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Warnung vor Nachsicht mit der Türkei "Man darf sich nicht erpressen lassen" - Seehofer keilt gegen Merkel

Horst Seehofer hält eine Rede, rechts neben Seehofer ist die Türkei-Flagge zu sehen
Horst Seehofer ermahnt - mal wieder - die Kanzlerin. Merkel dürfe sich bei ihrem Türkei-Besuch nicht von Präsident Erdogan erpressen lassen.
© Daniel Karmann/DPA
Die Reise in die Türkei ist für Kanzlerin Merkel eh schon kompliziert genug, da schießt erneut CSU-Chef Horst Seehofer quer. Er warnt vor "zu viel Nachsicht" mit der Türkei.

CSU-Chef Horst Seehofer hat Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vor ihrer Türkei-Reise vor zu großer Nachsicht wegen des Flüchtlingsabkommens mit der EU gewarnt. "Der Zweck heiligt nicht alle Mittel", sagte er in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Aus der Türkei gebe es derzeit wöchentlich "betrübliche Nachrichten" zu Rechtsstaatlichkeit, Presse- und Religionsfreiheit. "Man darf nie sich abhängig machen von solchen Systemen oder gar erpressen lassen", mahnte Seehofer. "Da ist für mich eine Grenze, wo ich hoffe, dass die Kanzlerin diese Grenze auch klar zieht."

Auch mit Blick auf die Aufhebung der Immunität von Abgeordneten im türkischen Parlament sagte der CSU-Chef: "Da müsste die ganze Welt aufschreien." Dies seien aber Dinge, "die sehr leise nur begleitet werden, wenn es um Kritik geht, weil man offensichtlich den Deal an sich nicht gefährden will".

Horst Seehofer kritisiert das Abkommen insgesamt

Seehofer erneuerte seine grundsätzliche Kritik am EU-Türkei-Abkommen. Grundfehler sei gewesen, sich nicht auf die Flüchtlingsfrage zu konzentrieren, sondern einen EU-Beitritt oder Visumfreiheit für Türken in der EU damit zu verbinden. Damit sei man in Abhängigkeit von der türkischen Regierung geraten.

kng DPA

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