HOME

Bewährungsstrafe: Vom Frauenheld zum Flaschenwerfer: 21-Jähriger nach Gewalt bei G20-Gipfel verurteilt

Ursprünglich sei er wegen einer Frau nach Hamburg gekommen, mischte dann aber bei bei den G20-Krawallen mit. Nun wurde ein 21-jähriger Franzose zu einer Bewährungsstrafe wegen versuchter Körperverletzung verurteilt.  

Bewährungsstrafe für 21-jährigen Franzosen in Prozess um Gewalt bei G20-Gipfel

Amtsgericht in Hamburg: Dem Angeklagten wird vorgeworfen, im Rahmen der G20-Krawalle Flaschen auf Polizisten geworfen zu haben

In einem weiteren Prozess nach den schweren Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel ist ein 21-jähriger Franzosen zu einem Jahr und fünf Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Amtsgericht Hamburg sprach den jungen Mann am Freitag nach Angaben eines Gerichtssprechers der versuchten gefährlichen Körperverletzung, des tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte sowie des Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte schuldig. Er soll außerdem 500 Euro an die Witwen- und Waisenkasse der Polizei zahlen.

Der 21-Jährige räumte vor Gericht ein, am Rande der Demonstrationen am Vorabend des Gipfeltreffens im Schanzenviertel mindestens vier Flaschen auf Polizeibeamte geworfen zu haben. Das Gericht ging in seiner Urteilsbegründung von mindestens fünf Flaschenwürfen aus. Kurz darauf soll er sich gegen seine Festnahme gewaltsam zur Wehr gesetzt haben. Seit dem 7. Juli saß der junge Mann in Untersuchungshaft.

Angeklagter hoffte eine Frau wiederzutreffen

Als Grund für die Flaschenwürfe gab er dem Sprecher zufolge an, er sei empört gewesen, dass Polizisten aus seiner Sicht grundlos auf Demonstranten losgegangen seien und er selbst Pfefferspray ins Gesicht bekommen habe.

Die im Vergleich zum ersten wegen der G20-Krawalle ergangenen Urteil eher milde Strafe begründete das Gericht den Angaben zufolge unter anderem mit dem Geständnis des 21-Jährigen und der gezeigten Reue. Der Franzose selbst erklärte, er sei eigentlich wegen eines Mädchens nach Hamburg gekommen, das er kurz vorher kennengelernt hatte und hoffte, dort wiederzutreffen.

Dritter Prozess gegen G20-Randalierer

Es war bereits der dritte Urteil gegen einen Randalierer im Zusammenhang mit dem G20-Treffen. In einem ersten Verfahren verurteilte das Amtsgericht der Hansestadt einen 21-jährigen Niederländer zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft. Er hatte Flaschen auf Polizisten geworfen.

In einem zweiten Verfahren wurde ein 24-jähriger Pole zu sechs Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Er war unter anderem mit Feuerwerkskörpern und einem Reizgassprüher im Rucksack von Polizisten aufgegriffen worden. In der kommenden Woche sind zwei weitere Verfahren angesetzt. Neben dem Niederländer, dessen Urteil noch nicht rechtskräftig ist, sitzen derzeit noch 29 weitere Beschuldigte in Untersuchungshaft. 

Rund um das G20-Treffen Anfang Juli hatte es trotz des Einsatzes zehntausender Polizisten in Hamburg schwere Krawalle gegeben. Randalierer lieferten sich immer wieder Straßenschlachten mit der Polizei, zündeten Autos an und beschädigten Läden. Hunderte Polizisten wurden dabei verletzt, es gab mehr als 400 Fest- und Ingewahrsamnahmen. 

fs / AFP