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Bundespräsident Keine zweite Amtszeit - Gauck hört auf

Bundespräsident Joachim Gauck
Entscheidung über die eigene Zukunft: Bundespräsident Joachim Gauck
© Fredrik von Erichsen/DPA
Er hat es vielfach angedeutet, dass er keine zweite Amtszeit machen will. Nun hat er es bestätigt: Bundespräsident Joachim Gauck verlässt 2017 Schloss Bellevue.

Lammert? Steinmeier? Schäuble? Schon am Wochenende schossen die Spekulationen ins Kraut, wer Nachfolger von Bundespräsident Joachim Gauck werden könnte. Das Kuriose: Gauck hatte noch gar nicht offiziell erklärt, ob er eine zweite Amtszeit absolvieren will oder nicht. Politiker von CDU und SPD hatten ihn bekniet weiterzumachen. Aber Gauck will nicht. Das gab er an diesem Montag bekannt.

Hier lesen Sie, was an diesem Montag auf Schloss Bellevue passiert.

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Keine zweite Amtszeit - Gauck hört auf

  • Lutz Kinkel
    • Lutz Kinkel

    Diese Jungs vom BR-quer. Da ist jeden Tag Nockerberg.

  • Lutz Kinkel
    • Lutz Kinkel

    Keiner dabei, den Sie sich auf Schloss Bellevue wünschen? Sie können demnächst auf der stern-Facebook-Seite ihre(n) Lieblings-Kandidaten nennen.

  • Lutz Kinkel
    • Lutz Kinkel

    Und hier noch mal die Namen für die Gauck-Nachfolge, die jetzt wie bunte Bälle in die Berliner Luft geworfen werden:
    Bundestagspräsident Norbert Lammert, 67, CDU
    Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier, 64, CDU
    Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen, 57, CDU
    Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier, 60, SPD
    EU-Parlamentspräsident Martin Schulz, 60, SPD
    Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, 53, CDU
    Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, 68, Grüne
    CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt, 65, CSU

  • Lutz Kinkel
    • Lutz Kinkel

    Hier, zum Nachlesen, Gaucks Erklärung im Wortlaut:

    "Meine sehr geehrten Damen und Herren, am 18. März 2012 hat mich die
    Bundesversammlung zum Bundespräsidenten gewählt. Das ist nun gut vier
    Jahre her. Seitdem übe ich das Amt mit Respekt und auch mit Freude
    aus. Und ich werde es weiter ausüben - bis zum 17. März 2017. Ich
    freue mich auf die kommenden Monate und darauf, das in mich gesetzte
    Vertrauen weiter zu erfüllen. Heute nun möchte ich ihnen mitteilen,
    dass ich mich entschlossen habe, nicht erneut für das Amt des
    Bundespräsidenten zu kandidieren.
    Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, denn ich empfinde
    es als große Ehre, diesem Land, unserer Bundesrepublik Deutschland,
    zu dienen. Ich begegne fast täglich Menschen, die durch ihr
    beharrliches, oft selbstloses Engagement dafür sorgen, dass unser
    Land täglich stärker und schöner wird, sei es nun in der Politik oder
    in der Gesellschaft insgesamt, sei es ehrenamtlich oder hauptamtlich.
    Das Wirken dieser Frauen, Bürgerinnen und Bürger im besten Sinne, hat
    mir immer wieder Kraft gegeben und mich ermutigt. Dank ihrer habe ich
    mein Land umfassender und intensiver erfahren. Ihnen allen fühle ich
    mich auf das engste verbunden, bei Erfolgen wie auch noch nicht
    gelösten Problemen.
    Unser Land hat engagierte Bürger und es hat funktionierende
    Institutionen. Der Wechsel im Amt des Bundespräsidenten ist in diesem
    Deutschland daher kein Grund zur Sorge, er ist vielmehr demokratische
    Normalität - auch in fordernden, auch in schwieriegen Zeiten.
    Meine Damen und Herren, ich bin dankbar, dass es mir gut geht.
    Gleichzeitig ist mir bewusst, dass die Lebensspanne zwischen dem 77.
    und 82. Lebensjahr eine andere ist als die, in der ich mich jetzt
    befinde. Ich möchte für eine erneute Zeitspanne von fünf Jahren nicht
    eine Energie und Vitalität voraussetzen, für die ich nicht
    garantieren kann. Wie man das eigene Alter betrachtet, das ist eine
    ganz individuelle, ganz persönliche Frage. Ich habe sie für mich nun
    so beantwortet.
    All denen, die sich für eine zweite Amtszeit ausgesprochen haben,
    möchte ich sagen: Die vielen Zeichen der Ermutigung und der
    Unterstützung haben mich sehr gefreut. Ich bin von Herzen dankbar
    dafür. Bis zum Ende meiner Amtszeit werde ich meine Aufgaben mit
    allem Ernst, mit Hingabe und mit Freude erfüllen. Sie können gewiss
    sein, bis dahin werden wir - die Bürger und der Präsident - noch
    viele Gelegenheiten haben, uns zu begegnen. Und ich verspreche, dass
    ich weiter dazu beitragen werde, dass wir in unserem Land die
    aktuellen Herausforderungen mit Zuversicht und Vertrauen annehmen.
    Wir haben gute Gründe, uns Zukunft zuzutrauen."

  • Lutz Kinkel
    • Lutz Kinkel

    Nun bedauert selbst Horst Seehofer den Abgang Gaucks. Wenn man sich überlegt, wie lange die Union versucht hat, Gauck zu verhindern ... nun, auch Parteien können ja dazu lernen. O-Ton-Seehofer: "Joachim Gauck hat eine herausragende Arbeit für unser Land geleistet. Er hat den Menschen Orientierung gegeben und sie zusammengeführt."

  • Lutz Kinkel
    • Lutz Kinkel

    Raus mit Applaus. Gauck hat so vieles richtig gemacht. Auch seinen Abgang. Er hat dem Drängen der Politik widerstanden, eine zweite Amtszeit zumindest anzufangen, eventuell nach der Hälfte abzubrechen ... Nein. Er hat für sich entschieden.

  • Lutz Kinkel
    • Lutz Kinkel

    Wir hauen keinen Nachruf zu Gauck raus. Sondern ein großes Porträt, erschienen im stern vom 9. November 2014. Wer nachlesen möchte, warum dieser Präsident so viele Menschen begeistert (und gelegentlich auch im positiven Sinn vor den Kopf gestoßen) hat: Hier steht alles drin. http://www.stern.de/politik/deutschland/portraet-joachim-gauck--bundespraesident-und-buerger-6883410.html

  • Lutz Kinkel
    • Lutz Kinkel

  • Lutz Kinkel
    • Lutz Kinkel

    "Diese Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen", hatte Gauck in seiner Erklärung gesagt. Und das war wohl auch so. Mir schien, als seien ihm zum Schluss die Augen feucht geworden.

  • Lutz Kinkel
    • Lutz Kinkel

    Wer Gaucks Erklärung selbst sehen will: Hier ist der Phoenix-Livestream, der sich bis zur Erklärung zurückspulen lässt (noch): http://www.phoenix.de/livestream/

  • Lutz Kinkel
    • Lutz Kinkel

    Im wesentlichen argumentierte Gauck mit seinem Alter und seiner Gesundheit - er wisse nicht, ob er in den kommenden fünf Jahren das Amt mit derselben Energie ausfüllen könne.

  • Lutz Kinkel
    • Lutz Kinkel

    "Wir haben gute Gründe, uns Zukunft zuzutrauen". Das war der Schlusssatz in der kurzen Erklärung Gaucks.

  • Lutz Kinkel
    • Lutz Kinkel

    Gauck hört auf. Jetzt ist es raus.

  • Lutz Kinkel
    • Lutz Kinkel

    Also, ich lege mich fest: @niggi wird's nicht.

  • Lutz Kinkel
    • Lutz Kinkel


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