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Früherer Außenminister: Joschka Fischer: "Merkel ist ein Glück für das Land"

Joschka Fischer ist in diesem Monat 70 Jahre alt geworden. Im stern blickt er zurück - und findet lobende Worte für Angela Merkel. Gern erinnert er sich an seine Zeit als Taxifahrer.

Joschka Fischer bei einer Veranstaltung Ende März in Köln. Der ehemalige Bundesaußenminister wurde am 12. April 70 Jahre alt.

Joschka Fischer bei einer Veranstaltung Ende März in Köln. Der ehemalige Bundesaußenminister wurde am 12. April 70 Jahre alt.

DPA

Der frühere Außenminister (Grüne) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)  in höchsten Tönen gelobt. "Sie hat gewaltig gelernt mit den Jahren und ist eigentlich ein Glück für das Land, sagte Fischer in einem Gespräch mit dem stern, in dem der 70-Jährige auf sieben Jahrzehnte Bundesrepublik und seine Nähe und Distanz zu diesem Staat zurückblickte. Fischer ging dabei auch äußerst kritisch mit seiner Zunft um: "Sie haben in der Politik mit vielen Idioten zu tun und werden selbst von vielen als Idiot oder sogar Ober-Idiot angesehen.  Fischer bestritt, dass er sich 1998 als Außenminister auf dem Zenit seiner politischen Laufbahn gefühlt habe. "Ich wollte nicht Außenminister werden. Ich bin es nur geworden, weil ich wollte, dass die Grünen regieren.“

Joschka Fischer ist stolz auf seinen Taxischein

An Außenminister war damals noch nicht zu denken - aber die Zeit als Taxifahrer war schon passé: Der Grünen-Abgeordnete Joschka Fischer spricht 1984 bei einer Debatte im Parlament in Bonn.

An Außenminister war damals noch nicht zu denken - aber die Zeit als Taxifahrer war schon passé: Der Grünen-Abgeordnete Joschka Fischer spricht 1984 bei einer Debatte im Parlament in Bonn.

DPA

Im schilderte Fischer auch ausführlich, wie er in den 70er Jahren als Taxifahrer in Frankfurt fürs Leben gelernt habe. "Im Taxi habe ich erkannt, dass der Mensch von extremer Ambivalenz ist: großmütig und hundsgemein in einem."  Er sei ja oft verhöhnt worden: "Das Einzige, was er hat, ist 'n Taxischein. Stimmt. Bin ich stolz drauf." 

Gefragt, ob er als selbst ernannter letzter Live-Rock'n'Roller der Politik sein Lebensgefühl in einem Song ausdrücken könnte, berichtete Fischer von seiner inneren Zerrissenheit, um sich dann für "Highway to Hell“ zu entscheiden:  "Als guter Messdiener war ich immer für "Stairway to Heaven".  Aber in der theologischen Abbildung fand ich die Hölle natürlich stets viel interessanter als die Aussicht, in einem langen, weißen Nachthemd ewig Halleluja zu singen.  Das ist auf die Dauer ein bisschen öde. In der Hölle schien mehr los zu sein."




stern/Axel Vornbäumen/anb
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