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Klimaschutz: Linkspartei-Chefin Katja Kipping fordert kostenfreie Bahncard 50 und "erste Klasse für alle"

Linkspartei-Chefin Katja Kipping hat eine kostenfreie Bahncard 50 für alle gefordert. Das sei ein richtiger Beitrag zum Klimaschutz, sagte die Politikerin in einem Interview mit der "Rheinischen Post".

Linkspartei-Chefin Katja Kipping

Linkspartei-Chefin Katja Kipping

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E-Autos können sich nur Wohlhabende leisten, deshalb sollten sie auch nicht subventioniert werden. So in etwa ist Katja Kippings Forderung für eine kostenfreie Bahncard 50 zu verstehen. "Anstatt den Umstieg aufs E-Auto zu subventionieren, was sich ohnehin nur Menschen leisten können, die mehr als 30 000 Euro für ein Auto übrig haben, sollte es lieber die Bahncard 50 kostenfrei für alle geben. Das wäre ein richtiger Beitrag zum Klimaschutz", sagte die Chefin der Linkspartei der "Rheinischen Post" am Montag.

Es war nicht ihre einzige Forderung. Es müsse in den Zügen ausreichend Platz für Fahrräder sowie Abteile mit Arbeitsplätzen für Berufspendler, die während der Zugfahrt arbeiten – "und ansonsten die erste Klasse für alle geben", sagte die 41-jährige Politikerin. Das würde das Bahnfahren attraktiver machen. "Niemandem wird sein Auto weggenommen, aber die Tausenden stillgelegten Schienen-Kilometer im Land müssen reaktiviert werden."

Netz reagiert verhalten auf Katja Kippings Vorschlag

Die Bahncard 50 der Deutschen Bahn kostet derzeit 255 Euro pro Jahr in der zweiten Klasse. Damit erhalten Reisende einen Rabatt von 50 Prozent auf sogenannte Flexpreise und 25 Prozent auf sogenannte Super-Spar- und Sparpreise. Im Netz reagierten die meisten Nutzer auf Kippings Vorschlag verhalten. Einige fragten sich, wieso man nicht einfach generell die Preise für die Tickets halbiere. Oder warfen ein, das helfe lediglich den Menschen in der Stadt. Auf dem Land sei das Auto noch immer alternativlos, argumentierten andere. 

Katja Kipping und Michael Kretschmer diskutieren in der stern-Diskuthek

Dazu sagte die Chefin der Linkspartei: "Für die letzten Kilometer bieten sich Anrufsammeltaxis, kleine Busse oder das Fahrrad an, in hügeligen Gegenden dann auch als E-Bike."

Deutsche Bahn kündigt Investitionen an

In einem Punkt waren sich dagegen alle einig. Es braucht noch mehr Investitionen in den Bahnverkehr. Das weiß auch die Deutsche Bahn. Deshalb will der Staatskonzern in den kommenden Jahren mehr als zwölf Milliarden Euro für neue Züge ausgeben. "Das ist eine Rekordsumme in der Geschichte der Deutschen Bahn", sagte der Personenverkehrsvorstand Berthold Huber. Allein in die Modernisierung des Fernverkehrs sollen bis zum Jahr 2026 8,5 Milliarden Euro investiert werden.

Quellen: Rheinische Post / Twitter 

rpw