

In der Union gibt es Widerstand gegen ein Einwanderungsgesetz. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Debatte über das Gesetz vertagt und erklärt, wenn Klarheit über den Zuzug der Flüchtlinge bestehe, könne man über das Einwanderungsgesetz "sehr nüchtern" reden. 

+++ 09:35 Uhr: Flüchtlingskrise ohne Leistungskürzungen finanzierbar +++

Deutschland kann die Bewältigung der Flüchtlingskrise nach Angaben von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) ohne Leistungskürzungen für Bürger und ohne Steuererhöhungen finanzieren. Möglich sei dies, weil die Bundesregierung in der Wirtschafts- und Finanzpolitik Kurs gehalten und keine neuen Schulden aufgenommen habe, sagt der Vizekanzler in der Haushaltsdebatte des Bundestags. "Das zahlt sich jetzt aus." Die deutsche Wirtschaft befinde sich weiter auf einem solidem Wachstumskurs. Die von der Regierung für dieses und nächstes Jahr unterstellten Wachstumsprognosen von jeweils 1,8 Prozent seien realistisch.

Mit Blick auf die steigenden Flüchtlingszahlen appelliert Gabriel an die Wirtschaft, zusammen mit Gewerkschaften und der Politik eine Ausbildungsinitiative zu starten. Chancen und Risiken der Zuwanderung lägen dicht beieinander. Wenn man Zuwanderer schnell in Arbeit bringe, könne eines der drängendsten Probleme - der Fachkräftemangel - gelöst werden. Bis 2030 fehlten rund sechs Millionen Arbeitskräfte. Das sei eine Gefahr nicht nur für Unternehmen, sondern für den Wohlstand der gesamten Gesellschaft.

+++ 09:24 Uhr: Rund 128.000 Immigranten könnten arbeiten +++

Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) schätzt die Zahl der anerkannten Zuwanderer im erwerbsfähigen Alter auf rund 128.000. Das IWH hat die Zahl der potenziellen Arbeitskräfte aufgrund der Anerkennungsquote der Monate Januar bis Juli berechnet, sagt IWH-Vizepräsident Oliver Holtemöller der "Mitteldeutschen Zeitung". Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr mit rund 800.000 Flüchtlingen, doch Kinder und Alte stünden nicht als Arbeitskräfte zur Verfügung, so Holtemöller. Die Wirtschaftsforscher hätten zudem unterstellt, dass nur 500.000 Asylanträge überhaupt bearbeitet werden.

Bei der Bundesagentur für Arbeit sind knapp 600.000 freie Stellen gemeldet. Doch auch für Migranten, die eine Arbeitserlaubnis erhalten, sei es nicht einfach, einen Job zu finden, sagte Holtemöller. Die größten Hürden seien fehlende Sprachkenntnisse und die Anerkennung von Berufsabschlüssen. 

+++ 08:36 Uhr: Weiterer Sonderzug auf dem Weg in Berlin +++

In Berlin wird gegen neun Uhr ein weiterer Sonderzug aus München mit 540 Flüchtlingen erwartet. Für ihre Unterbringung wurden in der Nacht kurzfristig zwei Sporthallen vorbereitet, wie die Sozialverwaltung mitteilt. Demnach können je 500 Asylsuchende in der Groß-Sporthalle und der Rudolf-Harbig-Halle im Olympiapark aufgenommen werden.

Das vor wenigen Tagen bezogene Zeltlager und die Gebäude in der Spandauer Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne sind mit 1600 Menschen inzwischen voll belegt. Der Senat stellt sich darauf ein, auch in den nächsten Tagen viele Flüchtlinge aufzunehmen. Die Unterbringung in weiteren öffentlichen Gebäuden werde intensiv geprüft, heißt es.

+++ 08.25 Uhr: Tausende Flüchtlinge überqueren Grenze zu Österreich +++

Nach Polizeiangaben haben seit Mitternacht 3700 Flüchtlinge in Nickelsdorf die österreichisch-ungarische Grenze überquert. Sie sollen im Lauf des Tages weiter Richtung Westen fahren, sagt ein Sprecher der Polizei Burgenland. Weitere Flüchtlinge würden im Laufe des Tages erwartet. 

+++ 07.59 Uhr: Dänemark lässt Zug mit Migranten passieren +++

Nach der Wiederaufnahme des Bahnverkehrs zwischen Deutschland und Dänemark hat die dänische Polizei einen ersten Zug mit Flüchtlingen ins Land gelassen. Die rund 50 Flüchtlinge seien zu ihren Reisezielen befragt worden, anschließend durfte der Zug in Richtung Kopenhagen weiterfahren, teilt ein Polizeisprecher in Padborg mit. Am Grenzbahnhof in Padborg kontrollierten Dutzende Beamte die aus Flensburg kommenden Menschen.

