VG-Wort Pixel

#nichtselbstverständlich "Sehr eindrucksvoll": Jens Spahn äußert sich zur Joko-und-Klaas-Aktion – und macht eine Zusage

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU); Joko und Klaas, die Initiatoren der Pflegedoku bei ProSieben
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußerte sich in Berlin zur ProSieben-Pflege-Doku von Joko und Klaas
© Michael Kappeler / DPA, Screenshot / ProSieben
Nach Finanzminister Olaf Scholz hat sich auch Gesundheitsminister Jens Spahn zur Pflege-Aktion von Joko und Klaas bei ProSieben geäußert. 

Sieben Stunden lang zeigte ProSieben am Mittwochabend den Pflegeberuf – ungeschönt und ungeschnitten, per Bodycam aus Sicht einer Pflegerin Uniklinikum Münster (lesen Sie hier im stern mehr dazu).

"TV-Geschichte" haben die Entertainer Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf mit ihrer Aktion geschrieben, meinte sogar der Kultursender arte auf seinem Twitter-Account.

Joko und Klaas zeigen Alltag in der Pflege

Das Tenor der Sendung ist klar: Seit Jahrzehnten versäumen es Politik und Gesellschaft, eine faire Bezahlung und entsprechende Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte zu organisieren. Es werde immer schlimmer. "Wir sind heute Ort für eine Demo. Für eine Demo, für die die Teilnehmer vor lauter Überstunden keine Zeit haben", schrieb Senderchef Daniel Rosemann. "Bitte helft, dass aus diesem Abend eine große Respektkundgebung wird, die etwas ändert", twitterte ProSieben zu der Sendung, die unter dem Hashtag #nichtselbstverständlich in Sozialen Medien begleitet und diskutiert wurde.

730.000 Menschen verfolgten die Echtzeit-Doku im Schnitt, rund 5,84 Millionen schauten zumindest kurz einmal rein.

Ob auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn darunter war, ist nicht bekannt. Allerdings bezog er am Tag nach der Sendung Stellung zu der Aktion. Spahn war auch Adressat der Pflegepetition des stern, in der sich Hunderttausende Menschen für bessere Bedingungen in der Pflege aussprachen und die kürzlich im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestags behandelt wurde.

Das sagt Jens Spahn zur ProSieben-Aktion

Auf der Pressekonferenz zu den beginnenden Impfungen gegen das Coronavirus bei den Hausärzten lobte Spahn die Sendung von ProSieben. "Es ist gut, dass die Pflege jetzt in der Primetime läuft", so Spahn. Die Dokumentation habe "sehr eindrucksvoll" gezeigt, was Pflegerinnen und Pfleger täglich leisten. "Sie verdienen unseren Respekt", so Spahn. Wichtig seien "eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen auf Dauer", sagte der CDU-Politiker und versprach, sich dafür einzusetzen. "Das haben wir schon vor der Pandemie begonnen, das wollen wir nach und in der Pandemie auch fortsetzen." Er kündigte Gespräche mit den Pflegeverbänden darüber an, wie die Arbeitsbedingungen verbessert werden könnten.

Joko und Klaas machen auf Pflegenotstand aufmerksam

Der erste Spitzenpolitiker, der sich öffentlich zu der Sendung äußerte, war Bundesfinanzminister Olaf Scholz. "Danke Joko und Klaas für diese Sendung! Und – man kann es nicht oft genug sagen – Danke an alle Pflegerinnen und Pfleger!", twitterte der SPD-Politiker: "Ohne sie geht nichts. Antwort auf diese Erkenntnis ist nicht, Beifall zu klatschen. Respekt heißt: gute Löhne und Arbeitsbedingungen."

Unter dem Tweet von Scholz sammelte sich jedoch Kritik. Der auch in der Sendung vorkommende Krankenpfleger Alexander Jorde twitterte: "Ich will keine Worte mehr, ich will Taten. Die SPD ist Teil der Bundesregierung. Du bist Vizekanzler, Olaf Scholz. Worauf warten wir? Wann, wenn nicht jetzt? Hört auf zu reden. Handelt! Wir haben keine Zeit mehr."

Quellen: ProSieben, arte bei TwitterPressekonferenz Jens Spahn bei n-tv, Olaf Scholz bei Twitter, Alexander Jorde bei Twitter, Nachrichtenagentur DPA

wue

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker