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Schlag 12 - der Mittagskommentar aus Berlin: Lass uns nicht nur übers Geld reden, Alexis!

Es gibt vieles zu bereden, wenn Alexis Tsipras zum ersten Mal nach Berlin kommt. Kanzlerin Merkel will über Geld und Schulden sprechen. Unser Autor lieber über harzigen Wein, Fußballer und die Liebe.

Von Andreas Hoidn-Borchers

Ganz Europa schaut auf Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt den griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in der Hauptstadt zu einem ersten ofiziellen Besuch

Ganz Europa schaut auf Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel empfängt den griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras in der Hauptstadt zu einem ersten ofiziellen Besuch

Lieber Alexis Tsipras,

herzlich willkommen beim ersten offiziellen Besuch bei uns in Berlin. Mit allem Militärgedöns und Hymne, wobei wir Deutschen es in mittlerweile guter Übung bei der dritten (von dreien) Strophe belassen und ihr Griechen fairerweise bei den ersten beiden von, ähm, 158 Vierzeilern*. Reduktion in der Übertreibung. Wäre auch ein gutes Motto für … Aber wir wollen nicht gleich mit der Tür ins Domos fallen.

Es ist schließlich immer wieder schön, wenn gute alte Freunde vorbeischauen. Zusammen kann man einen nehmen, plaudern und in Erinnerungen schwelgen. Weißt du noch? Damals, als ihr noch nicht in der Kreide standet bei uns? Als ihr nicht nur das Eine von uns wolltet: noch mehr Geld als wären wir 'ne Pumpstation. Wann war das noch mal? Ach, lange her.

Aber einen solchen Freundesbesuch sollte man sich nicht dadurch madig machen, indem man nur übers Pekuniäre redet. Verdirbt nur die Stimmung. Es gibt so viele andere schöne Dinge. Die Liebe zum Beispiel. Ja, die Liebe ...

Mit der Liebe und der Griechin verhält es sich nämlich so. Unser bester Freund war mal, ist auch schon lange her, ebenso schwer wie folgenlos in eine schöne Griechin verknallt, was dazu führte, dass wir uns häufig in amourösen Absichten gemeinsam nach Athen und auf die angeschlossenen Inseln begaben.

Kalte Moussaka, harziger Wein

Griechenland hatte damals noch die Drachme und war gerade der EU beigetreten. Auf den Inseln hatten sie viele schicke Ruinen, dafür aber wenig Bäume (alle niedergesenst früher, Holz verkauft und nicht wieder aufgeforstet; war vor der Nachhaltigkeitsdebatte); es gab sehr kalte, sehr schlechte Moussaka und sehr harzigen, noch schlechteren Wein und überhaupt einen Entwicklungsstand, dass es einen Ostfriesen den Tee in den Adern hätte gefrieren lassen (Achtung, Scheherz!). In Athen dagegen staute sich der Verkehr. Die Verwaltung beschloss deswegen, dass montags, mittwochs, freitags nur Autos mit gerader Zulassungsnummer fahren dürfen, dienstags, donnerstags und samstags die mit den ungeraden. Was passiert? Der Athener besorgt sich ein Zweitschild, schraubt an, schraubt ab, schraubt an. Jedenfalls, er verstopft und verpestet fröhlich weiter tagein, tagaus die Stadt.

Tja, Alexis, er mag etwas umständlich sein, der Grieche, aber er ist erfindungsreich und lässt sich nicht unterkriegen. Wer will, darf das jetzt auch allegorisch nehmen.

Als wir das erste Mal von Patras nach Athen fuhren, fielen uns die vielen dreiviertelfertigen Häuser auf. Unten alles bene und erkennbar bewohnt, nur das oberste Stockwerk war noch im Rohbauzustand. Aber das sollte so, erklärte uns die Nicht-Freundin meines Freundes. Weil: Solange ein Haus nicht fertig war, musste der Besitzer keine Steuern dafür zahlen. Die Nicht-Freundin meines Freundes baute viel später übrigens eine wunderbare Ferienwohnung auf der Peleponnes, fertig!, die sie lange über Mundpropaganda anpries. Auf den Hinweis, es gebe doch das Internet, meinte sie nur: Aber dann kenne das auch das Finanzamt.

