HOME

Kurt Beck: Kein Ministerposten für SPD-Chef

Die Berliner Gerüchteküche brodelte: Angeblich sollte SPD-Chef Kurt Beck einen Ministerposten im Bundeskabinett anstreben. Dabei ginge es entweder um den Posten des Außen- oder Arbeitsministers. Beck dementierte umgehend.

SPD-Chef Kurt Beck hat einen "Spiegel"-Bericht als "Blödsinn" zurückgewiesen, wonach er einen Ministerposten im Bundeskabinett anstrebe. "Das ist frei erfunden", sagte Beck freitags am Rande der Bundesratssitzung in Berlin. In dem Bericht heißt es, die SPD-Spitze erwäge, entweder Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) oder Vize-Kanzler und Arbeitsminister Franz Müntefering (SPD) durch Beck abzulösen. Auch SPD-Sprecher Lars Kühn und Münteferings Sprecher Stefan Giffeler dementierten den Bericht.

Beck sollte als Kanzlerkandidat aufgebaut werden

In dem vom "Spiegel" vorab verbreiteten Text heißt es, die SPD-Spitze suche "offenbar nach Wegen, Parteichef Kurt Beck doch noch im Bundeskabinett zu platzieren". Eine erste Überlegung sehe vor, Beck den Kabinettsposten von Steinmeier zu übertragen, dem im Zuge der Kurnaz-Affäre Fehlverhalten vorgeworfen wird. Dabei beruft sich der "Spiegel" als Quelle für die Information auf ein nicht genanntes Präsidiumsmitglied.

Eine zweite Überlegung aus dieser Woche sehe den Wechsel Becks im nächsten Jahr auf den Posten des Vizekanzlers und Arbeitsministers vor. Beck könne mit einem solchen Ministerposten besser als Kanzlerkandidat im Bundestagswahlkampf 2009 in Erscheinung treten. Der zum Zeitpunkt der Wahl 69 Jahre alte Müntefering könne dann "die herausgehobene Rolle eines General-Wahlkampfmanagers einnehmen", schreibt das Blatt.

"Krude Geschichte"

SPD-Sprecher Kühn sagte zu dem Bericht: "Das ist totaler Unfug und entbehrt jeder Grundlage. Auch für 'Spiegel'-Redakteure gilt: Erst grübeln - dann dübeln." Münteferings-Sprecher Giffeler sprach von einem "kruden Geschichtchen, das jeder Grundlage entbehrt. Das wird sicher so nicht kommen."

DPA/Reuters / DPA / Reuters