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Nachdenklicher Seehofer: CSU-Chef bereut Putsch gegen Stoiber

Überraschende Worte von CSU-Chef Horst Seehofer: Der bayerische Ministerpräsident bezeichnet den Sturz von Edmund Stoiber im Januar 2007 als "Fehler". Es sei falsch gewesen, in Zeiten schwacher Zustimmungswerte Personalfragen über politische Inhalte zu stellen.

CSU-Chef Horst Seehofer den Sturz des früheren Parteivorsitzenden und bayrischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber vor fünf Jahren als "Fehler" bezeichnet. Es sei falsch gewesen, "eine erfolgreiche Persönlichkeit auszuwechseln", sagte Seehofer der "Süddeutschen Zeitung". Personalrochaden seien keine Garantie für Erfolg. Dies erlebe zurzeit auch die FDP. Die Erschütterungen, die nach solchen Wechseln entstünden, seien gewaltig. "Die Wogen zu glätten, kostet unheimlich Kraft."

Seehofer sagte, Parteien kämen bei sinkenden Umfragewerten oft zu "dem kurzsichtigen Schluss, die Person an der Spitze auszuwechseln". Es fehle in Krisensituationen oft die Kraft, die eigentlichen Ursachen auszuleuchten. Hätte die CSU die Analysen, die sie erst nach der Wahlniederlage 2008 angestellt habe, bereits 2007 angestellt, hätte sich die Partei "einiges ersparen können".

Der langjährige Ministerpräsident Edmund Stoiber war im Herbst 2007 nach innerparteilichen Querelen und schlechten Umfragewerten zurückgetreten. Günther Beckstein war ihm ins Amt gefolgt und musste 2008 das schlechteste Wahlergebnis der CSU in Bayern seit 1954 verantworten. Bei der Landtagswahl hatte die CSU mehr als 17 Prozentpunkte und die absolute Mehrheit verloren. Beckstein trat daraufhin zugunsten von Horst Seehofer zurück. Seitdem regieren Seehofer und die CSU mit Hilfe der FDP den Freistaat.

seh/DPA / DPA
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