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Erste weibliche Doppelspitze Das sind die Kandidatinnen, die künftig die Linke anführen sollen

Katja Kipping
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Sie wollen das erste Frauenduo an der Spitze der Linken werden: Thüringens Partei- und Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow und die Linksfraktionschefin im hessischen Landtag, Janine Wissler. Wer sind die beiden Frauen?

Die Linke will die erste Partei mit einer weiblichen Doppelspitze werden. Für den Parteivorsitz kandidieren auf dem Online-Parteitag der Linken Thüringens Partei- und Fraktionschefin Susanne Hennig-Wellsow und die Linksfraktionschefin im hessischen Landtag, Janine Wissler. Ihre Wahl und damit die Ablösung der bisherigen Chefs Katja Kipping und Bernd Riexinger wird am Samstag, dem zweiten Tag des Parteitags, erwartet.

Susanne Hennig-Wellsow – pragmatisch und regierungserfahren

Ein geworfener Blumenstrauß hat sie bundesweit bekannt gemacht: Den ließ sie Thüringens Kurzzeit-Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich (FDP), der sich im Februar 2020 im Landtag auch mit AfD-Stimmen hatte wählen lassen, vor die Füße fallen. In Thüringen ist Susanne Hennig-Wellsow seit Jahren neben Ministerpräsident Bodo Ramelow das Gesicht einer erfolgsgewohnten, starken Linken. Nun hat die 43-Jährige "Lust auf eine neue Herausforderung".

Ihr Credo: "Ich möchte, dass sich die Linke auf eine Regierungsbeteiligung vorbereitet." Was sie will: "radikale Realpolitik". Susanne Hennig-Wellsow wurde in Mecklenburg-Vorpommern geboren, startete nach dem Pädagogikstudium in Erfurt 2001 als Mitarbeiterin der linken Landtagsfraktion in die Politik. Seit 2014 steht sie sowohl an der Spitze der Fraktion als auch des Landesverbandes.

Mit Ramelow, der gern präsidial auftritt, hat sie eine klare Arbeitsteilung. Hennig-Wellsow hält ihm den Rücken in der Fraktion frei und kümmert sich um die Partei. Mit ihrer pragmatischen, zielorientierten und burschikosen Art hatte sie maßgeblichen Anteil daran, dass 2014 in Erfurt das bundesweit erste Bündnis von Linken, SPD und Grünen zustande kam.

Ihre Kämpfernatur kommt wahrscheinlich vom Leistungssport als frühere Eisschnellläuferin. Sie sei 14 Jahre ihres Lebens im Kreis gelaufen, sagte sie einmal. "Aber auch im Kreis laufen bedeutet: schneller zu werden und ein Ziel zu finden." Künftig will sie ihre Bahnen in Berlin ziehen – ihre beiden Ämter in Thüringen werde sie bei ihrer Wahl an die Parteispitze aufgeben, kündigte sie an.

Janine Wissler – schlagfertig und gut vernetzt

Sie ist die unangefochtene Frontfrau der hessischen Linken. Wenn die 39 Jahre alte Fraktionsvorsitzende im Landtag am Rednerpult steht, dann ist ihr meist die Aufmerksamkeit des ganzen Hauses gewiss – egal ob politischer Freund oder Gegner. Die Vorsitzende der Linksfraktion verschafft sich mit ihrer rhetorischen Schärfe und Argumentation auch bei Abgeordneten anderer Parteien Respekt. Dabei wird Janine Wissler nie laut oder gar persönlich verletzend.

Wissler wuchs in Langen nahe Frankfurt auf und hat Politikwissenschaft studiert. Sie engagierte sich früh im globalisierungskritischen Netzwerk Attac, 2004 war sie eine der Gründerinnen der hessischen Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit (WASG), die aus Protest gegen die Agenda-Politik der rot-grünen Bundesregierung entstand und 2007 in der Linken aufging. Mit 26 Jahren zog sie das erste Mal in den Landtag ein.

Über ihr Privatleben verrät Wissler wenig – eine Vorliebe für Mode ist an ihren Outfits abzulesen. Zu ihren Hobbys zählt sie Laufen und Bergwandern. 2017 kam die Politikerin beim Frankfurt Marathon ins Ziel. Zudem ist sie Mitglied im Eintracht-Frankfurt-Fanclub des Landtags.

les DPA

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