Finanzamt, Alexis! Irgendwas musste zwischenzeitlich fürchterlich schief gelaufen sein bei euch. Als die Finanzkrise losbrach und Griechenland Geld brauchte, da fand die Nicht-Freundin meines Freundes die Hilfszahlungen, wir verkürzen das jetzt mal, als so eine Art späte Vergütung dafür, dass die Griechen uns Lesen, Rechnen und Schreiben sowie das Essen mit Messer und Gabel beigebracht haben. Der Grieche mag vieles verloren haben im Laufe der letzten zwei Jahrtausende, er mag auch keinen Knopf mehr an der Naht haben, eines aber besitzt er auf jeden Fall: Selbstbewusstsein.

Gekas und Rehakles

Wir erinnern uns zum Beispiel gerne an Theofanis Gekas, viel lieber jedenfalls als an den alten an Griechenland entliehenen Aushilfsmaurermeister Rehakles. Gekas spielte mal für gar nicht so wenige Jahre in der Bundesliga, wobei - "spielen" ist nicht der richtige Begriff. Am Spiel nahm er recht eigentlich nicht teil. Er lungerte mehr in der Nähe des gegnerischen Strafraums rum und hielt der Fuß hin, wenn der Ball kam. Er traf dabei ziemlich zuverlässig ins Tor und brachte es so zu gewisser Berühmtheit. Früher nannte man das: Abstauber. Aber das Wort sollte man heute besser mal nicht gebrauchen. Gekas machte auch nicht viele Worte. Das lag vor allem daran, dass er Deutsch weder sprach, noch lernen wollte. Seine Begründung war einleuchtend: Er werde "für Toreschießen bezahlt und nicht fürs Reden". Seit er Yanis Varoufakis kennt, soll unser Finanzminister übrigens ein großer verspäteter Fan von Gekas dem Schweiger sein.

Jedenfalls, lieber Alexis, war Gekas mal nahe dran, unserem Lieblingsgriechen den Rang abzulaufen: deinem Vornamensvetter Alexis Sorbas. Das ist die lebenspralle Roman- und Filmfigur, die wir alle liebten in den 70er Jahren des vorigen Jahrtausends. Ein begnadeter Hasadeur, der einem Bergwerk-Erben seine Hilfe aufschwatzt und eine Seilbahn für den Holztransport baut, die aber leider beim ersten Betrieb tosend zusammenkracht. Grandioser Plan, nichts funktioniert, das ganze Geld ist futsch. Aber am Schluss tanzen alle Sirtaki am Strand.

Was ein Spaß. Ich glaube, Alexis, wir schlagen dem Bundestag vor, dass er einfach mal geschlossen "Alexis Sorbas" guckt, bevor er das nächste Rettungspaket für euch verabschieden muss.

Andreas Hoidn-Borchers findet ja, dass man mit einem Land, das an Albanien, Bulgarien, Mazedonien und die Türkei grenzt und sonst nur von Wasser umgeben ist, nachsichtig sein sollte. Ist echt nicht leicht.

* Ja, ich kenn’ dich an der Klinge
deines Schwerts, so scharf und blank,
wie auf diesem Erdenringe
schreitet dein gewalt’ger Gang.
Die du aus der Griechen Knochen
wutentbrannt entsprossen bist,
die das Sklavenjoch zerbrochen,
holde Freiheit, sei gegrüßt!

