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Skuriller Vorfall Gerhard Schröder muss Video mit Nacktbildern auf LinkedIn entfernen

Gerhard Schröder
Gerhard Schröder war von 1998 bis 2005 Bundeskanzler
© Kay Nietfeld / DPA
Gerhard Schröder hat auf LinkedIn ein Video gepostet, in dem auch Nacktbilder zu sehen waren – kunstvolle Fotos, die der berühmte Fotograf Helmut Newton gemacht hatte. Das verstieß gegen die Regeln der Plattform – zum Erstaunen des ehemaligen Kanzlers.

Da war sogar Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder baff. "Ich habe schon manche politische und mediale Kontroverse erlebt – da überrascht mich eigentlich wenig. Doch dass sich LinkedIn jetzt bei mir meldet, das ist auch für mich eine neue Erfahrung", schrieb der 78-Jährige in einem Post auf – natürlich – LinkedIn. Was war passiert, das den Politiker so erstaunt hatte?

Die Geschichte ist einigermaßen kurios: Es geht um Kunst, nackte Brüste und das Internet. Schröder ist gern auf LinkedIn unterwegs, einer Plattform, die in erster Linie für berufliche Kontakte gedacht ist. Dort bewirbt er seine Bücher und äußert sich ab und an zu politischen Themen. Kürzlich postete Schröder in dem Netzwerk ein Video, in dem er über den 2004 verstorbenen Fotografen Helmut Newton sprach. Newton hatte sowohl Schröder fotografiert als auch – und das weitaus öfter – nackte Frauen. Diese Bilder waren in dem Clip zu sehen. Grund genug für LinkedIn, das Video zu beanstanden.

Gerhard Schröder erinnert sich auf LinkedIn an Helmut Newton

Das Netzwerk sei an ihn herangetreten, mit dem Wunsch, er möge das Video entfernen, berichtet Schröder. Zur Begründung hieß es, es sei "zu viel nackte Haut" zu sehen. Wer sich in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter, Instagram oder eben LinkedIn bewegt, weiß, dass das schnell zum Problem werden kann. Schröder war das offenbar neu. "Selbstbewusste, unbekleidete Frauen", seien da gezeigt worden, "Kunst, die man auch öffentlich präsentieren darf". "Aber liege ich falsch?", fragte der Ex-Bundeskanzler seine Kontakte in dem Netzwerk.

Gerhard Schröder erklärt den Herbst

In der Logik der Social-Media-Konzerne offenbar ja – und dagegen kommt auch ein ehemaliger deutscher Kanzler und heutiger Vertrauter des russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht an. Schröder musste das Video wohl oder übel entfernen, so wie von LinkedIn gewünscht. Auf seiner Seite ist nun eine geschnittene Version des Interviews, das Schröder in den Staatlichen Museen zu Berlin zum 100. Geburtstag von Helmut Newton gegeben hatte, zu sehen. Die nackten Frauenkörper sind daraus verschwunden. 

Auf Youtube ist das Original noch online – inklusive der weltberühmten Fotografien von Newton, aber mit einer Altersbeschränkung. Gerhard Schröder berichtet in dem Video unter anderem, wie ihn Newton 1998 als Kanzlerkandidat fotografierte und wie ein weiteres Treffen während seiner Kanzlerschaft nicht zustande kam, weil der Fotograf den Termin vergessen hatte. 

Quellen: Gerhard Schröder auf LinkedIn / Staatliche Museen zu Berlin auf Youtube

epp

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