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Wahl in Niedersachsen: Martin Schulz: "Das ist ein großartiger Sieg"

Große Erleichterung bei der SPD: Der deutliche Wahlsieg der SPD in Niedersachsen beschert vor allem dem Vorsitzenden Martin Schulz viel Rückenwind. Die FDP schließt eine Ampel-Koalition kategorisch aus und die AfD beklagt widrige Umstände.

Niedersachsen SPD Martin Schulz

Hat gut lachen wegen des Wahlsieges in Niedersachsen: Die SPD-Spitze um Martin Schulz und Andrea Nahles

Spektakulärer Erfolg für die SPD: Nach einer Serie schwerer Niederlagen haben die Sozialdemokraten die vorgezogene Landtagswahl in Niedersachsen klar gewonnen. Nach den ersten Hochrechnungen von ARD und ZDF ist die künftige Regierungskoalition aber vollkommen unklar. Die CDU mit Spitzenkandidat Bernd Althusmann rutscht auf ihr schlechtestes Ergebnis seit 1959 ab, nachdem sie in Umfragen lange geführt hatte. 

Die Sozialdemokraten haben ihr Ergebnis in Niedersachsen den Hochrechnungen von 18.15 Uhr zufolge auf 37,2 bis 37,3 Prozent steigern (2013: 32,6). Die CDU kommt nur noch auf 34,9 Prozent (36,0). Zum ersten Mal seit 2003 ist sie damit nicht mehr stärkste Kraft in dem Bundesland.  

Die Reaktionen

Stephan Weil, Ministerpräsident in Niedersachsen, SPD: "Heute stehen wir unmittelbar vor einem fulminanten Erfolg. Wir können zum ersten Mal seit der letzten Landtagswahl mit Gerhard Schröder vor 19 Jahren wieder die stärkste Fraktion im Landtag werden, das ist großartig."

Weil zu möglichen Koalitionspartnern: "Was die SPD angeht, kann ich sagen, dass wir mit Ausnahme der AfD mit allen im Landtag vertretenen Parteien sehr in Ruhe darüber reden werden, wie wir schnell zu einer handlungsfähigen Regierung gelangen."

Martin Schulz, SPD-Bundesvorsitzender: "Das ist ein großartiger Sieg. Die SPD ist der ganz klare Wahlsieger heute Abend."

SPD-Vizechefin Manuela Schwesig: "Stephan Weil hat in diesem Wahljahr die Ehre der SPD gerettet. Natürlich ist das auch für die Bundes-SPD ein sehr erfreuliches Ergebnis. Ich freue mich, dass er mein Kollege bleibt und wir unsere Zusammenarbeit im Norden fortsetzen können."

CDU-Spitzenkandidat der CDU in Niedersachsen, Bernd Althusmann: "Rot-Grün ist abgewählt." Auch deutete er eine Bereitschaft zu einer Regierungsbeteiligung an: "Wir tragen auch politische Verantwortung für dieses Land und haben einen klaren Gestaltungsauftrag für Niedersachsen. Und: "In Sack und Asche gehen müssen wir überhaupt nicht."


Die CDU-Generalsekretär Peter Tauber: "Unsere Freunde vor Ort stehen für Gespräche bereit, um Verantwortung zu übernehmen". Tauber bezeichnete den Wahlausgang als "großen persönlichen Erfolg" von SPD-Ministerpräsident Stephan Weil.

FDP schließt Ampel-Koalition in Niedersachsen aus

FDP-Bundesvizechef Wolfgang Kubicki: "Es wird dabei bleiben, es wird mit den Freien Demokraten keine Ampel geben, und zwar jetzt nicht und auch im Laufe des Abends nicht und im Laufe der nächsten Tage nicht."

Cem Ödzemir, Grünen-Vorsitzender: "Ich appelliere an alle Parteien, dass wir jetzt keine Ausschließeritis machen."

Jürgen Trittin, die Grünen: "Es ist immer schwierig, mit geschwächten Partnern zu verhandeln", sagte der Ex-Bundesumweltminister am Sonntagabend im ZDF. "Die CDU in Niedersachsen ist heute ungefähr da, wo sie in den 50er-Jahren mal angefangen hat. Das schwächt die Union, und das macht Verhandlungen, macht Sondierungen nicht einfacher, sondern schwieriger", ergänzte er in der ARD.

AfD-Bundesparteichef Jörg Meuthen: "Wir haben hier sehr schwierige Bedingungen für alle kleineren Parteien gehabt durch diesen stark auf die beiden Parteien CDU und SPD fokussierten Zweikampf."

Die niedersächsische AfD-Spitzenkandidatin Dana Guth: "Wir hatten einen sehr langen Wahlkampf unter widrigen Umständen. Wenn die Prognose hält, sind wir natürlich sehr sehr froh, sehr stolz, dass wir den Einzug geschafft haben."

tis / DPA