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Nach Anschlag von Boston: Bosbach fordert mehr Videoüberwachung

Was an Tankstellen bereits Standard ist, soll auch an öffentlichen Gefahrenschwerpunkten eingeführt werden: Nach dem Boston-Anschlag plädieren deutsche Politiker für mehr Videoüberwachung.

Der Vorsitzende des Innenausschusses im Bundestag, Wolfgang Bosbach (CDU), plädiert nach dem Terroranschlag von Boston für mehr Videoüberwachung an öffentlichen Gefahrenschwerpunkten in Deutschland.

Im privatwirtschaftlichen Bereich sei dies heute längst Standard, etwa an Tankstellen, Banken oder Supermärkten, sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "An Gefahrenschwerpunkten macht der Einsatz moderner Videotechnik auch im öffentlichen Bereich Sinn, etwa im Reiseverkehr. Es geht also nicht um eine flächendeckende Überwachung." Bosbach forderte: "An Bahnhöfen brauchen wir einheitlich hohe Sicherheitsstandards. Das ist Sache von Bahn und Bundespolizei."

Nicht immer gleiche Forderungen stellen

Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Michael Hartmann, äußerte sich kritisch zur jüngsten Forderung von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) nach mehr Videoüberwachung. "Ewig grüßt das Murmeltier", sagte er der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung". "Man sollte nicht Sicherheit suggerieren, wo sie nicht geschaffen werden kann." Friedrich müsse zudem sagen, wie er seine Forderung finanzieren wolle und wer dann die Auswertung der Videobilder vornehmen solle. Es ergebe keinen Sinn, nach Krisen wie dem Bombenattentat von Boston reflexhaft die immer gleichen Forderungen zu stellen.

nw/DPA / DPA