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Stephan B. vor Gericht Tatvorwürfe, Richterin, Urteil: Die wichtigsten Fakten zum Halle-Prozess

Sehen Sie im Video: Tatvorwürfe, Richterin, Urteil – die Fakten und Hintergründe zum Halle-Prozess.
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Am 9. Oktober 2019 versucht Stephan B., schwer bewaffnet in eine Synagoge in Halle einzudringen. Er möchte ein Blutbad anrichten. B. scheitert – trotzdem müssen am Ende Menschen sterben. Die wichtigsten Fakten zum Halle-Prozess im Video.

Die Tat

Am 9. Oktober 2019 versucht Stephan B., schwer bewaffnet in die Synagoge in Halle einzudringen,

in der Gläubige Jom Kippur, den höchsten jüdischen Feiertag, begehen.

Die Polizei teilt später mit, dass sich zu diesem Zeitpunkt mehr als 50 Personen in dem Gotteshaus aufhalten.

Er scheitert bei seinem Vorhaben an einer schweren Holztür.

Der damals 27-Jährige erschießt anschließend in der Nähe die 40 Jahre alte Passantin Jana L. und den 20-jährigen Kevin S. in einem Döner-Imbiss.

Seine Tat streamt er via Twitch live ins Internet.

Auf seiner Flucht verletzt Stephan B. ein Paar schwer und raubt eine Auto.

Nach einem Unfall auf der B91, wird er nahe der Stadt Zeitz von zwei Polizisten festgenommen.

Der Prozess

Aufgrund erhöhter Sicherheitsvorkehrungen und entsprechender Platzanforderung, findet der Prozess in Magdeburg statt.

Zum Auftakt der Verhandlung am 21. Juli verliest Bundesanwalt Kai Lohse die Anklageschrift.

"Es ist doch für mich eine neue Dimension der Menschenverachtung, die durch diese Tat in Deutschland stattgefunden hat. Wir haben in der Anklage bewusst die Tatvorwürfe sehr breit gefasst, um alle verschiedenen Phasen des Ablaufs damit herein zu nehmen." (Bundesanwalt Kai Lohse)

Die Vorwürfe:

  • zweifacher Mord
  • versuchter Mord in 68 Fällen
  • versuchte räuberische Erpressung mit Todesfolge
  • gefährliche Körperverletzung
  • fahrlässige Körperverletzung
  • Volksverhetzung

Stephan B. unternimmt bereits aus der U-Haft einen Fluchtversuch, unter anderem deswegen wird er mit Hand- und Fußfesseln ins Gericht geführt.

Während der Verhandlung werden nur die Handschellen gelöst.

Mehr als 200 Medien aus dem In- und Ausland haben sich für den Prozess angemeldet.

Mögliche Strafe

Nach Lage der Dinge, droht Stephan B.  eine lebenslange Freiheitsstrafe. Eine vorzeitige Entlassung (frühestens nach 15 Jahren) käme nur in Betracht, wenn keine besondere Schwere der Schuld festgestellt würde.

Nebenkläger

Rund 50 Nebenkläger sind laut Gerichtssprecher für den Prozess zugelassen worden.

Neben Vertretern der Jüdischen Gemeinde Halle, tritt auch ein Betreiber des vom Anschlag betroffenen Döner-Imbisses als Nebenkläger auf.

Richterin

Richterin Ursula Mertens leitet den Halle-Prozess. Sie verhandeltet seit mehr als 20 Jahren Strafprozesse, ein Verfahren dieser Größe ist neu für die 57-Jährige.

Ihr bekanntester Fall ist der "Reichsbürger"-Prozess um Peter Fitzek, den selbsternannten "König von Deutschland". 

Mögliches Urteil

Das Gericht hat insgesamt 18 Verhandlungstage angesetzt, letzter Prozesstermin soll der 14. Oktober sein, dann wird auch ein Urteil erwartet.


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