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Jamaika im Saarland Trittin teilt aus


Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin kann sich mit Jamaika im Saarland nicht anfreunden. Im stern-Interview geißelt er die Linken - und CDU-Ministerpräsident Peter Müller.

Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin hat nach der Entscheidung seiner Partei für eine Jamaika-Koalition im Saarland den saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller, CDU, scharf angegriffen. In einem Interview mit dem stern warf der Grünen-Politiker Müller "Wortbruch" gegenüber dessen Wählern vor: "Der wäre sogar aus der CDU ausgetreten, um an der Macht zu bleiben", sagte Trittin wörtlich. Er habe "alle Kernforderungen der CDU abgeräumt". Durch die Bildung einer Koalition aus CDU, FDP und Grünen bekomme Müller, "der große Wahlverlierer im Saarland, jetzt eine Laufzeitverlängerung". Zugleich würde es für die Grünen im kommenden Frühjahr schwieriger im Landtagswahlkampf in Nordrhein-Westfalen. "Wir wollen Schwarz-Gelb in NRW beenden. Dabei hilft das Saarland nicht", so Trittin.

Der grüne Fraktionsvorsitzende bekräftigte im stern, dass das Bündnis im Saarland keine Signalwirkung für die Grünen habe: "Diese Jamaika-Koalition ist kein Modell, weder für andere Länder noch für den Bund." Es wäre "klug gewesen, Rot-Rot-Grün wenigstens in einem Land zu praktizieren. Das würde die Linkspartei zwingen, sich endlich auf die Realität einzulassen. Das erweiterte auch die Koalitionsoptionen auf Bundesebene", sagte Trittin weiter. Die rot-rot-grünen Bündnisse seien jedoch nicht an den Grünen gescheitert. "In Hessen hat es die SPD verbockt, in Thüringen verkauft sich die SPD ohne Not zum Nulltarif an die CDU, im Saarland scheiterte es an den Linken", so der grüne Fraktionschef.

Dem Parteivorsitzenden der Linken unterstellte Trittin indirekt, eine mögliche Koalition im Saarland bewusst verhindert zu haben. Nachdem Oskar Lafontaine überraschend seine Rückkehr in die saarländische Landespolitik angekündigt hatte, sei aus Sicht der saarländischen Grünen eine vertrauensvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich erschienen - "und ich kann nicht ausschließen, dass Lafontaine genau darauf gesetzt hat", sagte Trittin dem stern.


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