Nachwuchsprobleme Eine Super-Truppe sucht neue Kämpfer


Die Elitetruppe der Bundeswehr, das Kommando Spezialkräfte KSK, findet zu wenige geeignete Bewerber für die geplante Verstärkung.

Die Elitetruppe der Bundeswehr, das Kommando Spezialkräfte KSK, findet zu wenige geeignete Bewerber für die geplante Verstärkung. Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) bekräftigte zwar in der "Welt am Sonntag": "Wir werden das KSK von jetzt rund 450 Mann auf rund 1.000 aufbauen." Diese Zielmarke war allerdings bereits bei der Gründung der Truppe 1996 genannt und für das Jahr 2001 angekündigt worden. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums begründete den Zeitverzug am Sonntag auf dpa-Anfrage mit den hohen Anforderungen an die Bewerber.

Nur wenige bestehen den Eignungstest

"Die Messlatte für die physischen und psychischen Fähigkeiten liegt so hoch, dass nur wenige Bewerber den Eignungstest bestehen", sagte der Sprecher. Finanzielle Gründe spielten dagegen keine Rolle. Derzeit sei völlig unklar, wann die angestrebte Zahl von rund 1000 erreicht sein wird.

Deutschlands härteste Kämpfer

Die Soldaten des "Kommandos Spezialkräfte" (KSK) gelten als Deutschlands härteste Kämpfer. Eingesetzt wurde die 1996 aufgestellte Elitetruppe bereits mehrfach bei der Festnahme mutmaßlicher Kriegsverbrecher in Bosnien und im Kosovo sowie in Mazedonien. In Afghanistan suchten sie nach Talibankämpfern und El- Kaida-Terroristen.

Im Schwarzwald stationiert

Die Spezial-Truppe ist auf militärische Sonderaufträge im Ausland wie auch auf die Bekämpfung von Terroristen spezialisiert. Die Soldaten sind besonders zur Rettung abgeschossener deutscher Piloten hinter den feindlichen Linien und zur Befreiung deutscher Staatsangehöriger aus Kriegs- und Bürgerkriegsgebieten ausgebildet. Stationiert ist die Einheit in Calw im Schwarzwald.

Modernste Ausrüstung

Die in hartem Training ausgebildeten KSK-Einheiten - Berufs- und Zeitsoldaten - haben die modernste Ausrüstung, unter anderem Splitterschutzwesten und Nachtsichtgeräte, eine Weste mit speziellen Haltevorrichtungen und ein Mikrofon, das mit der Bewegung der Lippen eingeschaltet werden kann. Zur Spezialausbildung der KSK-Soldaten gehören Nahkampf, Fallschirmspringen, Abseilen aus Hubschraubern und Sprengen sowie Überleben unter Extrem-Bedingungen in Gebirge, Dschungel oder Wüste.

DPA

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