(Und, nein, Yanis Varoufakis stand nicht Pate dafür; das Teil ist schon was älter)

Wie lange ist die frist bei einer Kündigung?
Hallo Ich möchte gerne kündigen, da das Arbeitsverhältnis nicht mehr gegeben ist. Leider verstehe ich den Arbeitsvertrag nicht ganz. Auszug aus dem Vertrag: Paragraf 13 Kündigungsfristen: (1) das Arbeitsverhältnis kann beiderseitig unter Einhaltung einer frist von 6 Werktagen gekündigt werden. Nach sechsmonatiger Dauer des Arbeitsverhältnisses oder nach Übernahme aus einem Berufsausbildungsverhältnis kann beiderseitig mit einer frist von zwölf Werktagen gekündigt werde. (2) Die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber erhöht sich, wenn das Arbeitsverhältnis in demselben Betrieb oder unternehmen 3jahre bestanden hat, auf 1 monat zum Monatsende 5jahre bestanden hat, auf 2 monate zum Monatsende 8jahre bestanden hat, auf 3 monate zum Monatsende..... (3) Kündigt der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitnehmer, ist er bei bestehenden Schutzwürdiger Interessen befugt, den Arbeitnehmer unter fortzahlung seiner bezüge und unter Anrechnung noch bestehender Urlaubsansprüche freizustellen. Als Schutzwürdige interessen gelten zb. Der begründete Verdacht des Verstoßes gegen die Verschwiegenheitspflicht des Arbeitnehmers, ansteckende Krankheiten und der begründete verdacht einer strafbaren handlung. Ich arbeite in einem Kleinbetrieb (2mann plus chef) seid 2 jahren und 3-4Monaten. (Bau) Seid ende November bin ich krank geschrieben. Was meinem chef überhaupt nicht passt und er mich mehrfach versucht hat zu überreden arbeiten zu kommen. Da mein zeh gebrochen ist und angeschwollen sowie schmerzhaft und ich keine geschlossenen schuhe tragen kann ist arbeiten nicht möglich. Das Arbeitsverhältnis ist seid längerem angespannt vorallem mit dem Arbeitskollegen. Möchte nur noch da weg! Wie lange ist nun die frist und wie weitere vorgehen? Ich hoffe es kann mir jemand helfen.
Füllhorn Rente 63 ?
Wer 2018 NEU in den Ruhestand ging a) und die „abschlagsfreie Rente 63“ mit mindestens 45 Versicherungsjahren kassierte, erhielt im Schnitt 1265 Euro monatlich, 1429 Euro (als Mann) bzw. 1096 Euro (als Frau) RENTE. b) und wer die „normale“ Altersrente kassierte, erhielt monatlich im Schnitt 950 Euro, 1080 € (als Mann) bzw. 742 Euro (als Frau) RENTE. Nach Adam Riese bedeutet das, das erst Zeiten ab dem 18. LJ für die Rentenversicherung gewertet werden, dass männliche Nicht-Akademiker über 45 Arbeitsjahre hinweg mehr als 25 Euro monatlich pro Stunde verdient haben müssten. sprich: ab 1973 ! (zu DM-Zeiten 50 DM Stundenverdienst ! ... als Nicht-Akademiker ??) Meine Erfahrung ist, dass man mit 18 zur Armee musste und das anschließende Studium frühestens im 25 LJ beenden konnte -- also in 1981 ! (25 + 45 = 70. LJ mit Altersrente ohne Abzüge). Ergebnis: erst in 2026 könnten vergleichbare Akamdemiker (nach 45 Vers.Jahren) in VOLLE Rente gehen. PS: Nach Rechnung der „Die Linke“ bräuchte man über 37 Jahre hinweg einen Stundenverdienst von mind. 14,50 Euro (29 DM), um NICHT auf die „Grundsicherung für Altersrentner“ angewiesen zu sein; also den statistischen Wert von 800 Euro mtl. Rentenbezug zu überschreiten. Wer erkennt den Zaubertrick der „abschlagsfreien Rente 63“ ? Wer kennt den Zaubertrick, in weniger Zeit, mit weniger Ausbildung, maximale Top-Renten-Ergebnisse zu erzielen ? (welches nicht einmal die gierigsten Börsenbanker und Versicherungsmakler in einer Demokratie für realisierbar hielten) ?