Neue US-Botschaft Die Zukunft beginnt am Pariser Platz


Das Ende eines langen Kampfes: In Berlin wird die neue US-Botschaft eröffnet. Damit wird das letzte Bauloch am Pariser Platz geschlossen. Bürgermeister Klaus Wowereit freut sich über "immer wieder frische Beziehungen zwischen der alten und neuen Welt" durch die Präsenz der Amerikaner in der Haupstadt.

Im Herbst 2004 wurde der erste Spatenstich gesetzt, nun ist sie endlich fertig: An diesem Freitagabend eröffnen die USA ihre neue Botschaft in Berlin. Geladen zum offiziellen Festakt sind Alt-Präsident George Bush senior und Kanzlerin Angela Merkel. Weitere 4500 Gäste werden für die Feierlichkeiten am Brandenburger Tor erwartet. Der weiße Betonklotz schließt die letzte Baulücke am Pariser Platz, die Amerikaner kehren mit der Deutschland-Vertretung an ihren historischen Standort zurück. Und gleich doppelt Grund zum Feiern haben die Amerikaner: Das Eröffnungsfest fällt auf den US-Unabhängigkeitstag am 4. Juli. 130 Millionen US-Dollar hat der Bau gekostet, entworfen wurde die Botschaft vom US-Architektenbüro Moore Ruble und Yudell Mitte der 90er Jahre.

Vorausgegangen war dem Bau ein jahrelanger Kampf um Sicherheitsabstände, Straßenverlegungen und das Stadtbild - nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wollten die Amerikaner ihre Botschaft in jedem Fall terrorsicher machen. 2003 schließlich wurde ein Kompromiss gefunden - mit weniger Sicherheitsabstand und ohne die eigentlich geplanten gewaltigen Absperrungen und Wachhäuser.

Trotzdem sind die Amerikaner in Berlin willkommen, was unter anderem Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit in einem Gastbeitrag für die "Berliner Zeitung" klarmacht: Der Einfluss der USA sei entscheidend für die Entwicklung von Demokratie und Lebensstil in der Stadt gewesen. "Amerika hat einen herausragenden Anteil an dieser Erfolgsgeschichte", schreibt er. Zu Zeiten der deutsch-deutschen Trennung habe das Freiheitsgefühl der Amerikaner eine besondere Faszination auf die Menschen im Westteil Berlins ausgeübt. Die selbstverständliche Präsenz vieler US-Amerikaner in Berlin sorge heute weiter für "immer wieder frische Beziehungen zwischen der alten und neuen Welt".

"Beginn einer großen Zukunft"

Auch William Robert Timken, US-Botschafter in Deutschland, wird bei der Eröffnungszeremonie zugegen sein. Gegenüber der "Berliner Zeitung" hob er die historische Bedeutung der US-Präsenz in der Hauptstadt hervor: "Die Erinnerung an den Marshall-Plan, der freundliche Umgang der US-Soldaten mit den Deutschen, die Luftbrücke haben die Grundlage für diese besondere Freundschaft zwischen den Berlinern und den Amerikanern gelegt", sagte er. Der Konflikt über den Irak-Krieg sei auf Regierungsebene nicht mehr vorhanden. "Wir schauen nicht mehr in den Rückspiegel, wir schauen voraus." Dies solle auch das Gebäude der neuen US-Botschaft symbolisieren. Timken: "Unsere Rückkehr an diesen Ort ist das Ende eines langen Weges und der Beginn einer großen Zukunft unserer Partnerschaft."

Die Feierlichkeiten gehen mit einem Feuerwerk über dem Brandenburger Tor gegen 22.30 Uhr zu Ende - offen stehen sie jedoch nicht jedermann: Für die Bevölkerung ist am Samstag ein Amerikafest rund um das Brandenburger Tor geplant.

Der Neubau steht auf demselben Grundstück wie die US-Botschaft bereits vor dem Zweiten Weltkrieg. Während des Kalten Kriegs lag das Areal im Niemandsland am Berliner Mauerstreifen.

Lio/DPA/AP AP DPA

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