+++ 07.05 Uhr: Flüchtlinge verlassen Flensburg Richtung Dänemark +++

Ein erster Zug mit Flüchtlingen startet mit leichter Verspätung von Flensburg in Richtung Dänemark. An Bord sind nach Beobachtung eines Reporters der Deutschen Presse-Agentur etwa 50 Migranten. Die meisten von ihnen waren zuvor mit einer Regionalbahn aus Neumünster angekommen.

+++ 05.23 Uhr: Berg unbearbeiteter Asylanträge wächst +++

Beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) stapeln sich laut einem Zeitungsbericht immer mehr unbearbeitete Asylanträge. Die Zahl der noch ausstehenden Entscheidungen über Asylanträge sei von 178.250 im Januar bis Ende August auf 276.617 Stück gestiegen, berichten die "Ruhr Nachrichten". Im August habe es 16.769 Asylentscheidungen gegeben und damit so wenig wie seit Jahresbeginn nicht. Seit Jahresbeginn wurden demnach insgesamt 152.777 Entscheidungen über Asylanträge getroffen.

Die meisten Antragssteller kamen dem Bericht zufolge aus Syrien. Die Dauer der Asylverfahren habe im Schnitt 5,3 Monate betragen. Der Bund rechnet in diesem Jahr mit insgesamt 800.000 Neuankömmlingen.

+++ 05.15 Uhr: Fast jeder Fünfte hat Flüchtlingen geholfen +++

Einer Umfrage zufolge hat fast jeder fünfte Bürger in Deutschland schon einmal etwas unternommen, um einem Flüchtling zu helfen. Das zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Exakt waren es 18 Prozent der Befragten. 23 Prozent gaben an, sie hätten Flüchtlinge bisher nicht unterstützt - hätten dies aber vor. Mit Nein antworteten 59 Prozent der Befragten.

Von den Unterstützern haben die weitaus meisten eine Sachspende getätigt, dahinter folgen Geldspenden. Daneben kümmerten sich Befragte etwa um Behördengänge oder schulische Hilfe. Nur ein ganz geringer Teil der 18 Prozent, die einem Flüchtling schon einmal geholfen haben, haben Menschen aufgenommen.

+++ 05.10 Uhr: Verdi warnt Arbeitgeber +++

Angesichts der anstehenden Integration Hunderttausender Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt fordert die Gewerkschaft Verdi Unternehmen auf, geltende Vorschriften zu beachten. Tarifliche und gesetzliche Mindestlöhne müssten eingehalten werden. Zudem dürften Flüchtlinge nicht mit Langzeitarbeitslosen gleichgestellt werden, die teilweise vom Mindestlohn ausgenommen sind. "Es darf nicht dazu führen, dass sich die Arbeitsbedingungen für die bisherige Belegschaft verschlechtern", mahnt ein Bereichsleiter in Berlin.

+++ 5:06: Obama will Europa in der Krise helfen +++

Die USA geben ihre bisherige Zurückhaltung angesichts der dramatischen Bilder der Flüchtlingskrise in Europa auf und bieten Europa nun vorsichtig Hilfe an. US-Außenminister John Kerry trifft sich dazu mit den Mitgliedern der Justizausschüsse im Repräsentantenhaus und im Senat, um unter anderem ihre Flüchtlingsaufnahmequote nach oben zu korrigieren. Die Details werden in den kommenden Tagen ausgearbeitet, doch soll insbesondere die Zahl der syrischen Flüchtlinge erhöht werden. Nach Angaben aus Regierungskreisen nannte Kerry vor Parlamentariern die Zahl von 5000 zusätzlichen Personen, die ins Land kommen sollten. Einem Regierungsberater zufolge kann die Zahl auch deutlich höher ausfallen.

+++ 04.54 Uhr: Züge zwischen Dänemark und Deutschland rollen wieder +++

Nach der Unterbrechung des Zugverkehrs von und nach Deutschland wegen des Flüchtlingsandrangs rechnet die dänische Bahngesellschaft DSB für heute mit einer Normalisierung des grenzüberschreitenden Zugverkehrs. Die Züge durch die Grenzstadt Padborg würden am Donnerstag wieder normal verkehren, teilt das Unternehmen mit. Die Fährverbindung zwischen beiden Ländern bleibe für Züge aber "wegen Polizeieinsätzen an den Grenzen" geschlossen. Wegen des Flüchtlingsandrangs hatte Dänemark den Zugverkehr von und nach Deutschland gestern gestoppt.

