Gerhard Schröder Nein zu Lafontaine, Ja zu Merkel


Kanzler Schröder hat bei der Vorstellung des SPD-Wahlmanifests eine Koalition mit der WASG ausgeschlossen. "Mit dieser merkwürdigen Gruppierung am linken Rand" würde er nie etwas machen". Zugleich stehe er für ein TV-Duell gegen Merkel bereit.

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat jegliche Zusammenarbeit mit dem Linksbündnis aus PDS und WASG entschieden abgelehnt. Auf die Frage nach möglichen Koalitionen nach einer Neuwahl sagte Schröder am Dienstag bei der Vorlage des SPD-Wahlprogramms in Berlin, eine Konstellation schließe er definitiv aus: "Ich werde nie etwas mit dieser merkwürdigen Gruppierung da am linken Rand machen, auch wenn die in den Bundestag kommen sollte."

Ohne die beteiligten Parteien oder den zum WASG-Spitzenkandidaten avancierten früheren SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine beim Namen zu nennen, warf Schröder ihnen "Illusionen" und eine "nationalstaatliche Regelungswut" vor. Zudem seien da Kräfte am Werk, die "immer wenn es eng wird und wenn es schwierig wird, nichts anderes haben als realisierte Fluchtgedanken". Dies betreffe beide Führungspersonen "in diesem merkwürdigen Bündnis da". Lafontaine hatte seine Ämter als Bundesfinanzminister und SPD-Chef niedergelegt. Der PDS-Politiker Gregor Gysi war als Berliner Wirtschaftssenator zurückgetreten.

Schröder bereit zu TV-Duell

Zudem hat sich Schröder zu einem TV-Duell mit Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel bereit erklärt. "Ich stehe zur Verfügung, ohne jeden Zweifel", sagte der Kanzler. "Ich freue mich auf eine Auseinandersetzung, die klar macht, worum es geht, und wer wofür steht", sagte Schröder. Zur Frage eines Fernsehduells mit Lafontaine sagte er nur, er betrachte dies als eine rhetorische Frage. Vor der Bundestagswahl 2002 hatte es zwei Fernsehduelle zwischen Schröder und dem damaligen Kanzlerkandidaten der Union, CSU-Chef Edmund Stoiber, gegeben.

Alle im Bundestag vertretenen Parteien streben eine vorgezogene Bundestagswahl im Herbst an. Als wahrscheinlicher Termin gilt der 18. September, sollte Bundespräsident Horst Köhler dem Wunsch Schröders nach einer Auflösung des Bundestages folgen. Schröder rief dazu auf, die Souveränität des Bundespräsidenten zu achten. "Ich werde mich zu dieser Frage nicht mehr öffentlich äußern, weil ich das tue vor dem Respekt des Bundespräsidenten", sagte der Kanzler in Berlin. Jeder tue gut daran, die Souveränität des Bundespräsidenten bei der Entscheidung nicht in Frage zu stellen. "Ich habe darin volles Vertrauen."

AP/DPA/Reuters AP DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker