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Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen: Lindner tritt an - Röttgen bekommt Druck

Comeback für Christian Lindner: Der Ex-FDP-Generalsekretär führt die Liberalen in die NRW-Wahl. Aus der Union tönen derweil Rufe, CDU-Spitzenkandidat Norbert Röttgen solle in Düsseldorf bleiben.

Die Neuwahl in Nordrhein-Westfalen hat die Personaldebatten bei den Parteien heftig angefacht. Die FDP nominierte am Donnerstagabend in Düsseldorf überraschend den früheren Generalsekretär #link;http://www.stern.de/politik/christian-lindner-90286718t.html?sort=datedown; Christian Lindner# als Spitzenkandidaten. Der 33-Jährige soll die krisengeschüttelte Partei, die allen Umfragen zufolge aktuell keine Chance auf einen Wiedereinzug in den Landtag hätte, nicht nur in die Wahl führen, sondern auch Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr als FDP-Landesvorsitzenden ablösen.

"Wir schicken den besten Mann.“, sagte FDP-Chef Philipp Rösler: Bahr erklärte, er wolle die Führung in eine Hand legen, damit Lindner die volle Rückendeckung des größten liberalen Landesverbands habe. Lindner betonte: "Das ist eine ernste Wahl. Es geht um die Zukunft der FDP." Bundestagsfraktionschef Rainer Brüderle sicherte ihm seine volle Rückendeckung zu. "Das ist eine gute Entscheidung - auch für die Bundespartei", sagte Brüderle.

Unionspolitiker machen Druck auf Röttgen

In der Union wächst derweil der Druck auf den CDU-Spitzenkandidaten Norbert Röttgen, auch im Falle einer Wahlniederlage in Düsseldorf zu bleiben. Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer rief Röttgen dazu auf, auch als Oppositionsführer nach Nordrhein-Westfalen zu wechseln. "Wenn ich mich einer Aufgabe verschreibe, dann ohne Rückfahrkarte", sagte er der "Süddeutschen Zeitung". Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer, meinte: "Eine Chance, in Nordrhein-Westfalen zu gewinnen, hat nur ein Kandidat, der sich ganz und gar der Sache verschreibt." Der Bundesumweltminister hat bislang offen gelassen, was er im Fall einer Wahlniederlage tun will.

SPD und Grüne in Nordrhein-Westfalen setzen bei der Neuwahl im Mai auf eine klare gemeinsame Mehrheit. Nach jüngsten Umfragen kann Rot-Grün im bevölkerungsreichsten Bundesland derzeit auf mehr als 50 Prozent hoffen, so dass Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) nach dem Scheitern ihrer Minderheitsregierung eine stabile Koalition bilden könnten. Als Termin für die Wahl zeichnet sich der 13. Mai ab.

"Ein entspanntes Verhältnis zwischen den Fraktionen"

CDU-Landeschef Röttgen will sich für den Fall eines Wahlsieges alle Optionen offenhalten. Die Grünen haben einer Regierung mit der CDU aber bereits eine Absage erteilt. Trotzdem brachte der frühere Integrationsminister und heutige CDU-Fraktionsvize im Düsseldorfer Landtag, Armin Laschet, eine schwarz-grüne Koalition ins Spiel. "Es gibt ein sachliches und persönlich entspanntes Verhältnis zwischen den Fraktionen im NRW-Landtag", sagte Laschet der „Welt". "Wenn es notwendig würde, wären auch Schwarz-Grün und eine große Koalition möglich."

mad/kng