+++ 04.06 Uhr: Bistümer wollen Flüchtlingshilfe verstärken +++

Die katholischen Bistümer in Deutschland wollen ihr Engagement in der Flüchtlingskrise ausbauen. Bereits jetzt werden Tausende Flüchtlinge in kirchlichen Einrichtungen wie Klöstern und Pfarr- und Gästehäusern, aber auch Bildungsstätten, Studenten- oder Behindertenwohnheimen untergebracht. "Mit seinem Appell rennt der Papst bei uns offene Türen ein", sagt Uwe Renz, Sprecher der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Mehrere Bistümer haben zudem zusätzliche Mittel bereitgestellt. Das Erzbistum Köln stellt 12,5 Millionen Euro für die Flüchtlings- und Nothilfe bereit. Wer als Privatperson oder Gemeinde Asylsuchenden Wohnraum zur Verfügung bieten möchte, kann Unterstützung anfragen. Papst Franziskus hatte dazu aufgerufen, dass "alle Pfarreien, religiösen Gemeinschaften, Klöster und Wallfahrtsorte in ganz Europa" eine Flüchtlingsfamilie aufnehmen sollten.

+++ 1.06 Uhr: Käßmann mahnt zu Gelassenheit +++

 In der Debatte um Ängste vor einer Islamisierung des Abendlandes spricht sich die evangelische Theologin Margot Käßmann für mehr Gelassenheit aus. "Ich muss bei den besorgten Mitbürgern immer ein wenig lächeln. Ich sage denen gern: Gehen Sie sonntags in die Kirchen, dann müssen Sie keine Angst vor vollen Moscheen haben", zitiert sie die "Hamburger Morgenpost". Die wegen einer Islamisierung "besorgten Mitbürger" nimmt Käßmann "ernst, aber ich stelle ihnen in Abrede, dass sie für das christliche Abendland sprechen".

+++ 0.19 Uhr: Flüchtlingsgruppe in Dänemark gibt nach +++

Nachdem rund 340 Flüchtlinge den ganzen Tag lang in zwei Zügen im dänischen Rödby festsaßen, willigen etwa hundert von ihnen ein, in Dänemark zu bleiben. Sie würden nun zur Registrierung in Erstaufnahmeeinrichtungen gebracht, teilt die dänische Polizei mit. Der Einigung gingen stundenlange Verhandlungen voraus.

+++ 23.22 Uhr: Dänen können Migranten nicht dauerhaft aufhalten +++

Die dänische Polizei kann in Dänemark ankommende Flüchtlinge nicht dauerhaft von der Weiterreise nach Schweden abhalten. "Wir haben laut dem Ausländergesetz Befugnis, Menschen dreimal 24 Stunden zurückzuhalten", sagt Reichspolizeichef Jens Henrik Højbjerg bei einer Pressekonferenz am Abend. "Es ist klar, dass wenn die Zeit, in der wir die Menschen zurückhalten können, abläuft, wir nicht verhindern können, dass sie in ein anderes Land reisen".

+++ 23.13 Uhr: Flüchtlinge in Flensburg untergebracht +++

Zahlreiche Flüchtlinge werden am späten Mittwochabend vom Bahnhof in Flensburg in Erstaufnahmeeinrichtungen in Schleswig-Holstein gebracht. Die meisten der etwa 100 bis 150 Menschen werden mit Bussen nach Boostedt (Kreis Segeberg) gefahren, wie ein Behördensprecher in Kiel sagt. "Damit der lange Weg ein Ende hat und alle sicher unterkommen."

Die Flüchtlinge waren im Laufe des Abends mit Regionalzügen nach Flensburg gekommen. Sie konnten nicht weiter nach Norden, weil die dänische Bahn zuvor auf Anweisung der Polizei angesichts Hunderter ankommender Flüchtlinge den Zugverkehr zwischen Deutschland und Dänemark eingestellt hatte.

+++ 22.12 Uhr: Ungarisches Militär übt Grenzsicherung +++

Das ungarische Militär hält eine Übung zur Sicherung der Grenze im Süden ab, wie die amtliche Nachrichtenagentur MTI unter Berufung auf den Stabschef, General Tibor Benko, meldet.

lst/jen/tkr / AFP / DPA / Reuters
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(